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Russell Crowe: Im neuen Highlander darf Ramírez endlich wirklich spanisch klingen

von ytools
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Russell Crowe bekommt endlich die Spielfläche für eine Idee, die ihm einst abgeschmettert wurde: Im kommenden Highlander-Reboot will er Juan Sánchez-Villalobos Ramírez tatsächlich als Spanier klingen lassen. Genau das verwehrte ihm Ridley Scott bei Gladiator, als Crowe vorschlug, Maximus mit iberischem Einschlag zu sprechen. Damals hieß es: auf keinen Fall.
Russell Crowe: Im neuen Highlander darf Ramírez endlich wirklich spanisch klingen
Nun sagt Regisseur Chad Stahelski sinngemäß: „Bring mir Spanisch, und wir drehen es so.“

Connerys Widerspruch, den alle liebten

Ein Teil der alten Highlander-Magie ist Sean Connerys Ramírez: Ein Mann mit spanischem Namen und ägyptischer Vorgeschichte, der unverdrossen in breitestem Schottisch parlierte. Und es funktionierte. Connery ließ seinen Klang auch sonst nie zu Hause – ob als sowjetischer U-Boot-Kommandant in Jagd auf Roter Oktober, als irischer Cop in Die Unbestechlichen oder als Anführer in Der Wind und der Löwe. Das war herrlich unlogisch, aber ikonisch – ein liebenswerter Riss im Lack, der Fans bis heute grinsen lässt.

Warum Scott Nein sagte – und was stattdessen übrig blieb

Zurück zu Gladiator: Crowe argumentierte, ein Hispano-Römer dürfe durchaus einen spanischen Tonfall haben – vielleicht ein Hauch Antonio Banderas, nur präziser artikuliert. Scott wollte das Publikum jedoch nicht mit Akzentfragen beschäftigen und strich die Idee sofort. Am Ende sprach Maximus in einem neutralen, theatralisch-klassischen Register, das Crowe augenzwinkernd „Royal Shakespeare Company, zwei Pints nach dem Lunch“ nennt. Heldenhaft, verständlich – aber kulturell entkernt.

Spanischer Ramírez: kleine Silbe, große Wirkung

Stahelski öffnet die Tür zur Umdeutung: Ein authentischer spanischer Akzent macht Ramírez nicht nur konsistenter, er verankert ihn auch spürbar in einer Welt, die sonst vor Zeit- und Identitäten-Hopping strotzt. Wenn Crowe das Timing findet – Stolz, Wärme, schneidige Autorität –, kann der Charakter gleichzeitig geerdeter und größer wirken. Die Stimme wird zum Kompass: Sie gibt Haltung, Geschichte und Humor vor, bevor überhaupt die Klinge singt.

Realitäten der Produktion – und ein physisches Ensemble

Bis es soweit ist, braucht es Geduld: Der Dreh ist auf 2026 verschoben, weil Hauptdarsteller Henry Cavill sich beim Training verletzte. Wenn die Kameras laufen, steht eine robuste Besetzung bereit: neben Crowe und Cavill auch Karen Gillan, Dave Bautista, Marisa Abela, Djimon Hounsou, Max Zhang und WWE-Star Drew McIntyre. Das riecht nach spürbarer Physis, nach Duellen, in denen Regelwerk, Ehre und Technik zählen – ganz im Sinne des „Es kann nur einen geben“.

Echo aus dem Fandom: Nostalgie, Skepsis, Ethik

In den Kommentarspalten prallen Welten aufeinander. Die einen wollen Connerys lieb gewonnene Unlogik konservieren. Andere feiern die Chance auf stimmige Authentizität. Manche erinnern sich an Crowes wackeligen „russischen“ Versuch neulich und hoffen, dass Spanisch besser sitzt. Es gibt Fitness-Erwartungen („Ramírez muss aussehen, als könnte er wirklich köpfen“) und sogar die Forderung, Connery per KI zurückzubringen – technisch reizvoll, ethisch heikel. Auch die alte Grundsatzfrage flackert: War Highlander jemals mehr als Kult? Box-Office-Geschichte sagt: eher nicht. Aber die Regeln der Unsterblichen, die intime Brutalität der Duelle und die Mythenbreite schreien geradezu nach moderner Weltbildung – vielleicht ist jetzt der Moment, vom Nischenjuwel zum großen Franchise zu wachsen. Und ja, irgendwo fragt noch jemand, warum es nie ein richtiges Singleplayer-Spiel gab.

Fazit: Erlaubt man Crowe einen echten spanischen Ramírez, setzt man ein Zeichen: Charakterkohärenz vor nostalgischer Schrulle. Gelingt Stahelski die Balance aus Opernpathos und Glaubwürdigkeit – und kehrt Cavill topfit zurück –, könnte dieser Highlander frisch geschmiedet und doch ehrwürdig alt wirken. Erst der Klang, dann die Köpfe: Der richtige Tonfall könnte alles andere sortieren.

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1 kommentar

NeoNinja January 20, 2026 - 2:21 am

Bitte mit Klinge und Kondition: Ramírez soll aussehen, als könnte er dir wirklich den Kopf nehmen, nicht nur den Nachtisch

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