Startseite » Nicht kategorisiert » Intel Arrow Lake Refresh Plus: kleiner Refresh mit großer Plattformwirkung

Intel Arrow Lake Refresh Plus: kleiner Refresh mit großer Plattformwirkung

von ytools
2 kommentare 7 ansichten

Intel bereitet offenbar das nächste Kapitel seiner Desktop-CPUs vor: Arrow Lake Refresh mit dem Zusatz Plus.
Intel Arrow Lake Refresh Plus: kleiner Refresh mit großer Plattformwirkung
Keine komplette Neuentwicklung, sondern ein klassisches Feintuning – aber eins, das an mehreren Stellschrauben gleichzeitig dreht. Etwas höhere Taktraten, mehr E-Cores und offiziell schnellere DDR5-Module sollen die Core-Ultra-9-, -7- und -5-Modelle attraktiver machen. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein weiteres kleines Zwischen-Update, für viele PC-Bauer und Upgrader könnte es 2025 aber trotzdem eine ziemlich relevante Generation werden.

Interessant ist vor allem, wie hoch die Trefferquote dieses "Leaks" einzuschätzen ist. Verschiedene Quellen erzählen im Kern die gleiche Geschichte: gleiche Modellnamen, sehr ähnliche Angaben zu Kernzahlen, Taktraten und Speicherunterstützung. Auf einer Skala von wilden Spekulationen bis zu "praktisch sicher" landet Arrow Lake Refresh Plus klar am oberen Ende. Die Story: Core Ultra 9 290K Plus rückt an die Stelle des 285K, Core Ultra 7 270K Plus ersetzt den 265K und Core Ultra 5 250K Plus positioniert sich über dem 245K. Kein Quantensprung, aber ein ziemlich konsistenter Schritt.

Was hinter dem "Plus" wirklich steckt

Das Plus-Label steht sinnbildlich für Intels Strategie: Die Hybrid-Architektur bleibt, der Fertigungsprozess bleibt, aber der existierende Entwurf wird aggressiver ausgereizt. Besseres Binning, feinjustierte Boost-Kurven, etwas mehr Kerne in der Mitte der Produktpalette und ein offizielles Upgrade bei der DDR5-Unterstützung – fertig ist die Refresh-Generation. Statt den ganz großen Wurf à la Nova Lake vorwegzunehmen, versucht Intel, aus Arrow Lake noch einmal die letzten Prozentpunkte herauszuholen und die Modellstaffelung klarer zu zeichnen.

Das Flaggschiff Core Ultra 9 290K Plus hält an 24 Kernen fest – 8 Performance-Kerne und 16 Efficient-Kerne – kombiniert mit einem dicken Cache-Paket. Neu ist die etwas aggressivere Taktung: Der maximale Boost der P-Cores steigt um rund 100 MHz gegenüber dem 285K, Thermal Velocity Boost soll Spitzen um 5,8 GHz ermöglichen. Auch die E-Cores bekommen voraussichtlich einen kleinen Schub und takten im Turbo-Bereich etwa 200 MHz höher als zuvor. Auf dem Papier wirkt das nach "Peanuts", in einem Design, das ohnehin sehr nah an den Grenzen von Spannung und Temperatur arbeitet, sind solche Schritte aber alles andere als trivial.

Genau hier entsteht der typische Spagat: Für Benchmarks, Low-Res-Gaming mit High-End-GPU und Overclocking-Wettbewerbe kann jeder zusätzliche hundert Megahertz helfen, das letzte Quäntchen herauszudrücken. Für den normalen Alltagsbetrieb wird man davon kaum viel merken. Entsprechend ist klar, warum sich in Kommentarspalten bereits Witze darüber häufen, dass Intel sich ernsthaft mit +100 MHz "brüstet". Aber wer an der absoluten Performance-Spitze mitspielen will, weiß, dass solche Kleinigkeiten in Summe den Unterschied machen können.

Core Ultra 7 270K Plus: der heimliche Star

Noch spannender als der Ultra 9 ist der Core Ultra 7 270K Plus. Hier setzt Intel nicht nur am Takt an, sondern ändert die Kernkonfiguration selbst. Statt 20 Kernen (8P + 12E) soll der 270K Plus mit 24 Kernen (8P + 16E) antreten – also derselben Gesamtkernzahl wie der Ultra 9, nur mit etwas anderem Feintuning. Die TDP-Basis von 125 Watt und typische kurzzeitige Power-Limits um 250 Watt bleiben im bekannten Rahmen.

Wer die jüngere Intel-Historie verfolgt hat, fühlt sich an den Schritt vom Core i7-13700K zum 14700K erinnert: Auch damals war der i7 der heimliche Gewinner der Refresh-Runde, weil er zusätzliche E-Cores bekam und damit auffällig nah an den i9 heranrückte. Genau dieses Muster zeichnet sich beim 270K Plus ab. Für Nutzer, die viel parallel machen – Streamer, Content-Creator, Entwickler mit mehreren VMs, Power-User mit ständig offenen zig Tabs und Hintergrundprozessen – sind zusätzliche E-Cores oft wertvoller als noch ein paar Megahertz auf den P-Cores.

Natuurlijk hat das auch eine Kehrseite: In vielen Spielen, gerade in GPU-limitierten Szenarien, bringen zusätzliche E-Cores nur wenig, während eine stärkere einzelne Thread-Performance weiterhin König bleibt. Wer einen reinen Gaming-PC plant, wird daher vielleicht mit der Stirn runzeln und sich weiterhin ein "All-P-Core-Monster" wünschen. Aber Intel hat sich klar zur Hybrid-Strategie bekannt – und Arrow Lake Refresh Plus geht diesen Weg konsequent weiter, statt ihn zurückzudrehen.

Core Ultra 5 250K Plus: das neue Preis-Leistungs-Schwergewicht

In der Mittelklasse wirkt der Core Ultra 5 250K Plus wie der spannendste Kandidat. Statt 14 Kernen (6P + 8E) soll der Chip künftig 18 Kerne (6P + 12E) bieten, dazu kommt ein leichter Boost beim maximalen P-Core-Takt um rund 100 MHz. In Summe entsteht ein Prozessor, der merklich mehr Threads als sein Vorgänger bereitstellt, ohne in Preis und Leistungsaufnahme direkt in die Ultra-7-Regionen abzudriften.

Genau hier liegt das Potenzial für klassische Gaming- und Allround-Systeme: Wer zocken, nebenbei streamen, Video schneiden oder einfach viele Apps parallel geöffnet haben möchte, braucht nicht zwingend einen Ultra 9. Ein kräftiger Ultra 5 mit solider Kernzahl und moderater TDP kann der bessere Sweet Spot sein – vor allem, wenn die Plattform drumherum stimmt.

DDR5-7200 als stiller Hauptdarsteller

Ein Upgrade, das auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, in der Praxis aber viel Einfluss haben kann, ist die offiziell angehobene Spezifikation für DDR5-RAM. Arrow Lake Refresh Plus soll DDR5-7200 als unterstützten Standard mitbringen, ein deutlicher Sprung gegenüber DDR5-6400 bei den bisherigen K-SKUs. Für die Community ist das fast schon eine nachträgliche Bestätigung dessen, was viele Enthusiasten längst tun: Speicher jenseits der 7000-MT/s-Marke fahren, solange Board, CPU und XMP-Profil mitspielen.

Mit einer höheren offiziellen Freigabe sinkt zumindest das Gefühl, im Dauer-Beta-Test zu leben. Mainboard-Hersteller können BIOS-Versionen gezielter auf hohe Taktungen auslegen, RAM-Anbieter bekommen ein neues Marketing-Ziel, und Overclocker müssen weniger hart gegen die Spezifikationsgrenzen anrennen. In der Praxis sorgt mehr Speicherbandbreite selten für dramatische Wunder, kann aber in speicherlastigen Anwendungen, in bestimmten Creator-Workloads und bei den berüchtigten "1-%-Lows" in Spielen spürbare Vorteile bringen.

Linie, Wirkung und der Vorwurf des "Mehr vom Gleichen"

Setzt man alle geleakten Eckdaten nebeneinander, entsteht ein recht klares Bild. Core Ultra 9 290K Plus bleibt der Aushängeschild-Chip mit 8P + 16E, hohem Boost und nun schnellem DDR5-7200. Core Ultra 7 270K Plus rückt mit ebenfalls 24 Kernen sehr dicht an den i9 heran und dürfte damit für viele Power-User die rationalere Wahl werden. Core Ultra 5 250K Plus vollzieht den größten relativen Sprung, indem er seine Kernzahl kräftig erhöht und die gleiche Speicherbasis übernimmt.

Gleichzeitig ist verständlich, warum manche die Serie jetzt schon als "DOA" abstempeln. Wer nur auf die Schlagworte schaut – "+100 MHz", "mehr E-Cores", "Refresh" – der bekommt schnell den Eindruck, Intel trete auf der Stelle und spiele nur Namens-Bingo, während alle auf den großen Nova-Lake-Wurf warten. Diese Wahrnehmung passt gut zum Meme-Tempo im Netz, bildet aber nicht unbedingt die Realität typischer Upgrade-Zyklen ab.

Die wenigsten tauschen jedes Jahr CPU und Board. Für Nutzer mit Plattformen aus der 10. oder 11. Core-Generation bedeutet ein Sprung auf Arrow Lake Refresh Plus nicht "50 MHz mehr", sondern einen kompletten Generationswechsel: deutlich mehr Threads, moderne DDR5-Unterstützung, PCIe-5.0-Optionen, optimierte Hybrid-Scheduler und mehrere Jahre Software-Feinschliff in Spielen und Anwendungen. Wer dagegen bereits einen gut getunten 13700K oder vergleichbares besitzt, wird die Refresh-Generation realistisch vor allem auf Folien und in Benchmarks spüren – nicht im Alltag.

Lohnt das Warten auf Arrow Lake Refresh Plus?

Unterm Strich läuft vieles auf eine nüchterne Einschätzung hinaus. Arrow Lake Refresh Plus zeichnet sich weniger als Pflicht-Upgrade ab, sondern als kluges Konsolidierungs-Release. Wer sowieso einen neuen Rechner plant, kann die Plus-Modelle als "reifste" Ausbaustufe der Arrow-Lake-Plattform einplanen – mit klarer Speicherstrategie, feinerer Segmentierung zwischen Ultra 5, 7 und 9 und einem Timing, das gut in viele Upgrade-Zyklen passt.

Der Core Ultra 7 270K Plus dürfte für viele anspruchsvolle Nutzer der spannendste Kandidat sein: fast Flaggschiff-Feeling bei der Kernzahl, aber ohne die Preiskeule der Ultra-9-Serie. Der Core Ultra 5 250K Plus sieht nach einem typischen "vernünftigen" Prozessor aus, der in unzähligen Gaming- und Creator-PCs landen könnte. Und der Core Ultra 9 290K Plus bleibt das Schaufenster – für Enthusiasten, Rekordjäger und alle, die auf ihrer Teileliste ganz oben einfach "das Beste" stehen haben wollen.

Wer dagegen auf die ganz große Revolution hofft, wird Arrow Lake Refresh Plus eher als taktischen Zwischenschritt sehen. Die gute Nachricht: Wenn die Leaks stimmen, ist das Bild der kommenden Produktlinie bereits erstaunlich klar. Genau das macht es einfacher, in Ruhe zu planen, ob der nächste Build auf dieser Generation aufsetzen soll – oder ob man doch noch auf den nächsten großen Architektur-Sprung wartet.

Das könnte Ihnen auch gefallen

2 kommentare

EchoChamber January 3, 2026 - 3:20 pm

Für mich ist das beste Upgrade ehrlich gesagt DDR5-7200 offiziell. Endlich weniger Nervenkitzel, ob XMP heute wieder Lust hat zu booten

Antworten
FaZi January 19, 2026 - 1:21 pm

Alle lachen über +100 MHz, aber bei 5,x GHz aus so einem Chip noch was rauszuquetschen ist halt nicht ganz so easy wie im Meme 🙃

Antworten

Einen Kommentar hinterlassen