Apple arbeitet im Hintergrund bereits an der nächsten Generation seiner günstigeren iPhones, und in der Gerüchteküche taucht dabei immer wieder ein Name auf: iPhone 17e. Wenn die Zeitpläne aus der Lieferkette stimmen, soll das Modell in der ersten Jahreshälfte 2026 erscheinen und das iPhone 16e als günstigsten Einstieg ins iOS-Ökosystem ablösen. 
Anders als die Pro-Modelle wird es aber kaum als große Bühne für neue Technologien dienen, sondern eher als bewusst abgespeckter Begleiter im Schatten der übrigen iPhone-17-Familie.
Bevor man die kolportierten Daten als gesetzt betrachtet, lohnt sich der Blick auf die Verlässlichkeit der Leaks. Auf Basis der bisherigen Hinweise lässt sich der iPhone-17e-Kanon ungefähr in die Kategorie „plausibel“ einordnen – grob 60 Prozent Wahrscheinlichkeit. Die Quellen sind nicht völlig zweifelhaft, aber die gegenseitige Bestätigung zwischen unabhängigen Berichten ist noch dünn. Gleichzeitig passen Technik und Zeitachse erstaunlich gut zu Apples gewohnten Entwicklungszyklen, was dafür spricht, dass zumindest die grobe Richtung stimmt, auch wenn sich Details bis 2026 noch verschieben können.
Am klarsten zeichnet sich aktuell das Displaybild ab. Mehrere Branchenberichte aus Korea und China sehen den Hersteller BOE als Hauptlieferanten für die OLED-Panels des iPhone 17e. Zum Einsatz kommen soll ein LTPS-OLED, also eine vergleichsweise kostengünstige Technik, während die teureren LTPO-Displays mit variabler Bildwiederholrate den Top-Modellen vorbehalten bleiben. Samsung und LG Display würden demnach zwar ebenfalls liefern, aber nur ergänzend, während BOE den Großteil der Bestellungen einstreicht – ein wichtiges Signal dafür, wie ernst Apple den Aufbau alternativer Zulieferer inzwischen nimmt.
Spannend sind auch die erwarteten Stückzahlen. Für 2026 ist derzeit von rund acht Millionen Einheiten die Rede – wenig im Vergleich zu den zig Millionen Geräten, die Apple normalerweise für seine Hauptmodelle einplant. Das lässt darauf schließen, dass das iPhone 17e von Anfang an als Nischenprodukt gedacht ist: ein Modell für einen klar definierten Preisbereich, nicht der neue Standard-iPhone für die Massen. Begrenzte Volumina helfen, Überschüsse zu vermeiden, Margen zu sichern und gleichzeitig die teureren iPhone-17-Varianten nicht zu stark zu kannibalisieren.
Im Inneren soll laut Leaks ein A19-Chip arbeiten, der den A18 aus dem 16e ablöst. Schon heute setzt Apple beim 16e auf eine gebinnte Version mit deaktiviertem GPU-Kern, um die Kosten zu drücken, ohne den Alltagsnutzen spürbar zu verschlechtern. Es wäre völlig typisch, wenn der Konzern diesen Ansatz fortsetzt: Ein A19 in leicht beschnittener Form dürfte genug Leistung für Apps, Games und Kamera bieten, aber klar unterhalb der Pro-Modelle bleiben, in denen die vollausgebauten Varianten der aktuellen Chips laufen.
Der kontroverseste Teil der Gerüchte betrifft allerdings nicht den Prozessor, sondern das 5G-Modem. Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass Apple im iPhone 17e auf ein C1-Modem setzen könnte, während in besser ausgestatteten Geräten ein C1X oder mindestens ein marketingfreundlicher klingender Chip steckt. Genau hier springen viele Technikfans ab: Nach ihrem Eindruck sind C1 und C1X technisch sehr nah beieinander, teilweise ist sogar von identischer Silizium-Basis mit anderen Firmware-Freischaltungen die Rede. Wenn das stimmt, wirkt die Entscheidung, zwei fast identische Modems künstlich zu trennen, weniger wie eine echte Kostensenkung und mehr wie Produktpolitik auf dem Papier.
Die Diskussion verläuft entsprechend emotional. Die eine Seite argumentiert, Apple betreibe eine sehr bewusste Stufenlogik: Wer weniger bezahlt, soll das auch deutlich im Datenblatt sehen – einfach, damit der Aufpreis für die teureren iPhones sich leichter rechtfertigen lässt. Die andere Seite hält dagegen, dass unterschiedliche Modem-Bezeichnungen bei praktisch gleicher Hardware vor allem Verwirrung stiften und das Gefühl eines künstlichen „Nerfs“ verstärken. Zumal Apple an der Spitze des Portfolios ohnehin mit deutlich stärkeren Lösungen auftrumpfen dürfte, etwa mit Qualcomm-Modems der X80-Klasse in den iPhone-17-Pro-Modellen und möglichen Eigenentwicklungen wie einem C2 in der 18-Generation.
Abseits dieser Modem-Debatte zeichnet sich ein sehr bodenständiges Hardware-Konzept ab. Das iPhone 17e soll Gerüchten zufolge auf eine einzelne Hauptkamera auf der Rückseite setzen, wo teurere Modelle zwei oder drei Linsen bieten. Das spart Sensoren, Optik und Platz – Ressourcen, die Apple sehr gut in einen größeren Akku investieren könnte. Schon das 16e hat die Rolle des Ausdauer-Champions im 6,1-Zoll-Segment für sich beansprucht, und es wäre nur logisch, wenn das 17e dieses Narrativ weiterführt. Für viele Alltagsnutzer ist eine Stunde zusätzliche Bildschirmzeit eben wertvoller als der nächste exotische Kamera-Modus.
Beim Formfaktor ist kein großer Bruch zu erwarten: Rund 6,1 Zoll, ein Design, das klar als Teil der iPhone-17-Familie erkennbar ist, aber ohne die luxuriösen Materialien und Display-Features der Pro-Modelle. In Summe entsteht das Bild eines „Eintrittstickets“ in die iPhone-Welt des Jahres 2026: modernes SoC, OLED-Panel, 5G auf aktuellem Stand, ein Akku mit viel Reserven – und ein sehr bewusst gestrafftes Ausstattungspaket. Ob Apple am Ende wirklich zum C1 greift oder doch das C1X oder etwas dazwischen verbaut, bleibt abzuwarten. Für die meisten potenziellen Käufer dürften am Ende zwei Fragen entscheidend sein: Wie lange hält das Ding fern von der Steckdose – und ist es attraktiver als ein rabattiertes Vorjahres-Flaggschiff?
2 kommentare
Your point of view caught my eye and was very interesting. Thanks. I have a question for you.
Oben hast du 17 Pro mit Qualcomm X80 und später vielleicht 18 Pro mit C2 oder X85, also genug Abstand nach oben. Warum man das 17e dann mit C1 kastrieren muss, raff ich null