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Google gesteht erstmals: Das offene Web bricht ein

von ytools
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Lange Zeit versuchte Google den Eindruck zu erwecken, dass es der offenen Web-Landschaft gut geht. Rückgänge beim Traffic oder sinkende Werbeeinnahmen seien laut Konzern lediglich normale Marktbewegungen, bei denen manche profitieren und andere verlieren.
Google gesteht erstmals: Das offene Web bricht ein
Wer mithalten wolle, müsse sich nur schneller anpassen. Doch nun kam es zu einer überraschenden Kehrtwende: In offiziellen Gerichtsdokumenten räumt Google erstmals ein, dass das offene Web tatsächlich rapide an Bedeutung verliert.

Die Aussage fiel im Rahmen eines Verfahrens gegen das US-Justizministerium, das eine Zerschlagung von Googles Werbegeschäft fordert. Um sich zu verteidigen, erklärte das Unternehmen, dass die Publisher-Ökosphäre, die auf klassische Display-Werbung angewiesen ist, schon jetzt stark unter Druck steht. Eine erzwungene Abspaltung würde diesen Abwärtstrend nach Googles Darstellung sogar beschleunigen und insbesondere kleinere Anbieter ins Aus drängen.

Als Hauptursachen nennt Google mehrere Entwicklungen: Der enorme Aufstieg von „Retail Media“, also Werbenetzwerken großer Händler wie Amazon oder Walmart, zieht Budgets von klassischen Onlineanzeigen ab. Auch Connected TV hat sich zu einem zentralen Anziehungspunkt für Werbegelder entwickelt, da immer mehr Nutzer vom linearen Fernsehen auf Streaming-Dienste umsteigen. Und schließlich wirkt sich die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz massiv aus: KI-gestützte Antworten liefern Suchenden Informationen direkt, ohne dass sie noch auf die Ursprungsseiten klicken müssen.

Für viele Publisher ist das existenzbedrohend. Während große Medienhäuser noch auf verschiedene Einnahmequellen setzen können, stehen kleine Magazine, Blogs und Nischenportale vor dem Aus. Die bisher verlässlichen Klickströme aus der Google-Suche brechen weg, während die Werbebudgets woanders landen.

Brisant ist der Widerspruch zu früheren Aussagen: Jahrelang stellte sich Google als Garant eines florierenden offenen Internets dar und wies Kritik als Panikmache zurück. Nun, unter juristischem Druck, bestätigt der Konzern genau das, was Branchenkenner längst beobachtet haben – das Fundament der offenen Webkultur bröckelt.

Das Urteil in den USA könnte den digitalen Werbemarkt grundlegend verändern. Gelingt es Google, die Zerschlagung abzuwehren, wird das Unternehmen wohl weiter betonen, dass die Schwächung seiner Werbestrukturen dem offenen Web endgültig den Todesstoß versetzen würde. Sollte sich das Ministerium durchsetzen, könnte eine komplette Neuordnung folgen – möglicherweise mit Raum für nachhaltigere Geschäftsmodelle.

Für die Netzgemeinschaft insgesamt stellt sich die Frage: Lässt sich das offene Web noch retten oder stehen wir vor einer Zukunft mit geschlossenen Plattformen, abgeschotteten „Walled Gardens“ und KI-Vermittlern? Klar ist nur: Die Zeiten ungebremsten Wachstums sind vorbei – wer online überleben will, muss sich neu erfinden.

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3 kommentare

Hackathon September 12, 2025 - 8:31 am

war doch eh klar… KI-Antworten killen die Klicks

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NeoNinja December 15, 2025 - 8:05 am

merkt man doch, viele meiner Lieblingsblogs sind fast tot

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GalaxyFan January 3, 2026 - 5:20 pm

haha klar, erst vor Gericht geben sie’s zu, vorher hieß es immer ‘alles super’ 😂

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