Notebook-Akkus gehören zu den Teilen, die mit der Zeit unweigerlich an Leistung verlieren. Nach drei bis fünf Jahren merkt fast jeder Nutzer, dass der Laptop plötzlich deutlich schneller entlädt oder sich sogar ohne Vorwarnung ausschaltet. Was früher mehrere Stunden ohne Netzteil funktionierte, reicht irgendwann nur noch für eine halbe Stunde. 
In den meisten Fällen steckt kein Hardwaredefekt dahinter, sondern der ganz normale Verschleiß des Akkus.
Es lohnt sich, regelmäßig den Zustand des Akkus zu überprüfen. So lassen sich die Ursachen von Problemen klarer eingrenzen und rechtzeitig Entscheidungen treffen, ob eine Neuanschaffung notwendig ist. Sowohl Windows als auch macOS haben eingebaute Tools, die anzeigen, wie viel Kapazität noch übrig ist und wie viele Ladezyklen bereits durchlaufen wurden. Wer diese Werte richtig liest, erspart sich böse Überraschungen und kann gezielter planen.
Akkuzustand unter Windows prüfen
Seit Windows 7 gibt es eine einfache Möglichkeit, einen detaillierten Akku-Report zu erstellen:
- Drücken Sie Win + R, geben Sie
cmdein und bestätigen Sie. - Im Eingabeaufforderungsfenster tippen Sie
powercfg /batteryreportund drücken Enter. - Das System erstellt nun eine HTML-Datei, in der Regel gespeichert unter C: → Users → [Ihr Benutzername] mit dem Namen battery-report.html.
Öffnen Sie den Report im Browser. Entscheidend sind drei Werte:
- Design Capacity: die ursprüngliche Kapazität bei Neukauf.
- Full Charge Capacity: die aktuelle maximale Kapazität bei vollständiger Ladung.
- Cycle Count: wie oft der Akku vollständig geladen und entladen wurde.
Den Verschleißgrad berechnet man so: aktuelle Kapazität ÷ ursprüngliche Kapazität × 100. Beispiel: 32.195 ÷ 50.117 × 100 ≈ 64 %. Bedeutet: Nur noch knapp zwei Drittel der Ursprungsleistung sind verfügbar. Ab etwa 50 % Restkapazität ist der Akku praktisch verbraucht.
Akkuzustand auf dem Mac prüfen
Auch bei Apple-Laptops ist der Blick auf die Akkudaten unkompliziert, selbst auf älteren macOS-Versionen:
- Halten Sie die Option (Alt)-Taste gedrückt und klicken Sie oben links auf das Apple-Logo.
- Wählen Sie Systeminformationen….
- In der linken Spalte auf Stromversorgung klicken.
Dort sehen Sie unter anderem die Maximale Kapazität in Prozent im Vergleich zum Neuzustand sowie zwei Zeilen darüber die Anzahl der Ladezyklen (Cycle Count). Ein MacBook-Akku ist in der Regel für etwa 1.000 Ladezyklen ausgelegt, bevor die Leistung spürbar nachlässt.
Wann sollte man den Akku austauschen?
Bestimmte Anzeichen deuten klar darauf hin, dass es Zeit für eine neue Batterie ist:
- Die Kapazität liegt nur noch bei etwa 50 % oder weniger.
- Die Zyklenanzahl nähert sich 1.000 oder liegt darüber.
- Das Gerät schaltet sich unerwartet ab, obwohl noch Restladung angezeigt wird.
Wer seinen Laptop fast ausschließlich stationär nutzt und ihn dauerhaft am Netz hat, kann mit einer schwachen Batterie leben. Für alle, die unterwegs arbeiten, reisen oder Meetings ohne Steckdose durchstehen müssen, ist ein funktionierender Akku allerdings unverzichtbar.
Akku wechseln – welche Möglichkeiten gibt es?
Wie einfach der Austausch gelingt, hängt vom Modell ab. Bei größeren Geräten ab 15 Zoll ist der Akku oft herausnehmbar und mit Verriegelungen gesichert. Dann lässt er sich in wenigen Sekunden tauschen. Moderne Ultrabooks dagegen haben fest verbaute Akkus, die im Gehäuse versteckt sind und nur durch Öffnen des Laptops erreichbar werden.
Wer ohne Erfahrung selbst Hand anlegt, riskiert Schäden am Gerät. Daher empfiehlt sich der Gang zum Service. Dort erhält man einen passenden Ersatz und eine fachgerechte Montage. Kosten: einfache Akkus gibt es ab ca. 40–50 €, hochwertige oder Originalteile liegen bei 150–200 €. Für die Arbeit in der Werkstatt kommen meist etwa 30–50 € hinzu, manchmal ist sie im Preis des Ersatzteils enthalten.
Tipps für längere Akkulaufzeit
Selbst neue Akkus profitieren von richtigem Umgang. Vermeiden Sie Dauerbetrieb am Netzteil, lassen Sie den Akku nicht ständig auf 0 % entladen und halten Sie den Ladebereich möglichst zwischen 20 % und 80 %. Wichtig ist auch, das Gerät vor starker Hitze zu schützen, da hohe Temperaturen die Zellen besonders schnell altern lassen.
Mit diesen Maßnahmen und dem Wissen, wie man Akkureports liest, können Sie die Lebensdauer Ihres Akkus deutlich verlängern und den richtigen Zeitpunkt für einen Austausch frühzeitig erkennen. So bleiben Sie auch unterwegs unabhängig von der Steckdose.
3 kommentare
dachte schon mein Laptop ist kaputt, dabei ist’s nur der Akku
lass das Ding einfach immer am Netz, Problem gelöst 😂
500 Zyklen und hält nur noch 10 Minuten… Frechheit 😡