Google setzt einen neuen Meilenstein im Bereich Smart Home und bringt mit Gemini for Home erstmals seine KI direkt ins Wohnzimmer. 
Zusammen mit der dritten Generation der Nest-Kameras und einem völlig neu entwickelten Google Home Speaker will das Unternehmen nicht nur Geräte verkaufen, sondern ein komplettes Ökosystem schaffen, das dank künstlicher Intelligenz intelligenter und nützlicher wird.
Die neuen Modelle Nest Cam Indoor (3. Gen), Nest Cam Outdoor (2. Gen) und die überarbeitete Nest Doorbell sind mit modernen Sensoren ausgestattet, die Videos in 2K-Auflösung mit HDR aufnehmen. Google betont, dass es dabei nicht nur um bessere Bildqualität geht: Präzisere Aufnahmen bedeuten auch bessere Ergebnisse für die KI. Die Kameras erkennen Szenen detailliert und schicken Benachrichtigungen wie „Hund springt aus dem Laufstall“, inklusive kurzem Videoclip. Dank der Funktion Ask Home lassen sich Fragen wie „Was ist mit der Vase im Wohnzimmer passiert?“ direkt beantworten. Außerdem erstellt die Funktion Home Brief kompakte Zusammenfassungen aus stundenlangem Videomaterial.
Durch die neuen Sensoren ist digitales Zoomen klarer, und Gemini erstellt animierte Vorschauen, die relevante Bereiche hervorheben. Die Speicherung von Ereignissen wurde verdoppelt: Statt 3 Stunden gibt es nun 6 Stunden, jeweils mit kurzen Clips und Textbeschreibung. Auch die Lichtempfindlichkeit wurde verbessert – durch eine größere Blende bleiben die Aufnahmen länger in Farbe, sogar in Dämmerung. Für die Nacht stehen natürlich IR-LEDs bereit.
Die Nest Doorbell bietet mit einem Sichtfeld von 166° und einem quadratischen 1:1-Bildformat eine besonders praktische Ansicht: Pakete am Boden und Gesichter vor der Tür passen gleichzeitig ins Bild. Die Nest Cam Indoor und Outdoor decken 152° ab. Outdoor-Modelle und Doorbell sind zudem nach IP65 zertifiziert und damit wetterfest gegen Regen, Wind und Schnee.
Preislich bleibt Google wettbewerbsfähig: Die Nest Cam Indoor kostet 100 US-Dollar, die Outdoor-Version 150 US-Dollar (im Doppelpack 250 US-Dollar). Die Doorbell kostet 180 US-Dollar, ist jedoch zunächst nur in den USA und Kanada erhältlich. Die Geräte selbst sind in zahlreichen Märkten wie Deutschland, Frankreich, Japan und Australien verfügbar. Die KI-Funktionen von Gemini for Home starten allerdings zuerst in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland und Australien, weitere Länder folgen 2026.
Zusätzlich kündigte Google eine Kooperation mit Walmart an. Unter der Marke onn erscheinen günstige Alternativen: Eine kabelgebundene Kamera kostet nur 23 US-Dollar, eine Video-Türklingel 50 US-Dollar. Trotz des niedrigen Preises sind sie voll kompatibel mit Gemini for Home – eine Kampfansage an teurere Modelle.
Die zweite große Neuheit ist der Google Home Speaker, speziell für Gemini entwickelt. Anders als ältere Lautsprecher dient er nicht nur als Musikbox, sondern als intelligentes Steuerzentrum. Er bietet 360°-Sound, einen eigenen Prozessor für schnelle KI-Antworten und einen LED-Ring, der anzeigt, ob Gemini zuhört, nachdenkt oder reagiert. Ein „Gemini Live“-Modus zeigt sogar visuell, wenn die KI aktiv ist. In Sachen Entertainment unterstützt der Speaker Stereo-Pairing, Multiroom-Wiedergabe mit Nest- und Home-Geräten und ist kompatibel mit Google TV Streamer 4K.
Der neue Lautsprecher kostet 100 US-Dollar und erscheint im Frühjahr 2026 in den USA, Kanada, Europa, Japan, Australien und Neuseeland. Damit positioniert ihn Google als mehr als nur einen Lautsprecher – er soll zum Herzstück des smarten Zuhauses werden.
Die Strategie ist eindeutig: Google verkauft keine einzelnen Geräte, sondern ein Ökosystem, in dem Gemini als intelligenter Knotenpunkt fungiert. Kritische Stimmen erinnern jedoch an vergangene Datenschutzskandale – etwa die Rauchmelder mit versteckten Mikrofonen. Wenn Google diesmal Transparenz und Sicherheit ernst nimmt, könnte die Vision vom wirklich intelligenten Zuhause endlich Realität werden.
1 kommentar
warum die Doorbell nur in USA & Kanada? echt schade