
Intel plant Arrow Lake Refresh 2026, Nova Lake 2026/27 und setzt beim 14A-Prozess auf externe Kunden
Intel hat seinen Ausblick für die nächsten Jahre im CPU- und Fertigungsbereich konkretisiert: Ein Refresh der Arrow-Lake-Desktop-Prozessoren kommt in der ersten Hälfte 2026, gefolgt vom Start der neuen Nova-Lake-Generation Ende 2026 bis hinein ins Jahr 2027. Gleichzeitig wurde klar, dass der 18A-Knoten weiterhin primär für interne Produkte gedacht ist, während der kommende 14A-Prozess erstmals von Beginn an für externe Kunden optimiert wird. Diese Strategie stellte John Pitzer, Senior Vice President Corporate Relations bei Intel, auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference vor.
Die Pläne zeigen, wie Intel versucht, die Lücken im Desktop-Segment zu schließen, in dem AMD und ARM zuletzt stärker geworden sind. Trotz Rückschlägen dominiert Intel weiterhin den PC-Markt: Rund sieben von zehn ausgelieferten PCs enthalten einen Intel-Prozessor. Doch gerade im High-End-Desktop-Bereich hat die Konkurrenz in den letzten Jahren Boden gutgemacht, und Intel muss nachlegen.
Arrow Lake Refresh: Überbrückung bis Nova Lake
Die aktuelle Generation „Core Ultra Series 2“ unter dem Codenamen Arrow Lake konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Deshalb bringt Intel 2026 ein Refresh, das mit bestehenden LGA-1851-Mainboards kompatibel bleibt. Nutzer können also aufrüsten, ohne eine komplett neue Plattform kaufen zu müssen. Der Refresh wird als Zwischenschritt gesehen, um Marktanteile zu sichern und den Übergang zu Nova Lake vorzubereiten.
Nova Lake: bis zu 52 Kerne für den Massenmarkt
Die eigentliche große Neuerung ist Nova Lake. Ab Ende 2026 startet die „Core Ultra Series 4“ mit Unterstützung für den neuen Sockel LGA 1954. Intel verspricht eine massive Leistungssteigerung – mit bis zu 52 Kernen in der Spitze. Damit soll Nova Lake direkt gegen AMDs kommende Zen-6-Architektur antreten. Geplant ist ein gestaffelter Launch: zunächst die „K“-Modelle für Enthusiasten und Gamer, danach günstigere Non-K-Varianten sowie mobile Versionen.
18A: Fokus auf interne Produkte
Der Fertigungsknoten 18A wird erstmals Ende 2025 in Panther Lake (Core Ultra Series 3) eingesetzt, aber auch Nova Lake erhält einzelne Tiles auf Basis von 18A – sowohl im Notebook- als auch im Desktop-Bereich. Dennoch betont Intel, dass 18A im Wesentlichen für interne Zwecke entwickelt wurde. Externe Kunden waren in der Definitionsphase kaum eingebunden, was die Attraktivität als Foundry-Prozess einschränkt. Manche Partner akzeptieren das, andere kritisieren fehlende Flexibilität.
14A: von Anfang an kundenorientiert
Mit 14A schlägt Intel einen neuen Weg ein: Externe Kunden wurden bereits in der Definitionsphase beteiligt, sodass deren Anforderungen an PDK-Reife, Yield-Kurven und Design-Entscheidungen berücksichtigt werden. Ziel ist es, 14A zu einem Prozess zu machen, der nicht nur Intels eigene Produkte, sondern auch die Bedürfnisse großer Foundry-Kunden erfüllt. Damit will Intel ein ernstzunehmender Wettbewerber für TSMC werden. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob genügend Großkunden frühzeitig gewonnen werden können.
Laptops laufen gut, Desktops hinken hinterher
Während im Desktop-Bereich Nachholbedarf besteht, läuft es bei Notebooks deutlich besser. Lunar Lake überzeugte mit beeindruckender Energieeffizienz – laut Intel reicht bei manchen Geräten eine Akkuladung für fast eine Woche. Panther Lake wird Ende 2025 nachlegen, die ersten Modelle erscheinen noch im gleichen Jahr, weitere Varianten folgen in der ersten Jahreshälfte 2026. Damit bleibt Intel im Mobile-Segment konkurrenzfähig, während im Desktop-Bereich die Wende mit Nova Lake kommen soll.
Marktanteile und Konkurrenz
Die Marktaufteilung bleibt deutlich: Intel liegt bei rund 70 Prozent, AMD bei 20 Prozent, ARM bei etwa 10 Prozent. Doch die Dynamik ist klar: AMD bereitet Zen 6 vor, ARM gewinnt im Notebook-Bereich. In Rechenzentren und im AI-Markt hat Intel dagegen große Probleme – NVIDIA und AMD dominieren. Zwar sind mit Jaguar Shores und den Arc-GPUs neue Produkte in der Pipeline, doch deren Wettbewerbsfähigkeit bleibt abzuwarten. Während die integrierten Arc-Grafikeinheiten solide sind, konnten die dedizierten Desktop-GPUs bisher kaum Fuß fassen.
Fazit: Entscheidende Jahre für Intel
Intel setzt auf eine Doppelstrategie: Arrow Lake Refresh als kurzfristige Absicherung, Nova Lake als große Offensive im Desktop-Segment und 14A als Türöffner für das Foundry-Geschäft. Wenn es gelingt, externe Kunden frühzeitig zu binden und gleichzeitig im CPU-Bereich die Performance-Krone zurückzuholen, könnte Intel ab 2026 wieder an alte Stärke anknüpfen. Wenn nicht, droht die Kluft zu AMD, ARM und TSMC noch größer zu werden. Die Jahre 2026 und 2027 werden also entscheidend für Intels Zukunft.
1 kommentar
Wieder ein Roadmap-Kopium, herrlich 🤣