Hideo Kojima, der legendäre Schöpfer von Metal Gear Solid und Death Stranding, bleibt auch im Zeitalter der künstlichen Intelligenz ein Visionär. In einem kurzen Video von Wired Japan sprach er über die Rolle von KI in der Zukunft der Spieleentwicklung – und machte klar: Für ihn ist KI kein Gegner, sondern ein Partner. 
Kojima bezeichnet sie als „Freund“, der ihm hilft, „einen Schritt voraus“ zu bleiben.
Viele sehen KI nur als Werkzeug, um Ideen zu generieren oder Routinearbeit zu erledigen. Kojima hingegen spricht von einer Zusammenarbeit. Er möchte weiterhin die kreative Leitung übernehmen, während die KI sich um zeitaufwendige Aufgaben kümmert. „Wenn KI die lästigen Tätigkeiten übernimmt, spart das Zeit und Geld“, erklärt er. Damit spricht er ein zentrales Problem der Branche an: Die Entwicklung von AAA-Titeln dauert oft fünf Jahre oder länger und verschlingt weit über 100 Millionen Dollar. In diesem Umfeld wird Effizienz zur Überlebensfrage.
Kojimas Haltung ist weder idealistisch noch technophob – sie ist pragmatisch. Er sieht KI als Chance, die kreative Arbeit zu entlasten, ohne die menschliche Fantasie zu ersetzen. In einer Industrie, die von Crunch-Zeiten und wachsenden Budgets geprägt ist, könnte der bewusste Einsatz von KI helfen, den Druck zu mindern. Gleichzeitig warnt er davor, sich zu sehr auf Maschinen zu verlassen: Wenn Entwickler ihre eigene kreative Stimme verlieren, geht der künstlerische Kern verloren.
Diese ausgewogene Sichtweise zieht sich durch Kojimas gesamte Karriere. Seit Jahrzehnten experimentiert er mit neuen Technologien, um Geschichten auf unkonventionelle Weise zu erzählen. Sein Studio, Kojima Productions, arbeitet derzeit an mehreren Projekten: dem Horror-Titel OD für Xbox, dem Spionage-Actionspiel Physint in Zusammenarbeit mit PlayStation sowie einem AR-Projekt mit Niantic, inspiriert von Death Stranding. Darüber hinaus wird das Death Stranding-Universum bald auch auf der Kinoleinwand und in animierter Form zu sehen sein.
Doch mit der Ausbreitung von generativer KI tauchen neue Fragen auf. Wem gehört ein Werk, das eine Maschine mitgeschaffen hat? Und was passiert, wenn mehrere Studios dieselben Modelle nutzen und Spiele einander immer ähnlicher werden? Urheberrechtskonflikte und ethische Diskussionen scheinen unvermeidlich. Kojima aber möchte diesen Weg mit Bedacht gehen – die Technologie soll das Menschliche stärken, nicht verdrängen.
Am Ende ist seine Botschaft klar: Die Zukunft des kreativen Schaffens liegt nicht im Wettstreit zwischen Mensch und Maschine, sondern in ihrem Zusammenspiel. Wenn menschliche Vorstellungskraft und algorithmische Präzision verschmelzen, entsteht eine neue Kunstform – eine, die Hideo Kojimas Pioniergeist perfekt widerspiegelt.
1 kommentar
Cool, dass er so realistisch bleibt und weder hyped noch Angst hat