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Huawei Mate 70 Air: Dünn sein ohne die üblichen Opfer

von ytools
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Huawei Mate 70 Air ist kein weiteres Schaufensterstück für die „dünner ist besser“-Liga. Das Gerät will beweisen, dass ein 6,6 mm schlankes Chassis nicht zwangsläufig eine kleine Batterie, leises Display oder Magerkost bei der Leistung bedeutet.
Huawei Mate 70 Air: Dünn sein ohne die üblichen Opfer
Nach Wochen voller Leaks ist das Modell in China offiziell – und die Eckdaten klingen fast trotzig: 6.500 mAh Silizium-Kohlenstoff-Akku mit 66 W Laden, ein 7-Zoll-AMOLED mit 120 Hz und bis zu 4.000 Nits sowie 5G-Kirin unter der Haube. In einem Jahr, in dem „Air“ und „Edge“ oft mehr Show als Substanz waren, setzt Huawei auf Alltagstauglichkeit.

Design & Haptik: schlank mit Ansage

Mit 6,6 mm ist das Mate 70 Air nicht der absolute Dünnheitsrekord – aber klar im „Wie passt das alles rein?“-Club. Das Gewicht von 208 g erzählt die zweite Hälfte der Geschichte: Hier wurde nicht um jeden Preis Gramm gejagt, sondern Nutzdauer priorisiert. Die Optik bleibt Huawei-typisch edel: polierte Kanten, der markante runde Kameraring und drei auffällige Finishes, die nicht nur hübsche Namen sind: Gold-Silber-Brokat, Weiße Federrobe und Obsidian-Schwarz. IP68 ist an Bord – bei Flaggschiffen heute Pflicht und deshalb umso richtiger in einem „Air“.

Display: fast Tablet – nur ohne Faltkante

Die Front gehört fast komplett dem Panel: 7,0 Zoll, 2760 × 1320 Pixel, 120 Hz. Dazu verspricht Huawei bis zu 4.000 Nits Spitzenhelligkeit. Texte, Serien, Games, sogar Tabellen – alles hat Luft. Und dann der Joker: Stiftunterstützung. In einem Segment, in dem „dünn“ häufig „Basics only“ heißt, öffnet ein Stylus neue Workflows: handschriftliche Notizen in der Vorlesung, schnelle Skizzen beim Kundentermin, präzise Markups in PDFs – ohne auf ein Foldable oder Tablet ausweichen zu müssen.

Akku & Laden: dünn außen, dicke Reserven innen

Das Zahlen-Statement steckt im Akku: 6.500 mAh und 66 W per Kabel. In Community-Vergleichen hebt das Mate 70 Air sich um rund 1.500–1.700 mAh von den prominentesten Ultradünn-Konkurrenten ab – und liegt sogar etwa 1.700 mAh vor Motorolas schlanker Alternative. Wer Huawei kennt, weiß: das Energiemanagement der chinesischen ROMs arbeitet oft sehr strikt – manchmal zum Unmut von Multitaskern, meist zum Vorteil der Laufzeit. Ergebnis: ein Ultradünner, der nicht am Nachmittag nach der Steckdose schreit.

Chips & Speicher: zwei Kirins, beides 5G

Die Plattform hängt an der RAM-Stufe: 12 GB verbinden sich mit dem Kirin 9020B, 16 GB mit dem Kirin 9020A. Beim Speicher stehen 256 oder 512 GB zur Wahl. Wichtig: 5G ist in beiden Varianten an Bord – entgegen mancher Voraussage, Huawei würde beim „Air“ auf LTE zurückfallen. Entscheidend bleibt beim Import wie immer die Band-Kompatibilität in der Zielregion, aber aus Hardware-Sicht ist das Häkchen gesetzt.

Kameras: vernünftige Triade statt Showeffekte

Ultradünne Gehäuse zwingen Kameras oft in Kompromisse. Huawei packt eine 50 MP Hauptkamera, eine 12 MP Tele und eine 8 MP Ultraweit in den runden Bump; vorn sitzt eine 10,7 MP Selfie-Cam. Der Ansatz ist realistisch: konsistente Ergebnisse über Rechenfotografie statt „Physik-Wunder“. Besonders die dedizierte Tele hebt das Mate 70 Air von einigen Dünn-Gegnern ab, die für ein paar Zehntel Millimeter auf echten Zoom verzichten.

Konfigurationen & Preise (China)

  • 12 GB + 256 GB – CNY 4.199 (≈ 590 US-$)
  • 12 GB + 512 GB – CNY 4.699 (≈ 660 US-$)
  • 16 GB + 256 GB – CNY 4.699 (≈ 660 US-$)
  • 16 GB + 512 GB – CNY 5.199 (≈ 730 US-$)

Viele rechneten bei einem „Air“ mit Boutique-Preisen. Tatsächlich bleibt selbst die 16/512-Spitze in China unter den Basisversionen mancher ultradünnen Konkurrenz. Zusammen mit Akku, IP-Rating und Display ist das ein starkes Verkaufsargument – zumindest dort, wo das Gerät offiziell angeboten wird.

Gegner & Zielbild: iPhone Air und Galaxy S25 Edge

Die Adressaten sind klar: iPhone Air und Galaxy S25 Edge. Diese punkten mit Federgewicht und fast schon unglaublicher Schlankheit; Huawei kontert mit Ausdauer, größerer Fläche und Stift. Der Preis dafür: 208 g auf der Waage und ein 7-Zoll-Brett, das beim Telefonieren borderline komisch wirkt. Beim Serienmarathon, Lesen, Zocken oder Multitasking fühlt es sich dagegen goldrichtig an.

Software-Realität: China-Start und bekannte Einschränkungen

Vorerst gibt es das Mate 70 Air nur in China – und es ist gut möglich, dass es dabei bleibt. Import ist natürlich möglich, aber: keine Google Mobile Services ab Werk, stattdessen Huaweis eigenes Ökosystem. Wer damit leben kann oder will, bekommt viel Hardware fürs Geld; wer beruflich und privat tief im Google-Kosmos steckt, muss Workarounds einkalkulieren – oder die Finger davon lassen.

Lesart der Community: „So macht man dünn richtig“

In frühen Reaktionen kristallisieren sich drei Kernaussagen: Erstens liefert das Mate 70 Air die erhoffte Dünn-ohne-Laufzeit-Opfer-Kombination. Zweitens ist der Preis (in China) weniger abgehoben als befürchtet und stellt einige Mitbewerber bloß. Drittens5G ist da, entgegen etlicher Prognosen. Wer zuvor Batteriemythos und Funk-Skepsis gepflegt hat, serviert sich in den Kommentaren inzwischen mit Humor „Humble Pie“.

Für wen eignet sich das Mate 70 Air?

Für alle, die Eleganz und Substanz nicht gegeneinander ausspielen wollen. Multimedia-Fans freuen sich über die große, schnelle Anzeige und den Akku; Vielreisende über IP68; Notiz-Menschen über den Stylus. Wer das allerleichteste Gerät sucht oder strikt auf Google-Dienste angewiesen ist, sollte Alternativen prüfen. Für den Rest ist das Mate 70 Air ein Statement: dünn, aber erwachsen.

Fazit

Huawei Mate 70 Air ist die Gegenrede zu einem Trend, der zu oft nur Catwalk war. Schlank, ja – aber mit großer Batterie, großer Bühne und großem Nutzwert. In einer Saison der Kompromisse liefert Huawei ein Ultradünn-Telefon, das im Alltag nicht dünn wirkt.

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