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HBO plant V wie Vendetta als Serie – Chancen, Risiken, Wegweiser

von ytools
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HBO plant V wie Vendetta als Serie – Chancen, Risiken, Wegweiser

HBO plant „V wie Vendetta“ als Serie – warum gerade jetzt und worauf es wirklich ankommt

Eine der prägendsten Comic-Dystopien könnte demnächst als Prestige-Drama auf dem Bildschirm landen. Branchenberichte zufolge arbeitet HBO an einer Serienadaption von Alan Moores und David Lloyds „V wie Vendetta“. Das Drehbuch schreibt Pete Jackson – wohlgemerkt Pete, nicht der Regisseur Peter Jackson, trotz Namensähnlichkeit – als ausführende Produzenten sind James Gunn und Peter Safran (DC Studios) sowie Ben Stephenson (Poison Pen) und Leanne Klein (Wall to Wall Media) an Bord. Weitere Eckdaten wie Besetzung, Regie oder Episodenzahl sind bislang nicht bekannt.

Ein Stoff, der immer noch weh tut

Entstanden Anfang der 1980er im britischen Magazin Warrior, zeigt der Klassiker ein Großbritannien, das nach Krisen in einen kalten, bürokratischen Faschismus kippt: totale Überwachung, Zensur als Tagesgeschäft, moralische Rhetorik als Tarnnetz. Dagegen stellt sich der maskierte Revolutionär V, dessen Guy-Fawkes-Grinsen längst zum Protestsymbol geworden ist. Evey Hammond, die er vor der Geheimpolizei rettet, wächst vom verängstigten Mitläufer zur Erbin der Idee heran. Es ist eine Geschichte darüber, wie Systeme Macht stabilisieren, wie Symbole Gesellschaften entzünden – und darüber, dass Freiheit selten sauber, oft widersprüchlich ist.

Warum der Serienstoff Sinn ergibt

Fernsehen bietet Raum für das vielsträngige Geflecht des Originals. Moore und Lloyd erzählen nicht nur von V und Evey, sondern auch von Zensoren, Sendeleitern, Wissenschaftlern und „unsichtbaren“ Bürgern. Eine HBO-Produktion könnte ungekürzte Kapitel wie Larkhill, die Medienmaschine des Regimes und Eveys schmerzhafte Metamorphose ausrollen – mit Zeit für Ambivalenzen. Visuell ließe sich David Lloyds Spiel aus Licht und Schatten neu erfinden, ohne Panel-für-Panel zu kopieren.

Anders als der Film von 2005

Der Kinofilm, von Lana und Lilly Wachowski geschrieben und mit Hugo Weaving und Natalie Portman getragen, destillierte den Stoff zu einem straffen Zweistunden-Thriller. Er glättete Politik, strich Nebenlinien – und traf dennoch einen Nerv, weshalb die Maske global durch Demonstrationen wanderte. Zum 20-jährigen Jubiläum soll die Leinwandversion 2026 zurück in die Kinos kommen. Eine Serie kann hingegen die moralische Grauzone und die Nebenschauplätze zurückholen, die den Comic so nachhaltig machen.

Vorfreude mit eingebauter Skepsis

Die Stimmung im Fandom ist zweigeteilt. Viele hoffen auf eine werknahe Adaption statt eines „zeitgemäßen Remix“, der den Faschismus-Begriff verschämt umschreibt. Andere verweisen auf die Reboot-Ökonomie: Zwischen Glanzstücken wie HBOs Watchmen und müden Markenausschlachtungen ist alles möglich. Dass Alan Moore sich seit jeher von Adaptionen distanziert, dämpft die Erwartungen an eine „Legitimations-Signatur“ zusätzlich.

Doch Skepsis ist kein Urteil, sondern ein Qualitätsmaßstab. Gelingt es der Serie, den Staat nicht als Karikatur, sondern als kaltes System zu zeigen; Evey nicht als Sidekick, sondern als Fackelträgerin; V nicht als Superheld, sondern als Katalysator kollektiver Handlung – dann könnte das Timing kaum treffender sein. Debatten über Überwachung, Desinformation und „Sicherheit um jeden Preis“ lassen V wie Vendetta weniger wie Zukunftsvision, mehr wie Spiegel wirken.

Was bisher feststeht – und worauf es ankommt

  • Team: Autor Pete (nicht Peter) Jackson; Executive Producer: James Gunn, Peter Safran, Ben Stephenson, Leanne Klein.
  • Format: offen. Kernfrage: originale Handlungsbögen vollständig adaptieren oder modern variieren?
  • Ton: Politik nicht weichzeichnen; religiösen Autoritarismus, Propaganda und Staatsgewalt ernsthaft erzählen.
  • Cast: noch unbekannt. Die Stimme und Präsenz von V erfordern eine eigene Handschrift jenseits von Weaving-Mimikry.
  • Kontinuität: Frühere TV-Andockfantasien via Pennyworth verliefen im Sande – wahrscheinlich zum Vorteil einer eigenständigen Vision.

Die Chance

Der sicherste Weg ist der mutigste: das Original mit historischer Nervenstärke erzählen. Terror als Verwaltungsroutine zeigen, nicht als Comicgrimasse; Eveys Entscheidungen wachsen lassen; erinnern, dass Ideen länger leben als ihre Träger. Und das Detail sitzt schon jetzt: Es heißt Pete, nicht Peter Jackson – eine kleine Präzision für eine Geschichte über die Folgen von Fehlern.

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1 kommentar

Interlude January 17, 2026 - 12:50 pm

Wenn’s die Klarheit von HBOs Watchmen trifft, ohne Verrenkungen, bin ich dabei. Großes Wenn

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