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iPhone Pocket für 230 Euro: Modisches Statement, Luxussocke oder einfach nur ein großer Apple-Meme?

von ytools
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Nur Apple schafft es, einen einfachen Stoffschlauch für das iPhone vorzustellen, knapp 230 Dollar dafür zu verlangen – und innerhalb weniger Stunden mit Borats legendärem Mankini verglichen zu werden. Das neue Accessoire hört auf den Namen iPhone Pocket und soll laut Apple ein modischer Weg sein, das iPhone zu tragen, nicht nur zu transportieren. Fürs Netz ist es dagegen vor allem eins: eine extrem teure Stricksocke mit Logo.

Offiziell beschreibt Apple das iPhone Pocket als eine "schöne Art, iPhone zu tragen und bei sich zu haben".
iPhone Pocket für 230 Euro: Modisches Statement, Luxussocke oder einfach nur ein großer Apple-Meme?
Entwickelt wurde das Teil zusammen mit dem Designstudio von Issey Miyake. Die Japaner sind bekannt für ihre plissierten Stoffe und reduzierten Silhouetten – aus demselben Design-Kosmos stammen auch einige der legendären Rollkragenpullover von Steve Jobs. Beim iPhone Pocket übertragen sie diese Idee auf Technik: ein 3D-gestrickter Schlauch, nahtlos gefertigt, der eher wie ein Kleidungsstück wirkt als wie klassisches Zubehör.

In der Praxis sehen viele Nutzer aber etwas ganz anderes. Die enge, gerippte Form, der hoch ausgeschnittene Verlauf und das lange Band erinnern viele sofort an Borats neonfarbenen Badeanzug. Auf Social Media wird das iPhone Pocket als "Borat-Träger für Handys", "iSocke" oder schlicht als "230-Dollar-Handysocke" verspottet. Die Bilder, in denen das Accessoire direkt neben Borats Mankini montiert ist, verbreiten sich schneller als jede offizielle Produktaufnahme.

Hinter den Witzen steckt ein bekanntes Thema: das Gefühl, dass Apple wie kaum ein anderer Konzern extrem einfache Dinge mit Luxuspreisschild verkaufen kann. Das iPhone Pocket hat keinen Reißverschluss, keine versteckte Innentasche, keinen Hartschalenkern, keine Magnetklappe. Es ist im Kern ein gestrickter Beutel mit Trageriemen. Kritische Stimmen rechnen spöttisch vor, wie viele Burger, Monatskarten oder günstige Android-Handys man für das Geld statt einer Designer-Socke fürs iPhone bekommen würde.

Ganz billig wirkt es optisch allerdings nicht. Die Hülle wird in Japan gefertigt, setzt auf aufwendige 3D-Stricktechnik und kommt in auffälligen Farben wie Zitrone, Mandarine, Lila, Pink, Pfau, Saphir, Zimt und Schwarz. Es gibt zwei Varianten: eine Version mit kürzerem Band für rund 150 Dollar und ein längeres Crossbody-Modell für 229,95 Dollar. Weil das Ganze nur aus Stoff besteht, ist es mit beinahe jedem iPhone kompatibel – wenn es in etwa die Größe eines Smartphones hat, passt es hinein.

Genau diese Einfachheit sorgt aber auch für Bauchschmerzen. In vielen Großstädten gehört Smartphone-Diebstahl längst zum Alltag. Wer sein iPhone deutlich sichtbar in einer knalligen Designer-Schlinge vor dem Körper baumeln lässt, signalisiert nicht nur: "Ich habe ein teures Handy", sondern auch: "Ich habe Geld übrig für teures Zubehör". Ohne Reißverschluss, Clip oder Verschlussmechanismus wirkt das iPhone Pocket eher wie eine Einladung an Taschendiebe als wie eine Schutzlösung.

Gleichzeitig ist klar: Das iPhone Pocket will auch gar keine robuste Schutzhülle sein. Es ist näher an einer Mini-Umhängetasche oder einem Schmuckstück als an einer klassischen Handyhülle. Apple und Issey Miyake richten sich damit nicht an Leute, die das Display beim nächsten Sturz retten wollen, sondern an jene, die ihr Smartphone bewusst als Teil des Outfits inszenieren. Wer in Galerien, auf Design-Festivals und Mode-Events unterwegs ist, dürfte mit einem limitierten Apple-Accessoire um den Hals eher ein Statement setzen als einen Fehlkauf bereuen.

Die Online-Reaktionen zeigen allerdings, wie weit sich diese Zielgruppe von der breiten Masse entfernt hat. In Kommentaren wird wild darüber spekuliert, wie hoch die Marge auf ein Stück gestrickten Stoff mit Apple-Logo wohl sein dürfte. Spöttische Nutzer malen sich Meetings aus, in denen ein Manager sagt: "Unsere Kundschaft kauft alles – lasst uns eine Socke für 230 Dollar verkaufen und das Ganze Mode nennen." Andere sind überzeugt, dass das Teil trotzdem ausverkauft sein wird, weil die "Apple-Jünger" jede limitierte Kooperation mitnehmen.

Strategisch passt das Produkt perfekt zu Apples Entwicklung in den letzten Jahren. Die Firma inszeniert sich zunehmend als Lifestyle- und Modemarke: vom Apple Watch Hermès-Armband über edle Kopfhörer bis zu minimalistischen Store-Interieurs, die eher an Flagship-Boutiquen erinnern als an Elektronikmärkte. Das iPhone Pocket fügt sich nahtlos ein: limitierte Stückzahlen, Verfügbarkeit nur in ausgewählten Apple Stores in Märkten wie den USA, Großbritannien, Frankreich, China, Italien, Japan, Singapur und Südkorea – und ein Preis, der mehr über Status als über Funktion erzählt.

Ob man das als konsequenten nächsten Schritt oder als völlig überdrehten Marketing-Gag versteht, bleibt Ansichtssache. Für manche ist das iPhone Pocket der endgültige Beweis, dass Apple aus jeder simplen Idee ein Luxusobjekt machen kann. Für andere ist es ein schräges, aber spannendes Design-Experiment und ein Sammlerstück für Hardcore-Fans. Sicher ist: 2025 erlebt die längst totgeglaubte Handysocke ein unerwartetes Comeback – nur eben auf Couture-Niveau und mit einem Preisschild, das lauter diskutiert wird als so mancher neue Prozessor.

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3 kommentare

SassySally November 24, 2025 - 3:14 pm

Apple-Fanboys so: Hauptsache kein Android, während das iPhone in einer neonfarbenen Strick-Mankini baumelt und auf den nächsten Dieb wartet 😂

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Fonatic November 26, 2025 - 3:14 am

Apple verkauft mittlerweile Glauben, keinen Stoff: Wer diese Socke verteidigt, hat das Apple-Abo im Kopf schon lebenslang abgeschlossen lol

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Cuper January 7, 2026 - 11:20 am

Ganz ehrlich, das sieht eins zu eins aus wie Borats Badeanzug fürs Handy 😂 wer hat diesem Konzept bitte ein Go gegeben?

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