Die Partnerschaft zwischen zwei Schwergewichten der Fitness-Technologie, Garmin und Strava, hat eine überraschende Wendung genommen: Aus langjähriger Zusammenarbeit ist ein Rechtsstreit geworden. 
Im Mittelpunkt stehen die populären Funktionen Segmente und Heatmaps, die Strava für sich beansprucht und die angeblich von Garmin ohne Zustimmung übernommen wurden.
Stravas Klage
Strava hat offiziell Klage gegen Garmin eingereicht. Das Unternehmen wirft Garmin nicht nur die Verletzung von Patenten vor, sondern auch den Bruch eines Kooperationsvertrags, der eigentlich verhindern sollte, dass Garmin eigene Heatmap-Funktionen entwickelt. Strava fordert ein dauerhaftes Verbot, das Garmin untersagen würde, Geräte oder Software mit Segment- und Heatmap-Funktionen zu verkaufen. Das beträfe fast das gesamte Portfolio von Garmin – von Smartwatches über Radcomputer bis hin zur Plattform Garmin Connect.
Warum dieser Streit ungewöhnlich ist
Gerade dieser Aspekt macht den Fall so besonders: Garmin und Strava arbeiten seit fast zehn Jahren eng zusammen. Millionen von Sportlerinnen und Sportlern synchronisieren täglich ihre Trainingsdaten zwischen beiden Plattformen. Dass Strava nun den Klageweg wählt, wirkt daher seltsam. Zumal das Unternehmen selbst zugibt, dass die angeblichen Verstöße schon seit Jahren bestehen. Warum also eskaliert der Konflikt gerade jetzt?
Viele Beobachter vermuten, dass es weniger um Patente, sondern vielmehr um Markenpräsenz und Kontrolle geht. Stravas Produktchef Matt Salazar äußerte sich auf Reddit und erklärte, dass Garmin kürzlich seine API-Regeln geändert habe: Fortan müsse das Garmin-Logo auf nahezu allen Grafiken, Posts und Darstellungen erscheinen, die mit Garmin-Daten erstellt werden. Offiziell argumentiert Garmin, dies diene der Datensicherheit und Konsistenz. Doch Strava sieht darin offenbar den Versuch, sich stärker in den Vordergrund zu drängen und die eigene Community zu vereinnahmen.
Folgen für die Nutzer
Die größte Sorge betrifft die Sportler, die auf eine reibungslose Synchronisation angewiesen sind. Wer Segmente nutzt oder Heatmaps für die Trainingsplanung braucht, könnte durch den Streit beeinträchtigt werden. Noch hoffen viele, dass sich die Unternehmen einigen, bevor die Endnutzer Einschränkungen spüren. Doch erfahrungsgemäß ziehen sich Verfahren dieser Art oft in die Länge.
Der größere Kontext: Business statt Patente
Patentstreitigkeiten gehören in der Tech-Branche zum Alltag. Doch im Fall Garmin gegen Strava geht es eher um Marktanteile und Deutungshoheit. Für Strava sind Segmente und Heatmaps nicht bloß Features, sondern Kernstücke der Marke – Symbole für Wettbewerb, Community und Motivation. Garmin hingegen beherrscht die Hardware-Seite: GPS-Uhren, Radcomputer und Sensoren liefern die Datenbasis. Im Kern geht es also darum, wer das Fitness-Ökosystem dominiert und die Spielregeln bestimmt.
Am Ende ist beiden klar, dass sie voneinander abhängig sind: Strava braucht die Datenflut aus Garmin-Geräten, während Garmin-Nutzer die soziale Komponente von Strava schätzen. Deshalb gehen Branchenexperten davon aus, dass es zu einem Vergleich kommt, bevor der Streit eskaliert. Bis dahin verfolgt die Fitnesswelt gespannt, wie sich dieser unerwartete Machtkampf entwickelt.
3 kommentare
mir egal wer recht hat, Hauptsache meine Läufe syncen 😅
fand krass dass Salazar im Reddit dazu Stellung nahm
lol nach 10 Jahren Freundschaft vor Gericht 😂