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Justin Lin verfilmt Helldivers: Krieg für die Super-Erde im Blockbuster-Format

von ytools
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Justin Lin, der Mann, der die Fast-&-Furious-Reihe von Straßenrennen zu fliegenden Autos und Weltuntergangs-Stunts hochgedreht hat, steckt sein nächstes Großprojekt an: Helldivers kommt ins Kino. Sony Pictures und PlayStation Productions entwickeln eine Verfilmung des Koop-Hits von Arrowhead Game Studios, und Lin soll aus dem gnadenlosen Krieg um die Super-Erde einen Sci-Fi-Blockbuster mit Augenzwinkern machen.

Die Vorlage hat mehr als genug Rückenwind.
Justin Lin verfilmt Helldivers: Krieg für die Super-Erde im Blockbuster-Format
Helldivers 2 ist 2024 praktisch explodiert: Der Shooter wurde zum am schnellsten verkauften Spiel in der Geschichte von PlayStation, knackte in den ersten zwölf Wochen über zwölf Millionen verkaufte Exemplare auf PS5 und PC und erschien später auch auf Xbox Series X|S. Aus einem Nischenprojekt mit Kultstatus wurde über Nacht ein Massenphänomen – mit Memes, Community-Aktionen und einer laufenden „Galaktischen Kampagne“, an der Hunderttausende gleichzeitig drehen.

Wer Helldivers nur als „Spiel, in dem man auf Käfer schießt“ abtut, verpasst den eigentlichen Kern. Das Universum ist offen an Paul Verhoevens „Starship Troopers“ angelehnt: grelle Propagandaspots, pathetische Slogans, strahlende Rekrutierungsplakate – und dahinter ein System, das seine Soldaten wie Wegwerfware behandelt. Die Spieler sind „Verteidiger der verwalteten Demokratie“, die mit einem Lächeln in Missionen geschickt werden, aus denen viele nicht lebend zurückkehren. Diese Mischung aus brachialem Kriegsspektakel und giftiger Satire macht einen großen Teil der Faszination aus.

Genau hier kommt Justin Lin ins Spiel. Seine Arbeit an Fast & Furious – von „Tokyo Drift“ bis „Fast & Furious 6“ und später F9 – hat gezeigt, dass er Action auf die Spitze treiben kann, ohne den Humor zu verlieren. Das ist der Regisseur, der ein 84er Pontiac Fiero ins All geschossen hat und das Publikum trotzdem bei der Stange hielt. Wenn jemand weiß, wie man überdrehte, völlig überdimensionierte Szenen inszeniert und gleichzeitig klar macht, dass das Ganze leicht ironisch gemeint ist, dann er. Für Helldivers bedeutet das: Landungskapseln, die wie Meteoriten einschlagen, Marines, die mitten im Chaos aus der Hölle stürmen, und Explosionen, die man fast körperlich im Kinositz spürt.

Für das Drehbuch ist Gary Dauberman verantwortlich, ein Name, der Horrorfans vertraut ist. Er hat mehrere Filme aus dem „Annabelle“-Universum, „The Nun“ und beide Teile der modernen „Es“-Adaption mitgeschrieben. Diese Horror-DNA könnte der Helldivers-Verfilmung genau die Schärfe geben, die sie braucht: Die Aliens müssen nicht nur Kanonenfutter sein, sondern sich anfühlen wie lebendige Albträume, vor denen man im Kino kurz die Luft anhält – bevor der nächste derbe Spruch oder eine völlig aus dem Ruder gelaufene Aktion die Spannung wieder aufbricht.

Eine der größten Herausforderungen wird sein, den typischen Helldivers-Chaosfaktor zu transportieren. Helldivers 2 gilt als seltenes Beispiel für ein modernes Multiplayer-Spiel, das die Spieler nicht mit Mikrotransaktionen ausquetscht, sondern auf Kooperation, Fairness und spontanes Chaos setzt. Falsche Landekoordinaten, fehlgezündete Stratagems und Orbitalbombardements, die ganze Trupps aus Versehen auslöschen, gehören zum Alltag. Das sind die Momente, die in Clips viral gehen – und im Film zu einprägsamen Setpieces werden könnten, in denen heroische Pläne innerhalb von Sekunden in slapstickhaften Selbstmordaktionen enden.

Unter Fans zeichnet sich schon jetzt eine klare Spaltung ab. Die eine Seite feiert die Ankündigung als Traumkombination: Helldivers, das ohnehin wie eine moderne, spielbare Variante von „Starship Troopers“ wirkt, trifft auf einen Regisseur, der Action-Kino als Rummelplatz versteht. Sie hoffen auf herrlich überzogene Sci-Fi-Schlachten, in denen Blut, Blech und patriotische Parolen wild durcheinanderfliegen. Die andere Seite ist skeptisch und fürchtet eine weichgespülte Version der Vorlage – viel CGI, laute Schießereien, aber ohne den bösen, politischen Unterton, der das Spiel auszeichnet.

Dazu kommt das generelle Risiko von Spieleverfilmungen: Was die Vorlage besonders macht, lässt sich nicht immer in zwei Stunden Film pressen. Bei Helldivers ist es das Gefühl, Teil einer riesigen, gemeinsamen Kriegsanstrengung zu sein, in der jeder Einsatz winzig erscheint und trotzdem zählt – und in der man gleichzeitig jederzeit austauschbar ist. Wenn Lin und Dauberman es schaffen, genau dieses Gefühl mit auf die Leinwand zu nehmen, die Satire bewusst unbequem zu lassen und dennoch ein zugängliches, witziges und wuchtiges Spektakel zu liefern, könnte der Helldivers-Film mehr werden als nur der „nächste Shooter im Kino“. Er hätte das Potenzial, sich wie „Starship Troopers“ zu einem Kultklassiker des militärischen Sci-Fi zu entwickeln, den man Jahre später immer noch zitiert.

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1 kommentar

SilentStorm December 26, 2025 - 5:05 am

ich freu mich jetzt schon auf zwei Stunden „Für die Super-Erde!“ im Saal und halbe Kompanien, die in gloriosen Explosionen verschwinden, klingt nach ehrlichem Kinochaos

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