Honor verteilt derzeit das große MagicOS-10-Update auf Basis von Android 16 für das Foldable Honor Magic V5 weltweit. Auch unser Testgerät hat das neue System inzwischen erhalten. 
Der Download ist mit rund 3,6 GB alles andere als klein und zeigt schon auf den ersten Blick: Hier geht es nicht um ein kleines Bugfix-Paket, sondern um eine umfassende Aktualisierung. Die Firmware trägt die Kennung C431E3R2P2H1 und wird stufenweise ausgerollt – je nach Region, Provider und Geräteserie kann es also einige Tage dauern, bis die Benachrichtigung bei jedem ankommt.
Genau das macht sich auch in den ersten Nutzerberichten bemerkbar. In Ländern wie Großbritannien melden Besitzer des Magic V5, dass sie MagicOS 10 bereits vor einigen Tagen installiert haben und vor allem die verbesserte Standby-Laufzeit loben. In anderen Märkten, etwa Spanien, schauen Nutzer dagegen immer wieder in die Systemeinstellungen, drücken zum gefühlt achten Mal auf „Nach Updates suchen“ – und bekommen weiterhin die Meldung, dass die Software aktuell sei. Das ist typisch für einen gestaffelten Rollout: Honor beobachtet zunächst, ob bei einer kleineren Gruppe Probleme auftreten, bevor die Update-Welle den Rest der Welt erreicht.
Turbo X: Mehr Tempo, mehr Parallelität
Unter der Haube ist der Star des Updates ganz klar der neue Turbo-X-Performance-Engine. Dabei handelt es sich nicht nur um einen aggressiveren Leistungsmodus, sondern um eine tiefergehende Optimierung der gesamten Systempipeline. MagicOS 10 versucht verstärkt, Aktionen parallel abzuarbeiten: Wenn Sie per Wischgeste aus einer App zurück auf den Homescreen wechseln, bereitet das System im Hintergrund bereits die Animation und die Oberfläche vor, anstatt alles Schritt für Schritt abzuspulen.
Im Alltag wirkt das so, als wäre das Honor Magic V5 „entspannt schneller“ geworden. Übergänge laufen geschmeidiger, die kleinen Ruckler beim Minimieren schwerer Apps fallen deutlich seltener auf. Honor hat außerdem die Animationskurven überarbeitet, damit App-Starts und -Schließungen weniger hektisch und gleichmäßiger aussehen. Das ist gerade auf dem großen Innendisplay wichtig, wo Unsauberkeiten sofort ins Auge springen.
Auch die Eingabe über die Systemtastatur und das Scrollen durch lange Chats oder Feeds profitieren von Turbo X. Der Tastatur-Input wirkt direkter, Tippverzögerungen werden reduziert, und Listen lassen sich spürbar stabiler durchblättern. Die Kamera-App wiederum reagiert flotter auf Moduswechsel und löst schneller aus – die Zeit zwischen Tippen auf den Auslöser und dem fertigen Bild im Speicher ist kürzer geworden. Die Bildqualität selbst bleibt zwar im Grundton ähnlich, das Fotografieren fühlt sich aber weniger zäh und deutlich verlässlicher an.
Alltagstools: Magic Capsule, Screenshots, Audio und Komfortfunktionen
Abseits der Performance konzentriert sich MagicOS 10 stark auf Komfortfunktionen, die im Tagesgeschäft jede Menge Zeit sparen können. Die Magic Capsule, also der kleine interaktive Bereich rund um Statusanzeigen, bindet nun sowohl Lade- als auch Bildschirmaufnahme-Infos ein. Statt in Untermenüs abzutauchen, reichen ein oder zwei Taps, um die aktuelle Ladegeschwindigkeit einzusehen oder eine Screen-Recording-Session zu starten beziehungsweise zu stoppen.
Sehr praktisch ist auch das neue Screenshot-System mit KI-Unterstützung (AI Screenshot). MagicOS lernt, in welchen Situationen Sie üblicherweise Screenshots machen und welche Aktionen danach folgen. Auf Basis dieser Muster werden passende Optionen vorgeschlagen – etwa das direkte Zuschneiden, das Teilen in einem bevorzugten Messenger oder das Extrahieren von Text. Neu ist zudem, dass sich Screenshots auch über schwebende Fenster hinweg erstellen lassen: Sie fangen den gesamten Bildschirm ein und können anschließend mit einem Schritt nur den Bereich des Floating Windows auswählen.
Wer seine Galerie gern aufgeräumt hält, wird die Möglichkeit schätzen, bearbeitete Screenshots bei Bedarf direkt anstelle des Originals zu speichern. So entstehen nicht länger Ordner voller minimal unterschiedlicher Bilder. Ergänzend dazu unterstützt das Honor Magic V5 jetzt den Bluetooth-Codec LHDC 5.0 für hochauflösendes Audio. In Kombination mit kompatiblen Kopfhörern ist so eine höhere Qualität möglich, als es herkömmliche Standard-Codecs erlauben.
Für empfindliche Augen und Fahrgäste mit Motion Sickness bringt MagicOS 10 Verbesserungen beim Feature „Motion Sickness Relief“. Die Funktion kann sich nun beim Fahren automatisch aktivieren, um Bewegungen auf dem Display optisch zu glätten. Die Punktfarben, die dabei als Fixpunkte dienen, lassen sich individuell anpassen. Daneben schaltet Honor den nativen Android-Extra-Dim-Modus frei, der nicht nur die Helligkeit, sondern auch den „Weißpunkt“ senkt. Gerade spät abends wirkt das Display dadurch deutlich sanfter – ideal für lange Chat-Sessions im dunklen Schlafzimmer oder im Auto.
Frischer Look: neues Design und reaktionsfreudige Animationen
Optisch erhält das Honor Magic V5 mit MagicOS 10 einen spürbar moderneren Anstrich. Die Oberfläche wirkt aufgeräumter, mit feineren Abständen, überarbeiteten Symbolen und einer besser lesbaren Typografie. Besonders ins Auge fällt der überarbeitete Kontrollbereich: Das Control Centre setzt nun auf einen dunklen Hintergrund, der eine klarere Hierarchie zwischen Kacheln und Schaltern schafft, während farbige Symbole für mehr Orientierung sorgen, ohne nach Spielzeug-Look auszusehen.
Gleichzeitig spendiert Honor dem System neue Interaktionseffekte. Die sogenannten Long-Take-Animationen ziehen sich über verschiedene Systemkarten in Uhr, Galerie und Notizen: Beim Öffnen und Zusammenklappen der Widgets sieht der Übergang weniger abrupt aus, sondern wirkt wie eine fließende Bewegung. Drückt man bestimmte Karten auf dem Homescreen oder Elemente im Control Centre, reagieren sie mit subtilen Effekten und leichten Größenveränderungen – das gesamte System fühlt sich dadurch „lebendiger“ an.
Ein kleines, aber charmantes Detail ist der „taktile Lichteffekt“ auf dem Sperrbildschirm und im Control Centre. Tippt man sein Passwort ein oder bestätigt Schalter, leuchtet die Oberfläche kurz auf und signalisiert so, dass der Input angekommen ist. Das reduziert die Neigung, aus Unsicherheit mehrfach auf dieselbe Stelle zu hämmern.
Sperrbildschirm, Homescreen und Benachrichtigungen
Der Sperrbildschirm selbst gehört zu den Bereichen, die mit MagicOS 10 besonders viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Es stehen mehr Uhrenstile zur Auswahl und deren Position kann gezielter angepasst werden. Über eine Zwei-Finger-Geste gelangt man in den Anpassungsmodus: Dort reicht ein Tipp auf „Anpassen“ und auf die Uhr, um Stil, Größe und Anordnung zu verändern. Für das hochformatige Außendisplay des Magic V5 ist das Gold wert, da sich Informationen so besser im natürlicheren Sichtfeld platzieren lassen.
Auf dem Homescreen wurde die Mediensteuerung überarbeitet. Die Medienkarte zeigt nun eine klare Fortschrittsleiste, über die sich Songs, Podcasts oder andere Inhalte bequem vor- und zurückspulen lassen, ohne in den Vollbildplayer wechseln zu müssen. Gerade bei langen Audioformaten macht sich das im Alltag schnell bemerkbar.
Zudem hat Honor die Navigation zwischen Control Centre und Benachrichtigungszentrale logischer gestaltet. Man kann jetzt horizontal innerhalb des Control Centre wischen, um direkt in die Notification Centre zu springen. Das reduziert die Notwendigkeit, mit den Fingern umständlich bis in die obere Displayecke zu reichen – ein wahrnehmbarer Vorteil auf einem großen Foldable.
Ein weiteres Detail-Update betrifft die Statusleiste: Symbole von Drittanbieter-Apps werden einheitlicher dargestellt, wodurch der obere Rand des Displays weniger chaotisch wirkt. Anstelle eines Sammelsuriums unterschiedlich großer und stilistisch widersprüchlicher Icons sieht man eine deutlich homogenere Leiste.
Kamera und Galerie: Bedienung statt Buzzwords
Der Kamera-App verpasst MagicOS 10 vor allem ein strukturelles Feintuning. Die Modi werden in einem übersichtlicheren Raster in zwei Reihen angezeigt, zwischen denen man per Wischgeste wechseln kann. Statt tiefer Navigationsbäume gibt es eine logischere Oberfläche, in der man die wichtigsten Funktionen schneller wiederfindet.
Ein Highlight für Vielknipser ist die neue Möglichkeit, die Elemente in der Kamerastatusleiste anzupassen. Über einen eigenen Menüpunkt lässt sich bestimmen, welche Symbole dort auftauchen sollen: etwa ein Schalter für maximale Auflösung, ein Schnellzugriff auf den Nachtmodus oder der Indikator für das gewählte Farbprofil. So muss man nicht mehr durch lange Menüs scrollen, um bevorzugte Modi einzuschalten.
Auch die Galerie profitiert vom Update: Die Videowiedergabe erhält einen feinfühligeren Scrubber, mit dem sich bestimmte Momente in langen Clips deutlich präziser ansteuern lassen. Wer regelmäßig einzelne Frames für soziale Netzwerke herauszieht oder Szenen für Vlogs checkt, kommt schneller ans Ziel. Zusammen mit der flotteren Kamera-App wird das Magic V5 so zu einem angenehmen Werkzeug für spontane Content-Erstellung – auch ohne neue Sensoren oder Objektive.
Honor Connect OneTap: Datei-Sharing im eigenen Ökosystem
Mit MagicOS 10 nutzt Honor das Update außerdem, um die eigene Ökosystem-Strategie zu stärken. Auf dem Magic V5 aktiviert die neue Firmware Honor Connect OneTap, eine Funktion zum schnellen Dateiaustausch zwischen kompatiblen Honor-Geräten. Das Prinzip ist simpel: Video oder Fotos auf dem Magic V5 aufnehmen, das Gerät in die Nähe eines Honor-Laptops oder -Tablets bringen und mit einem Tippen übertragen – ganz ohne Kabel, USB-Sticks oder Umwege über Cloud-Dienste.
Die ersten Rückmeldungen fallen überraschend positiv aus: Nutzer berichten von hohen Übertragungsraten und loben, dass sich die Integration endlich nicht mehr nur nach Marketingfolie, sondern nach alltagstauglichem Feature anfühlt. Je mehr Honor-Produkte man besitzt, desto sinnvoller wird dieser Ansatz: Das Foldable dient als Hauptkamera, das Notebook übernimmt Schnitt und Bearbeitung, und OneTap hält den Workflow zwischen beiden Seiten schlank.
Erste Eindrücke: Akku top, Kamera eher Feintuning
Die Stimmung in der Community rund um MagicOS 10 auf dem Honor Magic V5 ist überwiegend positiv, aber zugleich nüchtern. Viele Nutzer heben hervor, dass sich der Energieverbrauch im Standby spürbar verbessert hat. Über Nacht verliert das Gerät weniger Prozentpunkte, und auch bei leichter Nutzung am Tag bleibt mehr Restakku übrig – ein Effekt, der gut zum Anspruch der Turbo-X-Optimierungen passt.
Bei der Kamera sind die Erwartungen dagegen realistischer geworden. Mehrere Besitzer berichten, dass die Bildqualität zwar stabiler und etwas konsistenter wirkt, aber keine „Wow-Momente“ auslöst. Das fügt sich in ein Muster, das man bei Honor schon von früheren Generationen kennt: Sobald verschiedene Modelle auf derselben MagicOS-Version laufen, schrumpfen die Unterschiede in der Praxis. Einige langjährige Fans argumentieren deshalb, dass viele Kamera-Versprechen eher Marketing sind, während das Software-Fundament am Ende doch sehr ähnlich bleibt.
Lohnt sich das Warten auf MagicOS 10?
Trotz dieser Portion Skepsis ist MagicOS 10 für das Honor Magic V5 genau die Art von Update, die ein Smartphone spürbar aufwertet, ohne die Hardware zu verändern. Die Performance wirkt runder, die Bedienung ist an vielen Stellen logischer, Accessibility-Optionen wie Extra Dim oder Motion Sickness Relief machen den Umgang angenehmer, und Features wie AI Screenshot oder Honor Connect OneTap treffen ziemlich genau den Alltag von Power-Usern.
Wer das Update noch nicht erhalten hat, während andere Regionen bereits Screenshots posten, sollte sich daher vor allem eines bewahren: Geduld. Der gestaffelte Rollout ist nicht dazu da, irgendwen zu ärgern, sondern um größere Probleme abzufangen, bevor sie alle treffen. Die gute Nachricht: Wenn MagicOS 10 schließlich auf Ihrem Magic V5 auftaucht, stehen die Chancen hoch, dass Sie eine bereits ausgereifte Version bekommen, die das Foldable wieder deutlich frischer und konkurrenzfähiger wirken lässt.
3 kommentare
Jedes Jahr die gleiche Kamera-Show, am Ende knipsen 6 Pro, 7 Pro und 8 Pro mit gleichem MagicOS gefühlt sehr ähnlich, Marketing ist halt laut, Realität leiser 😅
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Sitze in Deutschland und hab das Update noch immer nicht, gefühlt schon zehnmal manuell gesucht, langsam denke ich mein Magic V5 wurde vergessen 😂