Helldivers 2 hat auf dem PC eine radikale Diät hinter sich. Der Koop-Shooter von Arrowhead bekommt eine neue, schlanke Version, die den Installationsumfang von monströsen 154 GB auf rund 23 GB reduziert. 
Für alle, die vor jedem neuen Release ihr SSD-Laufwerk aufräumen müssen und Spiele hin- und herschieben wie Tetris-Blöcke, ist das mehr als nur ein netter Patch – das ist spürbare Lebensqualität.
Die PC-Version von Helldivers 2 war schon lange ein Kuriosum: Optisch stylisch, aber weit entfernt von ultrascharfen Simulatoren, belegte sie mehr Speicher als so mancher Open-World-Koloss. Parallel dazu war die Konsolenfassung deutlich kompakter. In Foren und auf Reddit tauchte immer wieder dieselbe Frage auf: Wie kann ein Multiplayer-Shooter so viel Platz fressen, wenn andere Titel mit ähnlichem Umfang deutlich kleiner bleiben?
Die Antwort liegt in der ursprünglichen Datenstruktur. Um Ladezeiten gerade auf älteren Systemen zu drücken, setzte Arrowhead stark auf Daten-Duplizierung. Viele wichtige Assets lagen gleich mehrfach auf der Festplatte, damit der Datenträger weniger suchen muss und Inhalte schneller gefunden werden – vor allem auf klassischen HDDs. Für Spieler mit mechanischer Festplatte war das ein Segen, für den Speicherplatz aber die reinste Katastrophe: Mit jedem Update wuchs der installierte Umfang weiter an.
Anstatt die Diskussion mit einem Schulterzucken und dem Satz „Kauft euch halt eine SSD“ abzuwürgen, holte sich Arrowhead Verstärkung von Nixxes, dem auf PC-Ports spezialisierten Sony-Studio. In einem Beitrag auf Steam erklärte das Team, dass genau diese Zusammenarbeit den Durchbruch gebracht hat. Die Daten wurden neu organisiert, Redundanzen entfernt und das gesamte Paket so umgebaut, dass am Ende nur noch etwa 15 Prozent der ursprünglichen Größe übrig bleiben. Unterm Strich bedeutet das 131 GB weniger – rund 85 Prozent Einsparung.
Die neue schlanke Fassung wird zunächst als öffentliche technische Beta auf Steam ausgerollt. PC-Spieler können freiwillig auf diese Version wechseln und sie im Alltag testen. Der große Knackpunkt ist natürlich die Ladezeit: Wenn man die Datenduplikation entfernt, besteht das Risiko, dass jede Mission spürbar länger lädt. Arrowhead hatte in früheren Prognosen sogar vor einem möglichen Anstieg um den Faktor zehn gewarnt, besonders für Nutzer mit HDD.
Diese Horrorzahl beruhte allerdings auf allgemeinen Branchenwerten. Dort zeigten Tests zum Teil fünfmal längere Ladezeiten zwischen Builds mit und ohne Duplizierung, und Arrowhead legte vorsichtshalber noch einmal einen Sicherheitsaufschlag oben drauf. In der Praxis sieht das Bild jetzt aber völlig anders aus. Mit echten Messungen aus Helldivers 2 selbst zeigt sich: Der Anteil der Spieler, die überhaupt noch von einer mechanischen Festplatte spielen, lag in der letzten Woche bei etwa elf Prozent. Und selbst bei ihnen stiegen die Ladezeiten im Extremfall nur um ein paar Sekunden – nicht um Minuten.
Der Grund dafür liegt im Aufbau des Spiels. In vielen modernen Titeln ist das Einlesen von Texturen und Modellen der größte Zeitfresser. Bei Helldivers 2 hingegen entfällt der Großteil der Wartezeit auf die Level-Generierung. Die prozeduralen Missionsgebiete werden während des Ladebildschirms berechnet, parallel zum Streaming der Assets von der Platte. Dadurch schlägt das Entfernen redundanter Dateien deutlich weniger durch als befürchtet, selbst wenn noch ein alter HDD-Klotz im Rechner steckt.
Kaum überraschend ist damit auch die altbekannte Debatte neu entflammt: Wie lange sollen Entwickler klassische Festplatten überhaupt noch berücksichtigen? Einige PC-Spieler finden, dass neue Titel mindestens auf SATA-SSDs, besser gleich auf NVMe-Laufwerke zugeschnitten sein sollten und dass alte Hardware die Entwicklung bremst. Andere verweisen darauf, dass ein Upgrade je nach Region und Geldbeutel eben nicht „mal schnell“ erledigt ist und dass ein Spiel, das auch auf schwächeren Systemen läuft, die Community vergrößert. Im Fall von Helldivers 2 profitieren letztlich beide Seiten: SSD-Nutzer gewinnen massig Speicherplatz, HDD-Nutzer behalten erträgliche Ladezeiten.
Für den Alltag der Spieler ist der Effekt riesig. Ein 23-GB-Client ist deutlich schneller heruntergeladen, einfacher auf ein kleineres Laufwerk zu schieben und tut im Vergleich zum 154-GB-Monster schlicht weniger weh. Wer den Titel aus Platzgründen deinstalliert hatte, denkt nun ernsthaft darüber nach, wieder einzusteigen – zumal das schlanke Build nicht allein kommt, sondern von neuen Inhalten begleitet wird.
Parallel zum Slim-Client erscheinen das umfangreiche Update 5.0.0 sowie der Dschungel-Warbond Python Commandos, inklusive neuer Ausrüstung und einem heiß ersehnten Minigun. Währenddessen hält Helldivers 2 weiterhin Zehntausende Spieler täglich auf Steam und legt mit größeren Patches noch einmal zu – trotz frischer Konkurrenz im Shooter-Segment. Ein weniger speicherhungriger Client macht es zusätzlich attraktiv für alle, die mehrere Multiplayer-Titel parallel installiert lassen wollen.
Arrowheads Plan ist klar: Läuft die technische Beta stabil und ohne schwerwiegende Probleme, soll die schlanke Version zur Standardausgabe für alle PC-Spieler werden. Die alte, aufgeblähte Fassung wird dann im Laufe des nächsten Jahres ausrangiert. In einer Zeit, in der gefühlt jedes große Spiel nach dreistelligen Gigabyte-Zahlen verlangt, setzt Helldivers 2 damit ein wichtiges Signal: Mit sauberer Technik lässt sich Speicher sparen, ohne das Spielerlebnis zu opfern oder jede Mission in einen Ladebildschirm-Marathon zu verwandeln. Vielleicht ist das der Anstoß, den auch andere Studios brauchen, um ihre Datenberge zu überdenken.
2 kommentare
Ganz ehrlich: Wer 2025 noch ernsthaft auf HDD zockt, kämpft nicht nur gegen Bugs, sondern auch gegen sein eigenes Setup lol
Thank you for your sharing. I am worried that I lack creative ideas. It is your article that makes me full of hope. Thank you. But, I have a question, can you help me?