Der Honor Magic8 Pro steht kurz vor seinem internationalen Start – doch wer in Europa zuschlagen will, sollte einen Blick hinter die Hochglanz-Specs werfen. Auf dem Datenblatt heißt das Gerät überall gleich, im Inneren spielt Honor aber mit drei unterschiedlichen Akku-Konfigurationen: eine Variante für China, eine für den globalen Markt und eine speziell für die EU. Alle drei Akkus sind groß, aber die Unterschiede sind deutlich genug, um sich im Alltag bemerkbar zu machen.
In China ist das Flaggschiff bereits erhältlich und kommt dort mit einem beeindruckenden 7200-mAh-Akku auf Basis moderner Silizium-Kohlenstoff-Chemie (Si/C) daher. 
Diese Technologie erlaubt es, mehr Kapazität in ähnlich viel Platz zu packen wie bei klassischen Lithium-Ionen-Zellen. Für Power-User – also Menschen, die permanent zwischen Social Media, Kamera, Games, Navigation und Streaming hin- und herspringen – bedeutet das in der Praxis: ein Handy, das bei normalem bis intensiven Gebrauch locker anderthalb bis zwei Tage durchhält, ohne dass man ständig nach einer Steckdose Ausschau halten muss.
Die globale Version außerhalb der EU fällt nur minimal ab. Hier verbaut Honor einen Akku mit 7100 mAh. Rein rechnerisch ist das ein Minus von weniger als zwei Prozent gegenüber dem China-Modell – ein Unterschied, den man im Alltag quasi nicht spürt. Bildschirm-an-Zeiten, Standby-Verbrauch, Hintergrund-Apps und tägliche Messenger- und Browser-Nutzung sollten nahezu identisch ausfallen. Kurz gesagt: Wer sich die globale Variante holt, bekommt faktisch dieselbe Ausdauer wie in China, nur mit etwas anderen Lade-Spezifikationen.
Spannend – und für viele etwas frustrierend – wird es bei der EU-Version. In den Ländern der Europäischen Union bringt der Honor Magic8 Pro „nur“ einen 6270-mAh-Akku mit. Das sind fast 12 Prozent weniger als in der globalen Variante und rund 1000 mAh weniger als beim chinesischen Modell. In der Praxis kann diese Differenz locker ein paar Stunden intensiven Gebrauchs kosten, insbesondere bei Gaming, 4K-Video oder dauerhaft aktivem mobilen Netz. Trotzdem wäre es unfair, den Akku als klein abzustempeln: 6270 mAh liegen immer noch deutlich über dem, was viele andere Flaggschiffe bieten.
Wichtig ist außerdem der Vergleich mit dem Vorgänger. Der Honor Magic7 Pro in der EU-Version kam mit einem deutlich kleineren Akku aus und erreichte im Test einen aktiven Nutzungswert von rund 13:53 Stunden. Schon das war ein respektabler Wert, der den Magic7 Pro als ausdauerndes Gerät etablierte. Der Magic8 Pro legt in Europa jetzt rund 1000 mAh drauf und kombiniert das mit einem moderneren, effizienteren Chip sowie optimierten Energiespar-Algorithmen in der Software. Es wäre daher eine Überraschung, wenn der Neue diesen Wert nicht übertrifft – selbst in der „abgespeckten“ EU-Konfiguration.
Bei der Ladegeschwindigkeit trennt Honor die Regionen ebenfalls. Die chinesische Version unterstützt brachiale 120 W kabelgebundenes Laden. Damit lässt sich der Akku in sehr kurzer Zeit von fast leer auf einen hohen Füllstand bringen – ideal für alle, die ihr Gerät gerne erst mit einstelligen Prozentzahlen ans Kabel hängen. In der globalen und in der EU-Version reduziert Honor die Leistung auf 100 W. Das klingt nach einem Downgrade, bleibt aber immer noch ein extrem schnelles Niveau, an das viele Konkurrenten nicht herankommen. Kabellos herrscht dagegen Gleichstand: Bis zu 80 W Wireless Charging werden für alle Varianten angegeben, sofern ein passendes Ladepad zum Einsatz kommt.
Warum also bekommt ausgerechnet die EU den kleineren Akku? Eine offizielle, detaillierte Erklärung von Honor gibt es nicht. Branchenüblich sind jedoch mehrere mögliche Gründe: strenge europäische Zertifizierungs- und Sicherheitsanforderungen, andere Antennen-Layouts für hiesige Frequenzen, Anpassungen beim Kühlsystem, interne Platzkonflikte mit Modems oder 5G-Komponenten – und nicht zuletzt Vorgaben bei Gewicht und Bauhöhe. Am Ende entsteht ein Kompromiss: etwas weniger Kapazität, dafür ein Design, das die regionalen Bedingungen erfüllt und trotzdem lange Laufzeiten ermöglichen soll.
Für Nutzerinnen und Nutzer, die aktuell einen Honor Magic7 Pro verwenden oder mit einem reduzierten Angebot liebäugeln, ist das Gesamtbild durchaus attraktiv. Selbst die EU-Version des Magic8 Pro bietet mehr Akku als der Vorgänger, schnellere oder zumindest konkurrenzfähige Ladeleistungen und das modernere Gesamtpaket. Parallel dazu sind weiterhin Angebote für den Magic7 Pro im Umlauf – etwa Varianten mit 512 GB Speicher und 12 GB RAM in einem oberen Mittelklasse-Preisbereich sowie eine 1-TB-Version mit 16 GB RAM als High-End-Option. Damit zeichnet sich die Positionierung klar ab: Der Magic8 Pro setzt sich als neuer Spitzenreiter an die Spitze der Reihe und dürfte preislich entsprechend darüber liegen.
Je näher der weltweite Marktstart rückt, desto stärker wird der Akku zum Gesprächsthema – in Tests, Kommentaren und Foren. China bekommt die Luxusausstattung mit maximaler Kapazität und 120-Watt-Ladeleistung, die globale Version bleibt sehr nahe dran und Europa erhält eine Variante, die etwas konservativer ausgelegt ist, aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt liegt. Solange unabhängige Benchmarks die drei Versionen nicht direkt gegeneinander antreten lassen, bleibt ein Rest Unsicherheit bei den exakten Laufzeiten. Klar ist aber jetzt schon: Egal ob in China, weltweit oder in der EU – der Honor Magic8 Pro ist ganz eindeutig auf lange Tage ohne Steckdose ausgelegt und gehört zu den spannendsten Akku-Favoriten unter den aktuellen Android-Flaggschiffen.
4 kommentare
Mir ist wichtiger, dass Akku und Software gut optimiert sind, als dass da nur eine große Zahl im Datenblatt steht
Warum nicht einfach überall die 7200 mAh lassen, wäre viel weniger verwirrend…
Typisch EU, wieder die “abgespeckte” Version bekommen 🙃
Wenn das Ding wirklich besser hält als der Magic7 Pro, ist es für mich ein heißer Upgrade-Kandidat