
Achtung: Spoiler zur 6. Folge der 2. Staffel von Peacemaker.
James Gunn ist bekannt dafür, seine Zuschauer auf falsche Fährten zu locken – doch die sechste Episode mit dem Titel „Ignorance is Chris“ hat für besonders viel Gesprächsstoff gesorgt. Überraschend tauchte Nicholas Hoult als Lex Luthor auf, in einer deutlich kälteren und düstereren Version als im kommenden Film Superman: Man of Tomorrow. Und Gunn stellte klar: Diese Begegnung ist kein Gimmick, sondern ein Schlüssel für die Zukunft des DCU. „Die Beziehung zwischen Rick Flag und Lex Luthor ist entscheidend für das DCU“, betonte er.
Ein verletzlicher Lex Luthor
Hoult zeigt hier einen ganz anderen Lex: geschwächt, mit Stock und humpelnd, nachdem ihn Superhund Krypto übel zugerichtet hat. Statt des unantastbaren Milliardärs sehen wir einen Mann, der am Boden liegt und mit Rick Flag Sr. einen Deal aushandelt, um aus seiner Lage zu kommen. Flag will im Gegenzug seine Hilfe bei der Jagd nach Peacemaker und der Kontrolle über ein Dimensionsportal. Gunn erklärt, dass der Ton von Peacemaker bewusst bodenständiger und realistischer sei als der von Superman. Genau darin liege die Stärke: dieselben Figuren wirken je nach Kontext völlig anders.
Für Gunn ist das kein Widerspruch, sondern eine Hommage an die Comics, in denen unterschiedliche Autoren dieselben Charaktere aus neuen Blickwinkeln erzählen. In Peacemaker ist Luthor der Gefallene, in Man of Tomorrow wird er der Zwangsverbündete von Superman. Beide Seiten gehören zum Gesamtbild.
Der Deal mit Rick Flag
Der eigentliche Kern liegt im Pakt zwischen Flag und Luthor. Auf den ersten Blick nur eine Zweckgemeinschaft, doch Gunn hebt hervor, dass dieser Bund Konsequenzen für die gesamte Erzählwelt haben wird. Es geht nicht um eine kleine Nebenhandlung, sondern um einen Baustein für die langfristige Vernetzung des DCU. Mehr dazu soll das Staffelfinale enthüllen.
Humpeln als Vorwand für die Rüstung?
Kaum war die Episode online, spekulierten Fans, ob Luthors Gehstock ein Hinweis auf seine berühmte Power-Rüstung sei. Gunn stellte klar: Nein, bis zum Film ist er wieder gesund. Sollte er je die Rüstung tragen, dann aus größeren Gründen als nur wegen einer Verletzung. Trotzdem bleibt das Bild eines gebrochenen Genies mit Stock eindrucksvoll – ein seltener Anblick.
Earth X und die Fans mit Adleraugen
Für Diskussionen sorgte auch die alternative Welt Earth X, in der auffällig keine People of Color zu sehen waren. Schnell wurde klar, dass es sich um eine Anspielung auf ein suprematistisches Regime handelt. Gunn gestand, überrascht gewesen zu sein: Bei internen Testvorführungen sei das niemandem aufgefallen. Doch online dauerte es nur zwei Episoden, bis die Fans es erkannten. Diese Detailarbeit verstärkte den unheimlichen Ton der Handlung und zeigte einmal mehr Gunns Freude an gesellschaftlichen Untertönen.
Meta-Witze: Spidey im DCU
Neben all der Schwere darf auch der Humor nicht fehlen. Gunn erlaubte sich erneut einen Seitenhieb zwischen den Universen: Nachdem er Batman im MCU „eingeschmuggelt“ hatte, machte er nun einen Scherz über Spider-Man im DCU. „Im MCU lesen alle DC-Comics, im DCU stehen sie auf Marvel“, witzelte er. Genau solche Sprüche halten die Fan-Foren am Laufen.
Das unheimliche Foto im Prolog
Die Eröffnungssequenz mit dem schmelzenden Familienfoto war ebenfalls Anlass für Spekulationen. Gunn bremste die Erwartungen: Es sei kein Hinweis auf eine geheime Enthüllung, sondern ein Stilmittel, das signalisiert, dass hinter der Fassade etwas Dunkles lauert. Typisch Peacemaker: bunte Oberfläche, düstere Tiefe.
Ausblick
Auf die Frage nach der geheimnisvollen Figur im Trailer der nächsten Folge reagierte Gunn nüchtern: „Die kennt ihr schon.“ Also kein obskurer Fanliebling wie G.I. Robot. Trotzdem versprach er, dass besonders das Staffelfinale die Comic-Nerds begeistern werde: „Für die Nerds ist das ein echtes Fest.“
Fazit
Folge 6 beweist: Peacemaker ist mehr als nur eine schräge Nebenserie. Lex’ Auftritt ist Symbol für Gunns Handschrift: überraschend, provokant, ironisch – und zugleich Teil einer größeren Strategie. Selbst ein humpelnder Luthor im Gefängnishof kann die Zukunft des DCU beeinflussen. Man mag Gunns Stil lieben oder hassen, aber er baut jedes Detail in ein Gesamtpuzzle ein.
1 kommentar
und keiner redet über Luthors Nachbarn?? der Typ mit Schuppen ist doch Croc, aber wer ist der leuchtende Anime-Boy? lol