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GreedFall 2: The Dying World erhält sein bisher größtes Early-Access-Update

von ytools
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GreedFall 2: The Dying World macht im Steam-Early-Access einen deutlich spürbaren Sprung nach vorne. Das französische Studio Spiders hat das bislang größte Update veröffentlicht und damit einen Punkt erreicht, an dem sich das Rollenspiel plötzlich viel reifer und vollständiger anfühlt.
GreedFall 2: The Dying World erhält sein bisher größtes Early-Access-Update
Statt nur ein paar Bugs zu beheben, wurde an mehreren Grundpfeilern geschraubt: Die Spielwelt wächst, das Begleitersystem wird ausgebaut, das Kampfsystem neu strukturiert und der Komfort an etlichen Stellen verbessert. Für alle, die die erste Early-Access-Fassung eher skeptisch beiseitegelegt haben, ist dieses Update ein echter Neustart.

Im Mittelpunkt steht die neue Region rund um die Stadt Peren. Früher war Peren die strahlende Hauptstadt der astrianischen Zivilisation, ein Zentrum für Handel, Kultur und Forschung. Heute liegt derselbe Ort im Schatten des Malichor, der geheimnisvollen Seuche, die den gesamten Kontinent Gacane langsam zerfrisst. Unter der Herrschaft der Händlerkongregation versucht die Stadt, den Schein von Ordnung zu wahren, während ganze Viertel abgeriegelt werden, Heilmittel auf dem Schwarzmarkt verschwinden und sich Gerüchte wie ein zweites Fieber verbreiten.

Peren ist nicht das typische Rollenspiel-Drehkreuz mit drei Händlern und einem Questbrett. Die Stadt wirkt wie eine Bühne, auf der jede Fraktion um Einfluss kämpft: Vertreter der Händlerkongregation, alte astrianische Familien, zynische Söldner, zwielichtige Heilerinnen und völlig überforderte Beamte. Überall stoßen Spielerinnen und Spieler auf Konflikte, verdeckte Deals und moralisch graue Entscheidungen. Ob man die verzweifelte Bevölkerung unterstützt, wirtschaftliche Interessen stärkt oder versucht, diplomatisch dazwischen zu navigieren, schlägt sich in Beziehungen, Ruf und künftigen Möglichkeiten nieder.

Parallel dazu bringt das Update einen alten Bekannten in neuer Rolle ins Spiel: Till. Wer den bisherigen Prolog erlebt hat, wird sich an ihn erinnern – und zwar nicht unbedingt mit warmen Gefühlen. Zu Beginn der Geschichte ist er derjenige, der den Protagonisten festnehmen lässt und damit dazu beiträgt, dass die eigene Heimatinsel Teer Fradee aufgegeben werden muss. Till steht damit am Anfang klar auf der Gegenseite. Nun kehrt er als potenzieller Gefährte zurück, gezeichnet von seinen Entscheidungen und fest entschlossen, nicht mehr nur das Werkzeug anderer zu sein.

Till war früher Kapitän der berüchtigten Söldnergilde Coin Guard, die im Deutschen häufig als Garde der Münze übersetzt wird – eine Truppe, deren Loyalität traditionell dem Geldbeutel gilt. Seine Vergangenheit steckt voller kompromissbehafteter Aufträge, schwieriger Befehle und gebrochener Versprechen. Charakterlich ist er deshalb kein Sprücheklopfer, sondern eine ruhige, knurrige Präsenz, die eher beobachtet, als sich in den Vordergrund zu drängen. Auf dem Schlachtfeld dagegen ist er alles andere als zurückhaltend: Mit schwerer Rüstung, einem Zweihandschwert und auf Verteidigung ausgelegten Fähigkeiten füllt er klassisch die Tank-Rolle aus und bindet Gegner, damit empfindlichere Gruppenmitglieder überleben.

Damit greift Spiders einen der größten Kritikpunkte an der Early-Access-Version auf: das Kampfsystem. Vielen erschien es anfangs weder richtig taktisch noch wirklich actionlastig, sondern als unentschiedener Mittelweg. Das Update versucht nicht, diesen Mittelweg zu polieren, sondern bietet nun klar definierte Spielweisen. Es gibt drei Kampfmodi, die nicht nur mit einem Regler die Schwierigkeit ändern, sondern die Grundphilosophie der Kämpfe beeinflussen.

Im Modus "Taktisch" richtet sich GreedFall 2 an Spielerinnen und Spieler, die Kämpfe wie Schachzüge auf einem Schlachtfeld behandeln. Die Kamera lässt sich sorgfältig ausrichten, Positionierung spielt eine große Rolle und die Nutzung der taktischen Pause ist ausdrücklich vorgesehen. Man stoppt das Geschehen, analysiert Gegner, plant Skill-Kombos und verteilt Befehle an Begleiter, bis jede Aktion sitzt. Am anderen Ende der Skala steht der "Fokus"-Modus, bei dem direkte Steuerung und flüssige Action klar im Vordergrund stehen. Die KI kümmert sich weitgehend um die Begleiter, die Pause ist stark eingeschränkt, und das Spielgefühl erinnert stärker an ein Action-RPG, in dem man instinktiv reagiert.

Dazwischen sitzt der "Hybrid"-Modus, der – wie der Name schon sagt – beide Ansätze kombiniert. Hier bleibt genügend Raum für gezielte Eingriffe, ohne dass man jede Sekunde pausieren muss. Die KI übernimmt Routineaufgaben, während kritische Fähigkeiten und Positionierungen weiterhin manuell gesteuert werden können. Zusammen mit den neuen Schwierigkeitsgraden entsteht so eine Matrix an möglichen Spielerlebnissen, die deutlich flexibler ist als in der ersten Early-Access-Fassung.

Zusätzlich zu den Kampfmodi führt das Update drei Schwierigkeitsstufen ein, die sich stärker an Zielgruppen orientieren. Der taktische Schwierigkeitsgrad fordert minuziöse Vorbereitung und bestraft Fehler, richtet sich also klar an Genre-Veteranen. Der Abenteuermodus versucht, das klassische RPG-Gefühl zu treffen: anspruchsvoll genug, damit Kämpfe Spannung erzeugen, aber nicht so gnadenlos, dass jeder Fehltritt zum Ladebildschirm führt. Im Storymodus wiederum ist der Widerstand bewusst reduziert. Hier steht die Erzählung im Vordergrund, Kämpfe sind eher dramaturgische Akzente als spielmechanische Hürden.

Die Liste der Neuerungen endet damit aber noch nicht. Mehrere neue Nebenquests und Ereignisse wurden eingefügt und greifen Themen wie den Umgang mit Malichor, den Verfall der astrianischen Kultur und das Machtstreben der Händlerkongregation auf. Das Crafting wurde überarbeitet, sodass Verbesserungen an Waffen und Rüstungen verständlicher und gezielter ausfallen. Gleichzeitig erhielt der Charaktereditor ein Facelifting: mehr optische Optionen, flüssigere Abläufe und insgesamt ein Gefühl, das näher an modernen RPG-Standards liegt.

Für Fans schöner Screenshots ist der neue Fotomodus interessant. Er erlaubt es, das Geschehen anzuhalten, die Kamera frei zu bewegen und Szenen sorgfältig zu komponieren – von verfallenen Straßenzügen in Peren über dramatische Konfrontationen mit Gegnergruppen bis hin zu ruhigen Momenten im Lager mit der eigenen Gruppe. Gemeinsam mit zahlreichen kleineren Komfortfunktionen – etwa klareren Menüs, technischen Optimierungen und besserem Feedback in bestimmten Systemen – wirkt GreedFall 2 wesentlich runder als noch zu Beginn seiner Early-Access-Reise.

Ein besonders spielerfreundlicher Schritt sind die vorgefertigten Spielstände, die Spiders anbietet. Wer keine Lust mehr hat, den Einstieg zum dritten Mal durchzuspielen, kann direkt in fortgeschrittene Abschnitte springen und sofort das neue Material ansteuern. In einem laufend weiterentwickelten Early-Access-Titel ist das beinahe ein kleines Geschenk, denn umfangreiche Patches gehen sonst oft mit Neustarts einher. Blickt man nach vorne, bleibt die Roadmap grundsätzlich unverändert: Die Version 1.0 von GreedFall 2: The Dying World sowie die Konsolenfassungen sind weiterhin grob für 2026 angepeilt. Mit dem aktuellen Update ist jedoch deutlich geworden, in welche Richtung sich das Projekt bewegt – und dass Spiders bereit ist, auf Feedback einzugehen, um aus der sterbenden Welt von Gacane eine Rollenspielerfahrung zu formen, die sich langfristig im Gedächtnis festsetzt.

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2 kommentare

Ninja November 26, 2025 - 6:43 am

Okay, das klingt nach einem komplett anderen Spiel als zum EA-Start, jetzt bin ich wieder angefixt 😂

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SilentStorm January 13, 2026 - 2:20 am

Till vom Typ “ich sperr dich ein” zum Lieblings-Tank im Team ist schon eine wilde Charakterkurve, feier ich

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