
Apple vs. Samsung: Wie der Erfolg des Galaxy Z Fold 7 den Weg für das erste faltbare iPhone ebnet
Apple wird oft vorgeworfen, bei Innovationen hinterherzuhinken. Egal ob größere Displays, 5G oder Smartwatches – meist war die Firma nicht die Erste, aber am Ende diejenige, die den Markt neu definierte. Ende 2025 fällt nun besonders auf: Es gibt immer noch kein faltbares iPhone. Aber ist das wirklich ein Versäumnis oder eher eine bewusste Strategie?
Klar ist: Apple könnte längst ein faltbares Gerät auf den Markt bringen. Mit einer Marktkapitalisierung von über 3,5 Billionen US-Dollar und einem Heer an Ingenieuren fehlt es weder an Geld noch an Know-how. Der Grund für die Verzögerung liegt woanders: Apple wartet traditionell, bis eine neue Gerätekategorie reif genug für den Massenmarkt ist. Und den Beweis dafür hat ausgerechnet die ewige Rivalin Samsung geliefert.
Der Durchbruch des Galaxy Z Fold 7
Am 9. Juli 2025 erschien das Galaxy Z Fold 7 – und wurde sofort zum Verkaufsschlager. In nur vier Wochen gingen in Westeuropa über 250.000 Geräte über die Ladentheke. Damit ist es das erfolgreichste Fold-Modell aller Zeiten und das meistverkaufte faltbare Smartphone in der Region. Ein starkes Signal: Faltbare sind endgültig im Mainstream angekommen.
Die Verkäufe waren doppelt so hoch wie beim Fold 6 und rund 70 Prozent höher als beim Fold 4, das bisherige Rekordmodell. Und das trotz Sommer, einer traditionell schwachen Kaufzeit für Luxusgeräte. Der Erfolg zeigt, dass Kundinnen und Kunden bereit sind, knapp 2.000 Euro für ein faltbares Smartphone auszugeben – solange Design, Stabilität und Alltagstauglichkeit stimmen. Mit schlankem Gehäuse, überarbeitetem Scharnier und edler Optik konnte Samsung viele Skeptiker überzeugen.
Apples Geduld als Taktik
Warum gibt es also noch kein iPhone Fold? Kritiker sprechen von Rückstand, aber die Vergangenheit erzählt eine andere Geschichte. Der iPhone war nicht das erste Smartphone, das iPad nicht das erste Tablet und die Apple Watch nicht die erste Smartwatch. Doch in allen Fällen war es Apple, die die Geräte massentauglich machte und den Markt neu definierte. Genau das könnte die Strategie beim faltbaren iPhone sein.
Natürlich birgt Abwarten Risiken. Beim Thema Künstliche Intelligenz hat Apple an Boden verloren. Trotz iOS 26 und einem überarbeiteten Siri hinkt „Apple Intelligence“ deutlich hinter Konkurrenten wie Googles Gemini oder Microsofts Copilot hinterher. Aber bei faltbaren Geräten zählt Hardware mehr als Software – und hier spielt Apple traditionell ihre Stärken aus.
Das erwartet uns beim iPhone Fold
Gerüchten zufolge soll das erste faltbare iPhone 2026 erscheinen. Wahrscheinlich wird es iPhone Fold heißen und einen fast faltenfreien 7,8-Zoll-Innendisplay sowie ein 5,5-Zoll-Außendisplay besitzen. Die Proportionen sollen etwas breiter sein als beim Galaxy Z Fold 7. Für das Scharnier testet Apple angeblich Titan-Bauteile, um maximale Haltbarkeit zu erreichen.
Im Inneren soll der neue A20-Chip auf Basis des 2-nm-Verfahrens arbeiten. Er verspricht enorme Leistung bei besserer Energieeffizienz. Der Akku soll zwischen 5.000 und 5.500 mAh liegen – ein klarer Vorteil in Kombination mit Apples iOS-Optimierungen. Hinzu könnten eine Selfie-Kamera unter dem Hauptdisplay und eine klassische Frontkamera außen kommen.
Mit 4,5 bis 4,8 mm im aufgeklappten Zustand dürfte das iPhone Fold etwas dicker sein als das Fold 7. Doch wenn dies für mehr Ausdauer sorgt, dürfte das viele Apple-Fans kaum stören. Denn in der Vergangenheit haben sie stets Ausdauer und Stabilität höher bewertet als die absolute Geräte-Dünne.
Der Trumpf von Apple: das Ökosystem
Das eigentliche Ass im Ärmel dürfte aber Apples Ökosystem sein. Ein iPhone Fold wäre nicht nur Hardware, sondern eingebettet in iPad-ähnliche Multitasking-Funktionen, Apple Pencil Support und perfekte Verzahnung mit MacBooks und iPads. AirDrop, Handoff und Universal Control würden in einem faltbaren Format noch mehr Sinn ergeben. Genau diese nahtlose Integration fehlt Android-Anbietern bis heute.
Darum ist es sehr wahrscheinlich, dass Fans in Scharen zum iPhone Fold greifen werden, sobald es erscheint. Für viele Käuferinnen und Käufer ist ein Apple-Gerät nicht nur ein Smartphone, sondern ein Schlüssel zum kompletten Ökosystem. Das macht den Unterschied.
Könnte Samsung seinen Erfolg bereuen?
Ironischerweise könnte der Triumph des Galaxy Z Fold 7 genau das sein, worauf Apple gewartet hat. Samsung hat bewiesen, dass der Markt bereit ist – und damit ungewollt die Bühne für Apple bereitet. Schon 2007 veränderte das iPhone die Welt der Smartphones. 2026 könnte das iPhone Fold dasselbe mit Faltgeräten tun.
Samsung darf sich zwar feiern lassen: Das Fold 7 wird als Gerät in Erinnerung bleiben, das faltbare Smartphones endgültig etabliert hat. Doch wenn das iPhone Fold erscheint, wird das Spiel neu gemischt. Für das Galaxy Z Fold 8 bedeutet das: Es muss nicht nur gegen andere Android-Geräte bestehen, sondern gegen die volle Wucht von Apple. Und die hat schon oft die Regeln neu geschrieben.