Der jüngste Aufreger rund um Fortnite hat diesmal nichts mit Waffen-Balance oder Bau-Mechaniken zu tun, sondern mit einem Tanz. Epic Games hat überraschend das Emote Peaceful Hips deaktiviert – eine Animation, die direkt aus der Intro-Sequenz von John Cenas Figur in James Gunns DC-Serie Peacemaker stammt. Auslöser war die neueste Serienfolge, die eine düstere Wendung offenbarte und die Bedeutung des Tanzes in ein völlig anderes Licht rückte. 
Sofort entbrannte eine hitzige Diskussion in der Community: übertriebene Panik oder notwendiger Schritt?
Achtung: Spoiler zu Staffel 2, Folge 6 von Peacemaker! In der Episode kommt ans Licht, dass die vermeintliche „Erde-2“ in Wahrheit Erde-X ist – ein Paralleluniversum unter Kontrolle von Nazis, in dem die US-Flagge mit einer Swastika versehen ist. Viele Zuschauer entdeckten rückblickend Hinweise, die schon vorher auf diese Enthüllung gedeutet haben sollen – darunter die absurde Tanzchoreografie im Vorspann, in der die Armbewegungen wie das Muster einer Swastika wirken. Genau diese Bewegungen wurden in Fortnite als Emote umgesetzt.
Vor der Ausstrahlung vermutete kaum jemand eine tiefere Symbolik. Auch Epic selbst schien nichts zu ahnen. In einer Stellungnahme über den offiziellen Fortnite-Status-Account hieß es: „Wir deaktivieren das Peaceful Hips Emote, während wir mit unseren Partnern die kreativen Absichten dieser Kollaboration klären. Wahrscheinlich wird es nicht zurückkehren. In den nächsten Tagen erfolgen Rückerstattungen. Sorry, Leute.“ Zwischen den Zeilen liest man die Unsicherheit: Epic möchte sich klar von jeder möglichen Nazi-Assoziation distanzieren.
Die Fanszene reagierte gespalten. Ein Teil meint: besser so – wenn die Tanzbewegungen tatsächlich als Foreshadowing einer Nazi-Enthüllung gedacht waren, darf das nicht unkontrolliert im Spiel bleiben. Andere halten den Shitstorm für völlig überzogen: „Es ist doch nur die alberne Tanzszene aus dem Intro“, schreiben viele und können nicht nachvollziehen, wie daraus gleich ein Skandal wird.
Fortnite kennt solche Kontroversen bereits. Der Skin „Rue“, den Spieler seit Jahren mit Nazi-Uniformen vergleichen, wird zwar nicht mehr verkauft, bleibt aber im Spiel. Und als Epic ein Emote mit Musik von Kanye West (Ye) veröffentlichte, hagelte es Kritik – trotz seiner antisemitischen Äußerungen in der Vergangenheit. Vor diesem Hintergrund ist die schnelle Reaktion beim Peaceful-Hips-Emote bemerkenswert: offenbar will Epic jedes Risiko vermeiden, das Spiel könnte mit rechter Symbolik in Verbindung gebracht werden.
Ironischerweise ist genau das auch Thema von Gunns Serie: „Peacemaker“ parodiert Extremismus und zeigt, wie Symbole verdreht werden können. Der titelgebende Held ist eine widersprüchliche Figur – brutal und unsensibel, gleichzeitig verzweifelt auf der Suche nach Anerkennung. Der absurde Tanz war ursprünglich eine satirische Pointe. Doch nach der neuen Enthüllung wirkt er wie ein bewusst gesetztes Foreshadowing. Durch die Entfernung im Spiel hat Epic den Effekt sogar verstärkt: für viele ist es nun endgültig das „Nazi-Tanz-Emote“.
Ob dieser Vorfall die Zusammenarbeit von Fortnite mit DC Studios beeinträchtigt, ist offen. Klar ist nur: Solche Crossovers sind ein Minenfeld, in dem kulturelle Codes unterschiedlich gelesen werden. Und die Spieler? Die einen trauern einer witzigen Animation nach, die anderen sehen es als Schadensbegrenzung, bevor das Ganze völlig aus dem Ruder läuft.