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Intel will mit KI und 14A bis 2027 die Wende schaffen

von ytools
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Intel versucht erneut, sich im Halbleitermarkt neu zu positionieren – diesmal mit einem klaren Fokus auf Unternehmenskultur, Verantwortlichkeit und einer ambitionierten KI-Strategie. Auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference erklärte John Pitzer, Vice President für Corporate Planning und Investor Relations, wie CEO Lip-Bu Tan die schwerfällige Organisation umbaut, Hierarchien abbaut und den Konzern fit für die Zukunft machen will.
Intel will mit KI und 14A bis 2027 die Wende schaffen
Das Ziel: Intel soll schneller entscheiden, effizienter arbeiten und in einem Markt bestehen, der aktuell klar von NVIDIA und TSMC dominiert wird.

Pitzer betonte, dass vergangene „Restrukturierungen“ bei Intel im Kern nur Sparmaßnahmen waren, ohne die Art und Weise der Zusammenarbeit grundlegend zu verändern. Unter Tan sei es anders: Er hat die elf Managementebenen fast halbiert, um die Entscheidungswege zu verkürzen. Zudem gilt seit Kurzem eine Rückkehrpflicht ins Büro – ein Schritt, der in der Tech-Branche umstritten ist, aber Tans Anspruch auf mehr Disziplin und Rechenschaftspflicht verdeutlicht.

Intel verfolgt dabei vier Hauptprioritäten: Erstens, das angeschlagene x86-Geschäft stabilisieren. Zweitens, eine glaubwürdige KI-Strategie entwickeln. Drittens, das Foundry-Geschäft profitabel machen. Und viertens, die Bilanz stärken, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. CFO David Zinsner hat bereits Maßnahmen zur finanziellen Konsolidierung vorgestellt, doch die eigentliche Bewährungsprobe liegt in den anderen drei Bereichen.

Besonders im Bereich Künstliche Intelligenz sieht Intel Chancen. Pitzer räumte ein, dass Investoren bislang nur vage Ankündigungen gehört haben und forderte mehr Transparenz. Das traditionelle x86-Geschäft könne langfristig ein Wachstum von drei bis fünf Prozent sichern – zu wenig für Tans Ambitionen. Deshalb müsse Intel im KI-Sektor Fuß fassen. Laut Pitzer verfügt das Unternehmen über einen Vorteil bei Inferenz-Workloads und Edge-Szenarien, wo Energieeffizienz und geringe Latenz entscheidend sind. Genau hier möchte Intel „disruptiv“ auftreten und Alternativen zu NVIDIA bieten.

Die Skepsis ist dennoch groß. Schon oft hat Intel große Versprechen gemacht und wenig geliefert. Zweifel entstanden zuletzt rund um den 14A-Prozess, als das Management signalisierte, dass Investitionen vom Kundeninteresse abhängen könnten. Die Aktie brach ein. Nun betont Pitzer, dass Intel „voll und ganz“ auf 14A setzt und externe Kunden bereits in der Definitionsphase eingebunden werden – ein Unterschied zum 18A, wo dies erst später geschah. So will Intel Fehlentwicklungen vermeiden und die Technologien frühzeitig auf Marktbedürfnisse abstimmen.

Fertigungstechnologien sind im Halbleitermarkt das Zünglein an der Waage. Laut Pitzer liegen PDK-Reife und Yield-Kurve beim 14A im Plan. Sollte alles funktionieren, könnte die Massenproduktion 2026 oder 2027 starten. Dennoch bleibt die Frage, ob Intel es schafft, die Produktionsstärke von TSMC auch nur ansatzweise zu erreichen.

Beim Foundry-Geschäft verfolgt Intel ein konservatives Ziel: operatives Break-even bis Ende 2027. Das Besondere: Man will nicht zwingend auf hohe Umsätze mit externen Kunden angewiesen sein, sondern primär durch den Eigenbedarf mit 18A die nötigen Stückzahlen erreichen. Kritiker sehen darin ein Risiko – ohne große externe Aufträge werde es schwer, TSMC wirklich Paroli zu bieten, denn dort wächst man gerade durch Mut zu Masse und externem Vertrauen.

Alles in allem präsentiert sich Intel unter Tan entschlossener als zuvor: weniger Bürokratie, mehr Tempo, mehr Mut zur Veränderung. Doch am Ende entscheidet nicht die Strategie auf dem Papier, sondern die Umsetzung in der Praxis. In den kommenden zwei bis drei Jahren wird sich zeigen, ob Intel tatsächlich in der Lage ist, KI disruptiv zu prägen oder ob es bei großen Worten bleibt.

Fazit: Intel hat klare Ziele formuliert und zeigt sich bereit, alte Strukturen zu brechen. Doch die Branche wartet auf Beweise – und Konkurrenz wie NVIDIA und TSMC schläft nicht.

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2 kommentare

8Elite November 22, 2025 - 12:14 am

sie haben doch selbst gesagt, dass sie bei KI hinterherhinken

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Ray8er January 9, 2026 - 1:50 am

weniger Bürokratie ist gut, aber zurück ins Büro? altmodisch

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