
GMKtec M6 Ultra (Ryzen 5 7640HS): der Mini-PC, der alles richtig macht
Es gibt diese feine Balance zwischen Leistung, Preis, Größe und Lautstärke – und genau dort will der GMKtec M6 Ultra punkten. Er richtet sich an alle, die einen kompakten, leistungsstarken Desktop suchen, ohne Kompromisse bei Alltagstauglichkeit und Anschlussvielfalt einzugehen. Mit einem Ryzen 5 7640HS, moderner Radeon 760M (RDNA3), zwei M.2-Slots, Dual 2.5-GbE-LAN und USB4 bietet er alles, was man von einem Mini-PC der neuen Generation erwartet – und das meist für unter 400 Dollar.
Ob fürs Büro, Studium, Multimedia, Gaming oder als kleine Workstation – der M6 Ultra will beweisen, dass ein Mini-PC kein Kompromiss sein muss. Im folgenden Test werfen wir einen detaillierten Blick auf Leistung, Lautstärke, Temperatur, Anschlüsse, Aufrüstbarkeit und die Praxistauglichkeit. Außerdem gehen wir auf Community-Meinungen ein: Ist die 120-Watt-Stromversorgung überdimensioniert? Wie laut ist er wirklich? Und lohnt sich das Upgrade auf Zen 5 oder bleibt Zen 4 der Sweet Spot?
Hardware: Zen 4 trifft RDNA 3
Im Inneren arbeitet der AMD Ryzen 5 7640HS – 6 Kerne, 12 Threads, 4 nm, bis zu 5,0 GHz Boost-Takt. Für die Grafik sorgt die Radeon 760M mit 8 Compute Units, basierend auf der RDNA3-Architektur. In der Praxis bedeutet das: ordentliche Gaming-Leistung auf 1080p, besonders wenn man FSR 2 oder 3 aktiviert. Die iGPU ist Welten besser als alte Vega-Chips oder Intels Iris Xe, und für eSports-Titel oder weniger anspruchsvolle AAA-Spiele reicht sie locker.
Die CPU lässt sich im TDP-Bereich zwischen 35 und 65 Watt betreiben. Standardmäßig ist der Sweet Spot bei etwa 54 Watt – genug Power, um die Leistung zu halten, ohne den kleinen PC in einen Fön zu verwandeln. Das Netzteil liefert mit 120 Watt reichlich Reserven – ideal, wenn mehrere SSDs, Peripherie und USB4-Docks gleichzeitig aktiv sind.
Der M6 Ultra bietet zwei SO-DIMM-Slots für DDR5-4800 (bis 128 GB), zwei M.2 PCIe 4.0 x4 Steckplätze (je bis 8 TB), USB4 (Type-C) an der Front, Dual 2.5-GbE-LAN, HDMI 2.1, DisplayPort 1.4, mehrere USB 3.2-Ports sowie Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.x. Ein echtes Rundum-sorglos-Paket in Sachen Konnektivität.
Design und Verarbeitung: Kompakt, durchdacht, wartungsfreundlich
Das Gehäuse ist schlicht, aber hochwertig. Matte Oberflächen, gute Belüftung und leicht zugängliche Innereien. Mit wenigen Handgriffen kann man RAM und SSD austauschen – keine verklebten Teile, keine Kabel im Weg. Zwei Lüfter sorgen für gleichmäßigen Luftstrom: einer kühlt CPU und Heatpipe, der andere unterstützt RAM und SSDs. Kein unnötiger Schnickschnack – einfach solide Ingenieursarbeit.
Vorne finden sich: Klinkenbuchse (Combo), zwei USB-A 10 Gb/s, USB4 und der Power-Button mit LED. Hinten: Stromanschluss, drei weitere USB-Ports (darunter 3.2 und 2.0), HDMI, DisplayPort und die beiden 2.5-GbE-LAN-Ports. Ideal für Router-Setups, kleine Server oder Workstations mit Netzwerktrennung.
Erste Einrichtung und Betriebssystemwahl
Der M6 Ultra funktioniert sowohl mit Windows 11 als auch mit Linux reibungslos. Unter Windows sind alle Treiber über Windows Update oder direkt bei AMD erhältlich. Unter Linux (Ubuntu, Fedora, Mint etc.) läuft die Radeon 760M mit aktuellen Kerneln und Mesa-Treibern stabil. Für Virtualisierung, Docker oder HomeLab-Projekte ist die Hardware ideal.
Wer ihn als leisen Office-PC oder HTPC nutzen will, wählt am besten ein Energieprofil mit 35–45 W TDP – so ist der Mini fast unhörbar. Für Gaming oder aufwendige Tasks kann man auf 54–65 W hochschalten. Mit DDR5 im Dual-Channel-Modus schöpft man die GPU-Leistung maximal aus – also unbedingt zwei Module verbauen!
Alltag und Performance
Im Alltag läuft der M6 Ultra erstaunlich flink. Browser, Office, Photoshop, VSCode, Lightroom – alles fühlt sich reaktiv an. Durch die stabile Kühlung bleibt die Leistung auch bei längeren Sessions konstant. Bei Build-Prozessen, Virtualisierung oder Rendering zeigt sich: Der 7640HS schlägt viele Laptop-CPUs, weil er länger im Boost bleibt.
Die iGPU reicht locker für Spiele wie Fortnite, Valorant, Dota 2, CS2 oder GTA V. Selbst aktuelle Titel laufen, wenn man die Grafik auf Mittel und FSR aktiviert:
- Cyberpunk 2077: ca. 55–60 FPS (1080p, Mittel, FSR Qualitätsmodus)
- Resident Evil 4 Remake: 35–40 FPS (1080p, Mittel, FSR Balanced)
- Forza Horizon 5: 80–90 FPS (1080p, Hoch, FSR Qualität)
- Fortnite: 70–90 FPS (1080p, Mittel/Performance-Modus)
Wer mehr Grafikleistung will, kann über die USB4-Schnittstelle theoretisch eine eGPU anschließen. Das lohnt sich nur, wenn man langfristig aufrüsten will – für den typischen Nutzer ist das integrierte Paket völlig ausreichend.
Lautstärke und Temperaturen
Im Silent-Profil (35–45 W) ist der M6 Ultra kaum hörbar. Bei 54–65 W wird er unter Last hörbar, bleibt aber angenehm – kein unangenehmes Fiepen oder Pfeifen. Die Temperaturen bewegen sich je nach Umgebung zwischen 70 und 85 °C unter Dauerlast, was für diese Leistungsklasse sehr gut ist. SSDs können etwas warm werden, daher empfiehlt sich ein kleiner Thermopad-Kontakt mit dem Gehäuse.
Netzwerk, Multimedia und HTPC-Einsatz
Mit zwei 2.5-GbE-Ports ist der M6 Ultra auch perfekt für NAS-, Router- oder Server-Setups. Er kann als pfSense-, Home Assistant– oder Docker-Host genutzt werden – stromsparend, stabil, zuverlässig. Für Multimedia: 4K HDR-Streaming läuft butterweich, ebenso YouTube und Plex. Dank AV1- und HEVC-Unterstützung ist er ideal als Wohnzimmer-HTPC.
Profi- und Kreativanwendungen
Office, Bildbearbeitung, leichte Videoprojekte oder Programmierung laufen hervorragend. Die hohe Single-Core-Leistung macht sich in Software wie Lightroom, VSCode oder Audacity bemerkbar. Für Content-Erstellung in Full HD oder 1440p ist genug Power vorhanden; wer viel 4K rendert, sollte allerdings auf dedizierte GPUs setzen.
Aufrüstbarkeit und BIOS
Die BIOS-Oberfläche erlaubt grundlegende Anpassungen wie cTDP, Lüfterkurve oder RAM-Profil. Der Sweet Spot liegt klar bei 54 W – dort bleibt der M6 Ultra leise und leistungsstark. Wer ein besonders warmes Zimmer hat, kann 45 W einstellen – der Performance-Verlust ist minimal, aber die Temperaturen sinken spürbar.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Im internationalen Handel liegt die Version mit 32 GB RAM + 1 TB SSD meist zwischen 349–389 USD. Die Basisversion (16 GB + 1 TB) kostet rund 300–330 USD. Als Barebone (ohne RAM/SSD) ist er noch günstiger – ideal, wenn man eigene Komponenten hat. Angesichts der Ausstattung und Leistung ist das Preis-Leistungs-Verhältnis exzellent.
Fazit: Der smarte Sweet Spot unter den Mini-PCs
Der GMKtec M6 Ultra ist einer der überzeugendsten Mini-PCs seiner Klasse. Er bietet moderne Leistung, hohe Flexibilität, gute Kühlung und eine erstaunlich breite Ausstattung. Kein Blender, sondern ein solider, ehrlicher Allrounder, der im Alltag einfach funktioniert – und das leise, effizient und zuverlässig.
Wer ein kompaktes System sucht, das sowohl für Arbeit als auch Freizeit taugt, macht hier nichts falsch. Der M6 Ultra ist kein Gaming-Monster, aber ein Mini-PC, der tatsächlich alltagstauglich ist – und das ist selten genug.