Für Apple-Fans wirkte die Idee eines faltbaren iPhone jahrelang wie ein Mythos: unzählige Konzeptvideos, Patente und Insiderberichte, aber kein einziges Gerät im Apple Store. Inzwischen verdichten sich jedoch die Hinweise aus der asiatischen Lieferkette, dass das Projekt iPhone Fold weit über die reine Experimentierphase hinaus ist. 
Zulieferer sprechen von finalen Designrunden, Testserien und Vorbereitungen für größere Produktionsvolumen – und genau das lässt aufhorchen, auch wenn Apple selbst dazu wie gewohnt eisern schweigt.
Um solche Meldungen einzuordnen, hilft eine einfache Gerüchteskala: Zwischen 0 und 20 Prozent bewegt man sich im Bereich ‘unwahrscheinlich’, 21 bis 40 Prozent bleibt ‘zweifelhaft’, 41 bis 60 Prozent gilt als ‘plausibel’, 61 bis 80 Prozent als ‘wahrscheinlich’ und alles darüber als ‘sehr wahrscheinlich’. Beim iPhone Fold landen die aktuellen Informationen ungefähr in der Mitte dieser Skala. Es gibt genügend Anzeichen, um das Projekt ernst zu nehmen, aber noch nicht die Dichte an Leaks, die auf einen unmittelbar bevorstehenden Marktstart schließen lässt.
Der spannendste Punkt ist die Behauptung, Apple habe das größte Handicap heutiger Foldables gelöst: die sichtbare Falte in der Mitte des Displays. Wer einmal ein faltbares Android-Flaggschiff in der Hand hatte, kennt das Problem: In der Bildschirmmitte entsteht ein deutlicher Knick, der beim Scrollen, Lesen und Filmeschauen stört und unterschwellig an die mechanische Belastung erinnert. Angeblich setzt Apple auf eine neue Kombination aus Scharniermechanik und Displayaufbau, die den Biegeradius vergrößert und die Belastung besser verteilt, sodass der Knick optisch stark reduziert wird und sich beim Darüberstreichen kaum noch ertasten lässt.
Laut Insidern hat Apple für das iPhone Fold bereits zentrale Entscheidungen getroffen: Displaygröße, Seitenverhältnis, Art des Scharniers, Position von Lautsprechern, Kameras und Akku-Packs. Das Gerät soll sich eher wie ein dünnes Tablet zusammenklappen lassen als wie eine dicke, schwere Brotbox in der Hosentasche. In der aktuellen Phase gehe es primär um Feinschliff – also um Zehntelmillimeter bei der Gehäusedicke, um Details beim Glasdesign, um die Frage, wie viel Akkukapazität sich ohne zu großes Gewicht unterbringen lässt. Solche Anpassungen können zwar noch ein bis zwei Entwicklungsrunden beanspruchen, drehen aber in der Regel nicht mehr das komplette Konzept.
Ein weiterer Baustein für die Glaubwürdigkeit der Leaks ist die Liste der beteiligten Zulieferer. Genannt werden unter anderem Samsung als Panel-Partner, TSMC als Chipfertiger für den kommenden A20 beziehungsweise A20 Pro, Foxconn als Endmontage-Spezialist, Shin Zu Shing für präzise Scharniere, Chi Hong für Komponenten der Kühlung und Largan Precision für hochwertige Kameralinsen. Wenn dieser Mix an Unternehmen parallel Kapazitäten aufbaut, spezielle Fertigungslinien vorbereitet und Werkzeuge bestellt, ist das ein starkes Indiz dafür, dass Apple im Hintergrund ernsthafte Produktionspläne verfolgt.
Technisch besonders interessant ist der wiederholt erwähnte Einsatz einer Vapor-Chamber, also einer Dampfkammer zur Kühlung. Statt nur auf dünne Wärmeleitfolien zu setzen, integriert Apple demnach eine flache Kammer mit einem geschlossenen Flüssigkeitskreislauf. Erhitzt sich das SoC, verdampft die Flüssigkeit an der warmen Stelle, wandert zu einem kühleren Bereich, kondensiert dort wieder und gibt die Wärme ab. So lässt sich Hitze wesentlich schneller über die gesamte Fläche verteilen. Solche Lösungen gibt es bereits in Gaming-Smartphones und leistungsstarken Laptops – in einem Falt-iPhone wären sie jedoch besonders sinnvoll, weil der Platz für klassische Kühlkörper durch das Gelenk eingeschränkt ist.
Spannend ist auch, dass dieselbe Kühltechnik angeblich in künftigen Spitzenmodellen wie dem iPhone 17 Pro und iPhone 17 Pro Max eingeführt werden soll. Damit würde Apple eine neue Thermik-Generation im gesamten High-End-Segment etablieren. Für Nutzer könnte das bedeuten: weniger Leistungseinbrüche bei längeren Gaming-Sessions, stabilere Videoaufnahme in 4K oder 8K ohne Überhitzungswarnung, angenehmere Gehäusetemperaturen beim Schnellladen und mehr Reserven für aufwendige KI-Funktionen, die dauerhaft auf dem Gerät laufen.
Noch ambitionierter wirken die kolportierten Stückzahlen. Analysten rechnen damit, dass Apple im ersten Jahr 7 bis 9 Millionen Exemplare des iPhone Fold produzieren könnte. Angesichts eines insgesamt noch kleinen Foldable-Marktes entspräche das grob 30 bis 40 Prozent der weltweiten Auslieferungen. Gleichzeitig zeigt diese Prognose, wie wenig Fahrt das Segment bislang aufgenommen hat: Hohe Preise, klar sichtbare Falten, Unsicherheit beim Thema Reparatur und zum Teil unausgereifte Software bremsen viele potenzielle Käufer aus. Apple setzt offenbar darauf, dass ein technisch und optisch überzeugendes Gerät diese Barrieren deutlich senken kann.
Der Preis dürfte allerdings ein echter Härtetest werden. Aktuelle Spekulationen sprechen von rund 2.399 US-Dollar Startpreis. Damit würde sich das iPhone Fold noch einmal deutlich über den meisten herkömmlichen iPhone- und Android-Flaggschiffen positionieren. Gleichzeitig hat Apple in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass es eine treue Kundschaft gibt, die bereit ist, für Design, Verarbeitung, Ökosystem und lange Update-Garantie tief in die Tasche zu greifen. Wer bereits Mac, iPad, Apple Watch und AirPods nutzt, könnte ein Falt-iPhone als logische Erweiterung seines Setups sehen – vor allem, wenn iOS auf dem großen Innendisplay echte Tablet-Mehrwerte bietet.
Beim Herzstück, dem Chip, deuten die Berichte auf einen Sprung zur 2-Nanometer-Generation. Der A20 und insbesondere der A20 Pro sollen laut Leaks nicht nur schneller, sondern vor allem effizienter arbeiten als alle bisherigen Apple-SoCs. Das eröffnet Spielraum für kräftigere Grafikeinheiten, fortschrittlichere Bildverarbeitung, komplexere AR- und KI-Szenarien und gleichzeitig längere Laufzeiten. In Kombination mit der Vapor-Chamber-Kühlung könnte das iPhone Fold damit auch unter Dauerlast – etwa beim Zocken, Multitasking mit mehreren Fenstern oder beim Rendern von Videos – auf hohem Leistungsniveau bleiben, ohne sich unangenehm aufzuheizen.
Unterm Strich zeichnet sich das Bild eines äußerst ambitionierten Geräts ab: ein nahezu faltenfreies Display, ein aufwendiges Kühlsystem, brandneue 2-Nanometer-Chips und eine Lieferkette, die sich sichtbar in Stellung bringt. Offiziell bleibt das alles ein Gerücht im Bereich ‘plausibel’, und Apple ist bekannt dafür, Projekte kurzfristig umzuschmeißen oder zu verschieben, wenn intern etwas nicht den eigenen Standards entspricht. Sollte das iPhone Fold jedoch auch nur in der Nähe der jetzt beschriebenen Spezifikationen landen, hätte es das Potenzial, den Markt für faltbare Smartphones auf den Kopf zu stellen – und für viele Nutzer den Moment zu markieren, in dem Faltphones endlich vom Experiment zur echten Alternative werden.
3 kommentare
Wenn der Knick wirklich fast weg ist, bin ich das erste Mal ernsthaft bei einem Foldable dabei
Wenn Apple das Software-Erlebnis auf dem großen Innenbildschirm gut löst, sind die Android-Foldables ganz schnell alt
2.399 Dollar, ich ahne schon, was das in Euro mit Apple-Steuer bedeutet… mein Konto weint jetzt schon 😂