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Razr 60 setzt sich in Westeuropa an die Spitze – Samsung reagiert, Google punktet

von ytools
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Razr 60 setzt sich in Westeuropa an die Spitze – Samsung reagiert, Google punktet

Foldables im Wandel: Razr 60 setzt sich in Westeuropa an die Spitze, Samsung sortiert sich neu, Google legt leise zu

Wer in den letzten Jahren „Foldable“ sagte, meinte oft automatisch Samsung. Seit 2019 hat der Marktführer die Kategorie geprägt, Kinderkrankheiten ausgebügelt und mit jedem Zyklus Scharniere, Displays und Software verfeinert. Doch reife Märkte sind gnadenlos: Sie belohnen nicht die Pioniere, sondern die, die in der Gegenwart am besten liefern. Genau das ist in der ersten Jahreshälfte 2025 in Westeuropa passiert. Motorola, lange als Außenseiter belächelt, hat ein Gerät mit scharfem Preis-Leistungs-Profil auf die Rampe gestellt, Google hat für Produktivnutzer endlich eine überzeugende „Buch“-Erzählung gefunden – und Samsungs Alleinstellung bekommt Risse.

Razr 60: Der Flip, der den Nerv trifft

Die Schlagzeile ist klar: Motorolas Razr 60 war im H1 2025 das meistverkaufte Foldable in Westeuropa. Vor einem Jahr wäre das kühn gewesen, heute wirkt es folgerichtig. Der Grund ist weder Magie noch Marketingfeuerwerk, sondern Handwerk: ein wirklich brauchbares Außendisplay, eine berechenbare Kamera, solide Laufzeiten und ein Preis, der nicht nach „Luxusaufschlag“ riecht. Viele Käufer sehen daneben den Samsung Galaxy Z Flip 6 – hervorragend verarbeitet, keine Frage – und fragen sich, wofür sie hunderte Euro extra bezahlen sollen, wenn der Alltag mit dem Razr 60 praktisch genauso gut funktioniert.

Samsung hat natürlich weiterhin signifikante Stückzahlen beim Z Flip 6 und Z Fold 6 bewegt. Aber Wahrnehmung ist die halbe Miete – und wahrgenommen wird der Wert dort, wo er ankommt: im Portemonnaie. Der vermeintliche Befreiungsschlag Z Flip 7 Fan Edition blieb in Westeuropa hinter den Erwartungen: zu zahm bepreist, zu blass erzählt. Damit verfestigte sich das Bild, dass der Razr 60 der „vernünftige Kauf“ ist, während Samsung im Flip-Segment ein wenig an der Preisschraube hängt. Und ja: Auch der kommende Z Flip 7 wird es schwer haben, wenn er im Gefühl wieder „mehr Marke als Mehrwert“ transportiert.

Warum Westeuropa anders tickt

Der regionale Kontext erklärt viel. Hohe Mehrwertsteuer, ein konsumkritisches Publikum und ein starker stationärer Handel, der nicht nur auf Hochglanzdatenblätter, sondern auf Alltagstauglichkeit schaut. Ratenkauf und Trade-in sind Standard, aber sie tilgen keinen Preisabstand von 200 bis 400 Euro zwischen zwei Geräten, die im Hands-on ähnlich wirken. Händler und Techpresse betonen seit Jahren: Ein nützliches Cover-Display, Akkustabilität und eine zuverlässige Kamera schlagen die letzten fünf Prozent Benchmark-Glanz. Motorola hat diese Prioritäten schlicht schneller und konsequenter umgesetzt.

Dazu kommt der kulturelle Wandel. Der „Wow“-Moment des Neuen ist vorbei; Foldables sind nicht länger Zirkusattraktion, sondern Werkzeug. Der Mainstream will ein kompaktes Phone, das zugeklappt die Hauptanzeige schützt, mit sicherer Kameraqualität punktet, durch den Tag kommt – und die Haushaltskasse nicht sprengt. Razr 60 bedient genau diese Checkliste. Samsungs Ökosystem bleibt ein Pfund, aber Westeuropa reagiert sensibel auf Preiselastizität. Wenn der praktische Unterschied klein ist, entscheidet der Beleg.

Pixel 9 Pro Fold: Produktivität mit Sinn statt Zierrat

Auf der „Buch“-Seite überrascht Googles Pixel 9 Pro Fold mit ruhigem, aber stetigem Momentum. In H1 2025 halfen drei Zutaten: bessere Platzierung bei wichtigen Providern, klug getimte Rabattfenster und eine Design-Story, die Berufspendlern und Multitasking-Fans aus dem Herzen spricht. Der große Innenscreen wird nicht nur gezeigt, er wird genutzt: Splitscreen, Drag-and-drop, durchdachte Fenstersteuerung und Google-Features, die den Canvas wirklich ausreizen. In Summe entsteht ein Mini-Workstation-Feeling, das nicht nach Gimmick schmeckt.

Interessant: In den USA verfängt derselbe Pitch weniger. Dort wiegt Samsungs Vertrauenskapital im Handel schwer, auch Motorolas Netze zu den Carriern sind eng. Westeuropa ist pluraler: Mehr Retail-Player, mehr Beratungsfokus, mehr Bereitschaft, Alternativen zu probieren, wenn die Rechnung aus Preis und Nutzen aufgeht. So ist das Pixel 9 Pro Fold hier vom Enthusiasten-Spielzeug zur ernsthaften Produktiv-Option gereift.

Honor zwischen Höhenflug und Funkstille

Honor ist nicht träge – im Gegenteil. Das Magic V2 setzte in H1 2024 Maßstäbe für Leichtbau und Alltagstauglichkeit bei Buch-Foldables. Doch der Nachfolger Magic V3 bekam 2025 weniger Bühne: engere Vertriebskorridore, unglückliches Timing und eine Bühne, die von Motorola, Samsung und Google dominiert war. Ergebnis: kein Top-5-Ranking in Westeuropa im ersten Halbjahr. Hardware stark, Lautstärke niedrig – manchmal reicht das, um in der Wahrnehmung zu verschwinden.

Apple am Horizont: der Stoß, der den Kuchen vergrößert

Die stets mitlaufende Frage: Was passiert, wenn Apple einsteigt? Realistisch ist, dass eine erste Generation die Kategorie verbreitert statt sie zu verschieben. Mehr Menschen werden Foldables im Store anfassen, mehr Demo-Flächen entstehen, mehr Bundle-Angebote tauchen auf. Aber die größere Welle hebt nicht jedes Boot. Marken mit schmalem Portfolio oder langen Updatezyklen werden gedrängt; wer Wertversprechen und Roadmap sauber hält, gewinnt Sichtbarkeit. Für Westeuropa heißt das: noch härtere Konkurrenz um Regalplätze – aber auch Rückenwind für die gesamte Nische.

Jahresausblick: Samsung bleibt Favorit, Motorola zielt auf Silber, Google mischt klug

Wer führt Ende 2025 die Herstellerliste an? Nüchtern betrachtet bleibt Samsung Favorit. Skalen, Verfügbarkeit und die Sogwirkung von Galaxy Z Fold 7 und Z Flip 7 sind im Jahresendgeschäft kaum zu unterschätzen. Dazu kommen Bundles aus Watch, Buds und Tablet, die das Ökosystem-Gefühl in Westeuropa besonders attraktiv machen.

Die Silbermedaille ist offen. Motorola hat Rückenwind und könnte mit einer früh platzierten Razr 70-Familie 2026 ernsthaft nach Gold greifen – zumindest im H1 in Westeuropa. Google wird derweil das Buch-Segment weiter professionalisieren und so die Denke rund um produktives Falten prägen. Honor braucht eine Nachschärfung: weniger Rekorde in Millimetern, mehr Klarheit in Preis, Verfügbarkeit und lokalen Partnerschaften.

Fazit: Von der Spielerei zur echten Wahl

Die spannendste Entwicklung ist nicht die Medaillenverteilung, sondern die Qualität des Wettbewerbs. Foldables sind erwachsen geworden. Heute wählt man zwischen Flip-Geräten, die Platz sparen und schnell zur Hand sind, und Buch-Foldables, die unterwegs den Laptop kurz ersetzen. Preisbänder reichen vom vernünftigen Mittel bis Premium – ohne Pflichtaufschlag fürs Klappen. Samsung hat die Tür geöffnet; Westeuropa zeigt, dass dahinter mehrere Wege liegen. Im Moment führt Motorola, dicht gefolgt von Google, während Apple im Hintergrund die Scharniere ölt. Gewinner sind die Nutzerinnen und Nutzer, die endlich echte Optionen haben – und nicht nur die eine „richtige“ Art, ein Smartphone zu falten.

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