Nintendo hat den lange kursierenden Gerüchten um einen Zelda-Film offiziell ein Ende gesetzt und den Live-Action-Film zu The Legend of Zelda auf die Startbahn geschickt. Der Dreh hat begonnen, und zusammen mit dieser Bestätigung gab es den ersten offiziellen Blick auf Link und Prinzessin Zelda in voller Kostümierung. Der Kinostart ist bereits datiert: Am 7. 
Mai 2027 soll der Film weltweit in die Kinos kommen – rund ein Jahr nach dem animierten Super Mario Galaxy Movie, der aktuell für den 3. April 2026 geplant ist. Damit wird klar, dass Nintendo seine größten Marken systematisch in ein eigenes Filmuniversum überführt.
Bekannt gegeben wurde das Ganze über die App Nintendo Today!, wo Fans erfahren haben, dass die Hauptdreharbeiten gestartet sind und erste Szenenbilder bereitstehen. Diese verraten zwar noch nichts Konkretes zur Handlung, aber sie zeichnen ein deutliches Bild vom Ton des Films. Statt greller Comic-Optik setzt die Produktion auf eine bodenständigere Fantasy-Ästhetik: Rüstungen wirken benutzt, Umhänge fallen schwer, Hyrule erscheint eher wie ein echtes Königreich mit Geschichte und Narben als wie eine kunterbunte Kulisse. Lichtstimmungen und Kamerawinkel erinnern eher an große Abenteuerfilme als an einen überlangen Trailer für ein neues Spiel.
Im Mittelpunkt des Projekts steht ein sehr junges Hauptduo. Link wird vom 16-jährigen Benjamin Evan Ainsworth gespielt, Prinzessin Zelda von der 21-jährigen Bo Bragason. Nintendo scheint ganz bewusst eine Generation anzusprechen, die mit Breath of the Wild und Tears of the Kingdom aufgewachsen ist und Zelda nicht nur mit Retro-Pixeln, sondern mit offenen Welten und nachdenklicher Stimmung verbindet. Entsprechend zwiespältig fallen die ersten Reaktionen aus: Einige Fans fragen sich, ob Ainsworth genug Präsenz für den meist schweigsamen Helden mitbringt, während Bragason vielerorts als überzeugende Wahl gelobt wird, die eine Zelda verkörpert, die gleichzeitig Gelehrte, Anführerin und Mitstreiterin sein kann.
Mindestens genauso viel Gesprächsstoff liefert der Drehort. Laut Produktionsangaben findet der Großteil des Films in Neuseeland statt, mit einem geplanten Zeitraum vom 4. November 2025 bis zum 7. April 2026. Für Fans großer Fantasy-Filme ist das sofort ein Signal: Die wilden Küsten, schroffen Berge und weitläufigen Täler des Landes haben sich schon mehrfach als ideale Bühne für fremde Welten bewährt. Hier lassen sich mit wenigen Handgriffen die Hänge in die Umgebung von Schloss Hyrule verwandeln, verborgene Schluchten als Schauplatz uralter Schreine inszenieren und nebelverhangene Wälder als Heimat mysteriöser Kreaturen und alter Götter nutzen.
Innerhalb der neuen Filmstrategie von Nintendo nimmt The Legend of Zelda eine besondere Rolle ein. Während der Mario-Kosmos klar auf Familienunterhaltung mit hohem Gag-Takt, bunten Farben und Nostalgie setzt, darf Zelda deutlich ernster, ruhiger und erwachsener sein. Schon in den Spielen schwingen Themen wie Krieg, zerbrochene Reiche, vererbte Schuld und der endlose Kreislauf des Bösen mit. In einem Live-Action-Film lassen sich diese Motive stärker ausspielen: mit Dialogen, die über One-Liner hinausgehen, mit Figuren, die an ihrem Auftrag zweifeln, und mit einer Zelda, die nicht nur auf Rettung wartet, sondern selbst aktiv in die Geschichte eingreift.
Gleichzeitig ist eine Zelda-Verfilmung eine deutlich komplexere Aufgabe als ein animierter Mario-Film. Die Reihe umfasst mehrere Zeitlinien, eine Vielzahl von Inkarnationen derselben Figuren und Stilrichtungen, die vom verspielten Wind Waker bis zur melancholischen Weite von Breath of the Wild reichen. Wenn man versucht, jede ikonische Dungeon, jeden legendären Gegenstand und jeden Bösewicht in einen einzigen Film zu pressen, droht ein überfülltes Sammelalbum für Hardcore-Fans. Viel sinnvoller wäre es, eine eigene Geschichte zu erzählen, die sich an den Kernthemen Mut, Freundschaft, Verlust und Hoffnung orientiert – mit gezielten Anspielungen wie einem Blick auf das Master-Schwert, einer Silhouette von Schloss Hyrule oder vertrauten Melodien in der Musik.
Für Nintendo ist der Film außerdem ein Test, wie weit sich die Marke von rein kindlicher Unterhaltung lösen kann, ohne das Stammpublikum zu verlieren. Der erste Super-Mario-Kinofilm hat gezeigt, dass Games-Adaptionen die Charts dominieren können, wenn sie technisch stark gemacht und leicht zugänglich sind. The Legend of Zelda könnte nun die prestigeträchtigere Seite dieses Experiments werden: ein Werk mit mehr emotionaler Tiefe, einer stärkeren Charakterentwicklung für Link und Zelda, großen, aber nicht leeren Schlachten und Bildern, die auch neben anderen modernen Fantasy-Produktionen bestehen können. Sollte das gelingen, öffnen sich Türen für Serien, Spin-offs und weitere Geschichten aus unterschiedlichen Zeitabschnitten der Zelda-Chronik.
Im Moment befindet sich das Projekt noch in jener spannenden Phase, in der ein paar offizielle Bilder ausreichen, um Foren und Feeds tagelang zu beschäftigen. Fans analysieren jeden Faltenwurf im Kostüm, diskutieren, ob der neue Link entschlossen genug wirkt, ob Zelda eher wie eine Forscherin, eine Kriegerin oder beides aussieht und wie genau Neuseeland am Ende zu einem glaubwürdigen Hyrule verschmelzen wird. Die Dreharbeiten laufen voraussichtlich bis zum Frühjahr 2026, der Kinotermin am 7. Mai 2027 steht. Sicher ist schon jetzt: Der Zelda-Film ist keine ferne Fata Morgana mehr, sondern ein konkretes Langzeitprojekt – und die Reise in das Hyrule der Leinwand hat offiziell begonnen.