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IShowSpeed und die Sora-2-Kontroverse: Wenn künstliche Intelligenz zu weit geht

von ytools
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IShowSpeed gegen Sora 2: Der Konflikt zwischen digitaler Kreativität und persönlicher Privatsphäre hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Der bekannte Streamer Darren Jason Watkins Jr., besser bekannt als IShowSpeed, hat wütend auf eine Flut von KI-generierten Deepfake-Videos reagiert, die mit der OpenAI-App Sora 2 erstellt wurden.
IShowSpeed und die Sora-2-Kontroverse: Wenn künstliche Intelligenz zu weit geht
In den Clips wird er beim Küssen von Fans, beim Wettrennen mit einem Geparden und sogar beim vermeintlichen Coming-out gezeigt – alles komplett erfunden, aber erschreckend echt.

Während eines Livestreams sah der 20-jährige YouTube-Star (mit über 44,9 Millionen Abonnenten) entsetzt zu, wie diese falschen Videos immer absurder wurden. „Warum sieht das so echt aus? Das ist doch mein Gesicht! Warum komme ich ständig wieder raus?!“, rief er verzweifelt in die Kamera, bevor er die Übertragung abrupt beendete. Der Moment, in dem er erkannte, dass er jedes dieser Videos manuell löschen müsste, machte ihn fassungslos.

Ironischerweise hatte Speed selbst der Nutzung seines Abbilds in Sora 2 zugestimmt – offenbar auf Anraten seiner Community. „Wer hat mir gesagt, das öffentlich zu machen? Ihr sorgt euch null um meine Sicherheit, Chat!“, schimpfte er. „Ich bin erledigt.“

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Deepfake, in dem er angeblich sein „neugeborenes Kind“ zeigt – mit einer fremden Frau an seiner Seite und der Behauptung, das Baby sei trans. Der Streamer reagierte geschockt und beendete den Stream sofort: „Das ist krank, Bruder. Absolut krank.“

Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Liste von Kontroversen rund um OpenAIs Sora 2 ein. Erst vor kurzem hatte das Unternehmen Bilder von Martin Luther King Jr. blockiert, nachdem seine Familie sich über „respektlose Darstellungen“ beschwert hatte. Trotzdem bleibt es erlaubt, lebende Prominente mit ihrem Einverständnis zu nutzen – ein Schlupfloch, das sich nun als gefährlich erweist.

Seit dem Launch am 1. Oktober kann Sora 2 realistische 20-Sekunden-Videos in 1080p inklusive Ton generieren. Innerhalb weniger Tage überschwemmten Deepfakes das Netz – nicht nur mit Promis, sondern auch mit geschützten Figuren aus Pokémon, One Piece, Mario oder Demon Slayer. Zwischen Satire, Parodie und Missbrauch verschwimmen die Grenzen zusehends.

OpenAI-CEO Sam Altman versuchte, die Wogen zu glätten. In einem Blogbeitrag kündigte er an, Rechteinhabern künftig mehr Kontrolle zu geben: „Wir werden ihnen ermöglichen, genau festzulegen, wie ihre Charaktere verwendet werden dürfen.“ Altman nannte die Sora-Videos „interaktive Fanfiction“. Doch Juristen sehen das anders. „Viele dieser Inhalte verletzen Urheberrechte und öffnen die Tür für Klagen“, warnte Stanford-Professor Mark Lemley.

Auch große Konzerne reagieren bereits. Nintendo kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten. Disney und Universal verklagten Midjourney wegen der Nutzung geschützter Figuren, und selbst The Pokémon Company distanzierte sich von einem KI-generierten US-Regierungsvideo, in dem Ash Ketchum auftauchte. „Wir hatten mit der Erstellung dieses Inhalts nichts zu tun“, hieß es in einer Stellungnahme.

Der Fall IShowSpeed zeigt, wie leicht Identität heute manipulierbar ist. Was früher Fan-Kunst war, wird nun zur Waffe – für Humor, Provokation oder schlicht digitale Sabotage. Für Speed ist es keine Spielerei mehr, sondern ein Eingriff in sein Privatleben. „Das ist nicht mehr witzig“, sagte er am Ende seines Streams. „Das ist einfach gruselig.“

Ähnliche Sorgen äußerte kürzlich auch Zelda Williams, die Tochter von Robin Williams. In einem emotionalen Post bat sie Fans, keine KI-Videos ihres verstorbenen Vaters mehr zu schicken: „Bitte hört auf. Das ist nicht das, was er gewollt hätte.“

Mit jeder neuen Generation von KI wird die Grenze zwischen Realität und Fälschung dünner. Deepfakes sind längst kein Nerd-Spielzeug mehr – sie sind Spiegel einer Gesellschaft, die zwischen Faszination und Kontrollverlust schwankt. IShowSpeeds Ausraster wirkt da weniger wie Übertreibung, sondern wie ein Weckruf: Wenn selbst ein Internetprofi den Überblick verliert, was bleibt dann für den Rest von uns?

Ohne klare Gesetze und ethische Regeln wird KI-Kreativität schnell zu einem Werkzeug der Täuschung. Und der Tag, an dem niemand mehr sicher sagen kann, was echt ist, scheint näher als je zuvor.

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1 kommentar

CyberClown December 1, 2025 - 11:44 pm

die Pandora-Box ist offen, Bruder. kein zurück mehr 😬

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