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Intel Panther Lake Arc B390: iGPU-Leak, der Radeon 890M und Einsteiger-dGPUs unter Druck setzt

von ytools
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Wer früher an integrierte Grafik von Intel dachte, hatte meistens Office, YouTube und maximal League of Legends im Kopf. Mit dem Panther Lake Arc B390 zeichnet sich ein anderes Bild ab.
Intel Panther Lake Arc B390: iGPU-Leak, der Radeon 890M und Einsteiger-dGPUs unter Druck setzt
Ein neuer Eintrag in der PassMark-Datenbank zeigt einen iGPU-Leak, der nicht nur alte Intel-Lösungen deutlich hinter sich lässt, sondern auch direkt in den Revierkampf mit AMDs RDNA-3.5-iGPUs wie der Radeon 890M einsteigt. Wenn sich diese Zahlen in echten Geräten bestätigen, könnten ultradünne Notebooks und Gaming-Handhelds plötzlich sehr viel spannender werden.

Der Arc B390 ist die voraussichtliche Spitzenkonfiguration der integrierten Grafik in den kommenden Intel Core Ultra Series 3 „Panther Lake“. Im Vollausbau bringt das iGPU-Paket bis zu 12 Xe3-Kerne mit
Intel Panther Lake Arc B390: iGPU-Leak, der Radeon 890M und Einsteiger-dGPUs unter Druck setzt
. Darunter sollen Varianten wie Arc B380, B370 und B360 mit weniger Kernen folgen, um vom günstigen Office-Laptop bis zum Premium-Ultrabook und Handheld alles abdecken zu können. Die Botschaft ist klar: Grafik ist bei Panther Lake kein Nebengedanke mehr, sondern ein Kern-Feature.

PassMark-Leak: großer Sprung innerhalb des Intel-Portfolios

Der zentrale Wert aus dem Leak: Im PassMark-Grafiktest erreicht der Intel Arc B390 rund 9453 Punkte. Für einen integrierten Grafikchip ist das ein Ausrufezeichen. Zum Vergleich: Der Arc 140V in Lunar Lake mit 8 Xe2-Kernen liegt bei ungefähr 5173 Punkten. Rein synthetisch betrachtet sprechen wir also von einem Plus von rund 83 % gegenüber dem direkten Vorgänger in der gleichen Produktfamilie.

Auch der Arc 140T mit 8 Xe+-Kernen, der etwa 5635 Punkte erzielt, wird deutlich überflügelt – hier liegt der B390 bei ungefähr 67 % mehr Leistung. Damit wird zum ersten Mal sichtbar, dass Intels neue Xe3-Architektur nicht nur Feintuning ist, sondern einen echten Generationssprung darstellen kann, zumindest in diesem Benchmark.

Noch spannender wird es im Vergleich zu älteren diskreten GPUs von Intel. Die Arc A380 mit 8 Alchemist-Kernen kommt auf etwa 6295 Punkte, der B390 setzt sich mit ungefähr 50 % Vorsprung ab. Sogar die mobile Arc A530M, die ebenfalls 12 Kerne besitzt, aber noch auf Alchemist basiert, liegt gut 18 % hinten. Kurz gesagt: Der neue Top-iGPU von Panther Lake fängt an, frühere Einsteiger-dGPUs aus dem eigenen Haus überflüssig aussehen zu lassen.

Intel Arc B390 vs. Radeon 890M: AMD spürt den Atem im Nacken

Die eigentliche Gretchenfrage lautet natürlich: Wie schlägt sich der B390 gegen AMD? Laut Leak erzielt der Radeon 890M – ein RDNA-3.5-iGPU mit 16 Compute Units in Ryzen-Strix-Point-APUs – etwa 8166 Punkte. Verglichen mit den 9453 Punkten des B390 ergibt das einen Vorsprung von ungefähr 16 % zugunsten Intel in diesem Test.

Der 890M gilt derzeit als eine Art Referenz unter leistungsstarken iGPUs im Mainstream-Notebook-Bereich. Dass Intel hier in der synthetischen Messung vorbeizieht, ist ein deutliches Signal. Gleichzeitig arbeitet AMD bereits an schnelleren Varianten für die kommende Ryzen-AI-400-Generation („Gorgon“), bei denen der iGPU-Takt in Richtung 3,1 GHz gehen soll. Je nachdem, wie aggressiv AMD Takt, Power und Speicheranbindung ausreizt, kann sich der Abstand in beide Richtungen verschieben.

In Diskussionen tauchen außerdem andere Vergleichswerte auf: So erreichen bestimmte Hybridsysteme wie Konfigurationen rund um 8060S im PassMark Graphics teils 22.500 bis 24.000 Punkte – also mehr als das Doppelte eines B390. Das zeigt: Im typischen Laptop-Segment steht der B390 sehr gut da, er ist aber nicht automatisch die absolute Spitze dessen, was mit integrierter Grafik möglich ist.

Synthetische Benchmarks vs. echte Spiele

Ein wichtiger Punkt geht im Zahlenrausch oft unter: PassMark bildet die Realität nur sehr eingeschränkt ab. Das sieht man daran, wie der Arc 140V derzeit in den Charts wirkt. In den Tabellen liegt er klar hinter dem Radeon 890M, während er in echten Spielen mit aktuellen Treibern und passenden Settings häufig aufschließt oder sogar vorbeiziehen kann. Das spricht dafür, dass PassMark bestimmte Eigenheiten der Xe2-Architektur schlicht nicht optimal nutzt.

Dass Xe3 im selben Tool deutlich besser aussieht, kann zweierlei bedeuten: Ja, es wird echte architektonische Fortschritte geben – aber offensichtlich optimiert Intel seine Software auch zielgerichtet auf die neue Generation. Trotzdem bleibt ein Dauerthema in der Community: Treiberqualität. Seit dem Launch der ersten Arc-dGPUs hat Intel zwar deutlich nachgebessert, doch viele erinnern sich noch an wackelige Day-1-Erfahrungen und sind entsprechend vorsichtig, wenn ein Balkendiagramm zu schön aussieht.

Hinzu kommt, dass synthetische Tests nicht alle Workloads gleich behandeln. Nutzer weisen etwa darauf hin, dass eine Radeon 7600M in Spielen eher in Richtung Laptop-RTX-4060 tendiert als in Richtung 3050, auch wenn manche Tabellen etwas anderes suggerieren. Kurzum: Die PassMark-Werte sind ein interessanter Fingerzeig, aber noch lange kein finales Urteil über Gaming-Performance.

Leistungsaufnahme, Speicher und die Handheld-Frage

Noch kritischer als die reine Punktzahl ist für viele die Frage nach der Leistungsaufnahme. Der Leak verrät nicht, in welchem TDP-Fenster der Panther-Lake-Chip getestet wurde. Ein SoC im quasi-Desktop-Modus mit einem mobilen AMD-APU zu vergleichen, der auf 15 oder 28 Watt begrenzt ist, ist kaum sinnvoll. Für Handhelds und besonders dünne Notebooks sind realistische Zahlen im Bereich von 7 bis 16 Watt entscheidend, nicht nur der Peak im Turbo.

Ebenso entscheidend ist die Speicherkonfiguration. RDNA-3.5-iGPUs verhalten sich mit klassischem SO-DIMM spürbar anders als mit schnellem LPDDR5X, und bei Arc B390 wird es nicht anders sein. Integrierte Grafik nutzt System-RAM als Grafikspeicher, Bandbreite und Latenz können also über Wohl und Wehe der FPS entscheiden. Jeder Vergleich, der Speichertyp, Takt und Kanalbreite verschweigt, liefert bestenfalls eine halbe Wahrheit.

Trotz dieser Fragezeichen ist die Richtung klar: Der B390 soll zur Vorzeigelösung für dünne Gaming-Notebooks und Handheld-PCs ohne dedizierte GPU werden. Die Unterstützung aktueller Features wie XeSS 3 MFG mit Upscaling und Frame-Generation passt perfekt zu typischen Handheld-Auflösungen, bei denen solche Technologien Bildrate und Akkulaufzeit gleichzeitig retten können.

Was Enthusiasten sich von Intel wünschen

Wenig überraschend hat der Leak die Fantasie der Enthusiasten befeuert. Wenn 12 Xe3-Kerne als iGPU in synthetischen Tests schon in die Nähe einer Radeon 7600M kommen und in die Region einer Laptop-RTX-3050 hineinragen, liegt der Wunsch auf der Hand: Wie sähe eine Desktop-GPU mit 32 oder 48 Xe3-Kernen, GDDR7 und 384-Bit-Interface aus? Die aktuelle Arc-Generation hat gezeigt, dass Intel im Preis-Leistungs-Segment mitspielen kann; jetzt hofft man auf eine wirklich ausgereifte Battlemage- oder Xe3P/Celestial-Generation.

Auf der Roadmap stehen bereits weitere Schritte wie Celestial in Kombination mit Nova Lake. Wenn Xe3 tatsächlich eine sauber durchoptimierte Weiterentwicklung von Xe2 ist, könnten künftige Generationen nicht nur mehr Rohleistung, sondern auch stabilere Software bringen – weg vom Gefühl, dauerhaft Beta-Tester zu sein.

Im Ergebnis wird der Panther Lake Arc B390 zu einem wichtigen Prüfstein für Intel. Gelingt es, in realen Spielen bei vernünftigen TDPs und schneller Speicheranbindung einen Vorsprung gegenüber dem Radeon 890M zu halten und gleichzeitig mit reifen Treibern zu starten, ist AMD nicht länger alleiniger Platzhirsch im Feld der starken iGPUs. Für Käufer heißt das: mehr Auswahl, mehr Wettbewerb – und idealerweise bessere Geräte zu vernünftigen Preisen.

Stand heute kann man festhalten: Der B390 wirkt in synthetischen Benchmarks äußerst überzeugend, rüttelt an älteren Arc-Modellen und kratzt am Komfortbereich von AMD. Das endgültige Urteil fällt aber erst, wenn die ersten Notebooks und Handhelds mit Panther Lake im Handel stehen – mit veröffentlichten TDP-Werten, transparenter Speicherkonfiguration und echten Gaming-Tests. Bis dahin bleibt der Chip kein „AMD-Killer“, sondern vor allem ein starkes Signal, dass der iGPU-Kampf endlich wieder Fahrt aufnimmt – sehr zur Freude aller, die ohne teure dedizierte GPU spielen wollen.

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1 kommentar

Vitalik2026 December 18, 2025 - 11:35 pm

Wenn der B390 seinen Vorsprung gegenüber dem 890M bei 15 W halten kann, muss AMD wirklich Gas geben, sonst wird das im iGPU-Segment ungemütlich

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