
Kommt Jean Grey in der nächsten MCU-Phase zurück? Wer darauf hoffte, dass Famke Janssen in Avengers: Doomsday noch einmal als die mächtige Telepathin auftaucht, muss die Erwartungen dämpfen. In einem aktuellen Gespräch mit Entertainment Weekly stellte Janssen klar: Seit dem Ende der Fox-Ära habe Marvel sie nie kontaktiert. Keine Sondierung, kein kurzes Gespräch, kein Cameo-Angebot. Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil das Multiversum derzeit wie eine Drehtür für Rückkehrer funktioniert.
Janssen prägte Jean Grey zu einer Zeit, als Superheldenkino noch als Wagnis galt: X-Men (2000), X2, die tragische Phoenix-Eskalation in The Last Stand (2006) und ein kurzes Wiedersehen in Days of Future Past (2014). Danach übernahm Sophie Turner die jüngere Version, während Fox die Zeitleiste in Richtung Prequels verschob. Dieses Wechselspiel aus Staffelstab-Übergabe und Reboot ist mittlerweile Routine. Doch die Gegenwart ist spezieller: Mit der Multiversums-Logik werden Zeitlinien durchlässig, Vergangenheiten verhandelbar, und vertraute Gesichter tauchen als Varianten oder Mentoren wieder auf.
Warum ausgerechnet jetzt alle nach Jean fragen
Avengers: Doomsday gilt als Knotenpunkt, der Fäden aus zwei Jahrzehnten Marvel-Filmgeschichte zusammenzieht. Auf den Zettel vieler Beobachter sind daher etliche Fox-Alumni zurückgerückt: James Marsden (Cyclops), Kelsey Grammer (Beast), Patrick Stewart (Professor X), Ian McKellen (Magneto), Alan Cumming (Nightcrawler) und Rebecca Romijn (Mystique) – manche bereits im MCU gesichtet, andere hartnäckige Gerüchte. Wenn also so viele Veteranen zumindest theoretisch in Reichweite sind, liegt die Frage nahe: Warum nicht auch Jean Grey, die in den Comics oft als moralischer Nordstern der X-Men funktioniert?
Janssens nüchternes „Es kam nie eine Anfrage“ ist ein Reality-Check. Es deutet darauf hin, dass Marvel Legacy-Auftritte sehr gezielt dosiert, statt den kompletten Fox-Jahrgang aufzustellen. Dahinter steckt auch Dramaturgie: Jean Grey ist nicht nur Teammitglied, sie ist ein thematischer Angelpunkt – Empathie, Verantwortung, Versuchung, Apokalypse. Wenn die Studiospitze die Figur langfristig im Kern-MCU verankern will, ist ein sauberer Neustart womöglich nachhaltiger als ein Kurzbesuch, der eher Türen schließt als öffnet.
Vengeance, Variants, Versprechen: Was Doosmday wirklich sein könnte
Manche lesen die Rückkehrwelle als geheime Vorbereitung auf ein filmisches Avengers vs. X-Men. Möglich, aber nicht zwingend. Das Multiversum erlaubt subtilere Stellschrauben: Doomsday könnte sich um Incursions drehen – kollidierende Realitäten, die Cameos organisch machen, ohne die Zukunft an Nostalgie zu fesseln. Und dahinter wartet Secret Wars, der große Remix. In einem solchen Fahrplan wäre eine neue, eigenständige Jean – sorgfältig gecastet, mit Zeit zum Atmen – strategisch klüger als eine sentimentale Rückblende.
Was Famke Janssen tatsächlich sagte – und was zwischen den Zeilen steht
Die Schauspielerin machte deutlich, dass die Rolle sie nicht loslässt – weniger beruflich als kulturell: In jedem Interview lande man wieder bei Jean Grey, und genau diese Passage werde zitiert. Das zeigt, wie sehr die Figur im Gedächtnis verankert ist. Jean ist die seltene Mischung aus Fürsorge und Gefahr, Hoffnung und Vernichtung. Fans wünschen sich deshalb nicht nur ein Augenzwinkern aus der Vergangenheit, sondern einen Ansatz, der Jean als Protagonistin behandelt – nicht als Zündfunken für die nächste Weltuntergangssequenz.
Körper, Kanon, Kalender: die immer gleichen Debatten
Mit Jean Grey kehren altbekannte Diskussionen zurück: „Comic-Akkuratheit“ versus Schauspielpräsenz, Alter versus Wiedererkennbarkeit, Starpower versus Panel-Treue. Nach 25 Jahren Superheldenkino ist klar: Rollen altern, Universen reboote(n), und gelegentlich kehren Ikonen wieder – Hugh Jackman ist das prominenteste Beispiel. Nostalgie ist ein mächtiger Filter, besonders bei Janssen, deren Aura seit GoldenEye vielen als selbstverständlicher Beweis ihrer Leinwandkraft gilt. Doch ein gesünderer Blick fokussiert die Geschichte: Was dient der Figur über fünf, sechs Filme? Was hält Türen offen – für Teamdynamik, tragische Versuchungen, echte Reife?
Genau hier punktet ein Recast. Er ist keine Abwertung, sondern eine Investition. Gleichzeitig können präzise platzierte Legacy-Momente Mythologie stiften: Mentorrollen, Varianten als Warnspiegel, kurze Blicke in alternative Pfade. Jean Grey profitiert womöglich am meisten von beiden Strategien – Respekt vor dem, was war, und Mut zu etwas, das tragen kann.
Zwischen Gerücht und Richtungssinn
Die Großwetterlage passt dazu: Rund um Doomsday und Secret Wars kursieren Berichte über Rückkehrer, Neubesetzungen und radikale Umdeutungen (vom „Held wird zum Antagonisten“ bis zu streng kuratierten Multiversums-Councils). Filmemacher sprechen von einem „neuen Anfang“, der Phase 7 vorbereitet. Das alles deutet weniger auf eine Museumsschau des Vergangenen als auf eine Brücke in die Zukunft. Wenn Jean in dieser Architektur zunächst frei bleibt, könnte genau das der Figur den Raum geben, den sie im MCU immer verdient hat.
Was bedeutet das jetzt konkret?
Avengers: Doomsday ist aktuell für den 1. Mai 2026 terminiert, Secret Wars für Mai 2027. Bis dahin wird die Gerüchteküche weiterkochen: Für jedes bestätigte Comeback gibt es zwei neue Spekulationen. Der harte Fakt lautet aber: Famke Janssen wurde nicht gefragt. Wer Jean Grey demnächst im MCU erwartet, sollte eher mit einer neuen Interpretation rechnen – idealerweise mit einem narrativen Plan, der ihre Empathie und ihr Omega-Level ernst nimmt und der Phoenix-Mythologie mehr bietet als nur Explosionsästhetik.
Für die Fans ist das bittersüß. Janssens Jean hat einst bewiesen, dass Comicstoffe große Gefühle tragen können. Dieser Grundstein bleibt – unabhängig davon, ob sie noch einmal auftritt. Und wenn Jean zurückkehrt, dann hoffentlich so, wie die Figur am stärksten ist: als Herz, Gewissen und potenzielle Gefahr in einem. Genau diese Spannung macht sie zeitlos – und erklärt, warum ihr Name in jedem Interview wiederkehrt.
2 kommentare
mag famke sehr, aber ein 3-Minuten-cameo bringt nix. lieber neue jean mit plan 👍
rdj als doom? wild. in so einem setup ergibt eine frische jean total sinn