Startseite » Nicht kategorisiert » Q3 2025 im Check: Wie Intel, Nvidia und AMD den GPU-Markt neu sortieren

Q3 2025 im Check: Wie Intel, Nvidia und AMD den GPU-Markt neu sortieren

von ytools
2 kommentare 2 ansichten

Nach einigen wilden Jahren wirkt der PC-Grafikmarkt im dritten Quartal 2025 wieder etwas geerdeter – aber ganz sicher nicht langweilig. Die aktuellen Zahlen zeigen: GPU- und CPU-Auslieferungen ziehen wieder an, während sich das Kräfteverhältnis zwischen Intel, Nvidia und AMD langsam verschiebt.
Q3 2025 im Check: Wie Intel, Nvidia und AMD den GPU-Markt neu sortieren
Auf dem Papier reden wir von wenigen Prozentpunkten, doch hinter diesen kleinen Bewegungen stecken veränderte Kaufgewohnheiten, der Boom von Notebooks und KI – und ein nie endender Glaubenskrieg zwischen „Team Grün“, „Team Rot“ und den letzten Intel-Verteidigern in den Kommentarspalten.

Die Marktforscher von Jon Peddie Research melden für Q3 2025 insgesamt rund 76,6 Millionen ausgelieferte PC-GPUs. Das entspricht einem Plus von 2,5 % gegenüber dem Vorquartal und etwa 4,0 % im Jahresvergleich. Besonders stark legt der Markt für dedizierte Grafikkarten zu: hier stehen 10,7 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Notebook-GPUs wachsen deutlich moderater um rund 1,4 %. Auf der Prozessorseite wurden im gleichen Zeitraum etwa 65 Millionen PC-CPUs ausgeliefert – 2,2 % mehr als im Vorquartal, aber immer noch 2,2 % weniger als in Q3 2024, weil der Nach-Corona-Boom langsam vollständig abgearbeitet ist.

Ein spannender Kennwert ist die sogenannte GPU-Attach-Rate, also wie viele GPUs im Durchschnitt pro PC im Markt stecken. Dieser Wert ist im dritten Quartal auf etwa 120 % gestiegen, rund 2,9 % mehr als im Vorquartal. Übersetzt heißt das: In der Praxis laufen viele Systeme nicht nur mit einer, sondern mit mehreren Grafikeinheiten – etwa integrierte Grafik im Prozessor plus dedizierte GPU, teils sogar mehrere dedizierte Karten in Workstations und Enthusiasten-Rechnern. Genau diese Mehrfachkonfigurationen sorgen dafür, dass die Statistik oft ganz anders aussieht als das Straßenbild im lokalen Gaming-Café.

Gesamtmarkt GPU: Intel dominiert die Masse, Nvidia das Prestige, AMD schiebt sich dazwischen

Im gesamten GPU-Markt, in dem integrierte, dedizierte und externe Lösungen zusammengezählt werden, führt weiterhin Intel mit klarem Abstand. Die unzähligen integrierten Grafiklösungen in Office-Notebooks und Firmenrechnern bringen das Unternehmen auf rund 61 % Marktanteil. Nvidia liegt mit etwa 24 % auf Rang zwei, AMD folgt mit 15 % auf Platz drei. Diese Zahlen spiegeln den kompletten PC-Kosmos wider – vom günstigen Business-Laptop bis zur Workstation – und erzählen damit eine andere Geschichte als die reinen Gaming-Rankings.

Auf Quartalssicht wird es interessanter: In Q3 2025 konnte AMD seinen Anteil im GPU-Gesamtmarkt um etwa 0,9 Prozentpunkte steigern. Gleichzeitig verliert Nvidia rund 0,1 Punkte, Intel gibt etwa 0,9 Punkte ab. Das mag nach wenig aussehen, bedeutet aber trotzdem Millionen Chips – genug, damit AMD-Fans feiern und Intel sich fragen muss, wie lange die integrierte Vormachtstellung noch selbstverständlich ist.

Schaut man ein Jahr zurück, verschiebt sich der Fokus. Zwischen Q3 2024 und Q3 2025 ist Nvidia der größte Gewinner: von 18 % auf 24 % Marktanteil. Intel rutscht im gleichen Zeitraum von 65 % auf 61 %, AMD von 17 % auf 15 %. Deshalb wirkt die Jahresbilanz für AMD auf den ersten Blick wie eine Niederlage, obwohl das Unternehmen innerhalb von 2025 wieder leicht zulegt. Welche Story man erzählt, hängt also stark davon ab, ob man auf Quartale oder Jahre blickt – und ob man den Gesamtmarkt oder nur Gaming-GPUs im Auge hat.

Im Gaming-Segment bleibt Nvidia fast unangreifbar

Filtert man nur dedizierte GPUs heraus, also das klassische Gaming-Segment, wird das Kräfteverhältnis drastischer. Hier dominiert Nvidia weiterhin fast nach Belieben: rund 94 % Marktanteil entfallen auf GeForce-Karten, während AMD mit etwa 6 % eine Nische besetzt und Intel in diesem Quartal praktisch keine Rolle spielt. Genau das deckt sich mit der Alltagserfahrung vieler PC-Bauer: In Spielerechnern steckt meist eine Nvidia-Karte, Radeon sieht man deutlich seltener, selbst wenn AMD im Gesamtmarkt beachtliche Stückzahlen bewegt.

Für viel Frust sorgt dabei, dass Nvidias Dominanz direkte Auswirkungen auf die Preispolitik hat. Wer über 90 % des dedizierten Marktes kontrolliert, kann sich selbstbewusste UVPs leisten – und erlebt trotzdem, dass viele Käufer „zur Sicherheit“ einfach wieder Grün wählen, selbst wenn parallel aggressive Rabatte auf Konkurrenzmodelle rund um leistungsstarke Karten im Bereich einer 9070 XT locken. AMD hingegen verdient sein großes Geld zunehmend mit CPUs, KI-Hardware und Data-Center-GPUs und wirkt im Gaming-Bereich weniger bereit, dauerhaft an der Marge zu sägen, nur um ein paar Prozent Marktanteil zu erobern.

CPU-Markt: AMD knabbert weiter am Intel-Erbe

Im CPU-Markt ist die Entwicklung subtiler, aber ähnlich eindeutig. Die weltweiten PC-CPU-Auslieferungen steigen im Quartalsvergleich um 2,2 %, bleiben aber 2,2 % unter dem Vorjahreswert – ein Zeichen dafür, dass der Markt sich langsam normalisiert. Die Verteilung zwischen Desktop und Notebook bleibt stabil: etwa 30 % entfallen auf klassische Desktop-CPUs, rund 70 % auf Notebook-Prozessoren. Der Löwenanteil des Geschäfts findet also in Laptops statt – in Geräten, die die meisten Enthusiasten niemals auseinandernehmen, geschweige denn als „spannend“ wahrnehmen.

Innerhalb dieses Markts legt AMD weiter zu. In Q3 2025 gewinnt das Unternehmen rund einen Prozentpunkt an Marktanteil bei PC-CPUs, während Intel etwa 0,8 Punkte verliert. Das ist kein spektakulärer Absturz, aber es untermauert einen Trend der letzten Jahre: Intel bleibt groß, verliert aber kontinuierlich Terrain, während Ryzen sich vom Geheimtipp zur Standardoption für viele Spieler, Kreative und Firmenkunden entwickelt.

Was die Community schreit – und was die Zahlen sagen

Wer Kommentare liest, bekommt oft ein verzerrtes Bild: „Nur Ahnunglose kaufen noch Intel“, „Radeon ist tot“, „Ngreedia melkt die Gamer“ – der Ton ist gewohnt drastisch. Die nüchternen Zahlen malen ein anderes Bild. Intel ist weit vom Untergang entfernt, hat aber ein strukturelles Problem mit langsam sinkenden Anteilen. Nvidia dominiert das Gaming nicht nur wegen starker Hardware, sondern auch dank ausgereifter Treiber, Feature-Ökosystem und jahrzehntelanger Markenarbeit. Und AMD versucht, zwei Welten zu bedienen: einerseits den Preiskampf im Consumer-Segment, andererseits das lukrative Geschäft mit KI-Beschleunigern und Servern, in dem die Margen deutlich höher sind.

Technologisch setzt AMD verstärkt auf Chiplet- und Multi-Chip-Module – ein Baukastenprinzip, das man bereits von Ryzen, Threadripper und Epyc kennt. Die Idee: Statt einen riesigen Monolithen zu fertigen, kombiniert man mehrere kleinere Dies zu einem leistungsstarken Gesamtpaket. Gelingt es AMD, dieses Prinzip in kommenden Radeon-Generationen sauber ins Gaming zu bringen – ohne Mikroruckler und Kommunikations-Flaschenhälse – könnte das Kräfteverhältnis im GPU-Markt deutlich stärker ins Wanken geraten, als es die aktuellen Tabellen vermuten lassen.

Q4 als Schnäppchenrunde, 2026 als große Neuaufstellung

Bemerkenswert: All diese Verschiebungen passieren in einem Quartal ohne große Produktfeuerwerke. In Q3 2025 hat keiner der drei Hersteller eine völlig neue GPU-Generation für Endkunden vorgestellt, und auch bei den CPUs blieb es verhältnismäßig ruhig. Im vierten Quartal dürfte deshalb vor allem der Rabatt-Hammer sprechen: Abverkauf von bestehenden GeForce-, Radeon- und Arc-Serien, große Notebook-Deals und viele Komplettsysteme mit „Vorjahres-Hardware“.

Der wirklich spannende Einschnitt wird für die erste Hälfte 2026 erwartet, wenn Nvidia, AMD und Intel ihre neuen GPU- und CPU-Generationen ausrollen. Dann wird sich zeigen, wie hart AMD wirklich in Richtung KI und Rechenzentren abbiegt, ob Intel den Fußabdruck seiner integrierten Grafik in eine ernstzunehmende dedizierte Präsenz verwandeln kann und ob Nvidia bereit ist, seinen 94-%-Gaming-Anteil mit schärferen Preisen zu verteidigen – oder weiter auf schiere Marktmacht und Markenbindung setzt. Bis dahin markiert Q3 2025 einen leisen Wendepunkt: Die Auslieferungen steigen wieder, Intel verliert Stück für Stück, Nvidia behält die Gaming-Krone, und AMD spielt ein langfristigeres Spiel, als es die lauten Memes im Netz vermuten lassen.

Das könnte Ihnen auch gefallen

2 kommentare

RayChaser December 6, 2025 - 4:44 pm

Am Ende landen die meisten dieser GPUs in grauen Firmen-Notebooks, aber online klingt es so, als hätte jeder zu Hause eine 4090 mit Custom-Wakü stehen

Antworten
Junkie January 7, 2026 - 3:20 pm

Schon wild, dass 2025 immer noch so viele Leute blind zu Intel-Notebooks greifen, obwohl die Ryzen-Kisten oft einfach besser sind 😂

Antworten

Einen Kommentar hinterlassen