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MANGMI Air X im Test: Android-Retro-Handheld für PS2- und PSP-Emulation

von ytools
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Handheld-Gaming hat sich in den letzten Jahren extrem aufgespalten. Auf der einen Seite stehen monströse Windows-Geräte wie ROG Ally X oder andere Portable-PCs, die aktuelle AAA-Spiele fast ohne Kompromisse stemmen.
MANGMI Air X im Test: Android-Retro-Handheld für PS2- und PSP-Emulation
Auf der anderen Seite gibt es eine ganz andere Klasse von Geräten: kleine, vergleichsweise günstige Handhelds, deren Hauptaufgabe nicht 4K-Raytracing ist, sondern Nostalgie. Der MANGMI Air X gehört ganz klar in diese zweite Kategorie. Er will kein Mini-PC sein, sondern eine kompakte Retro-Maschine, die Erinnerungen an PlayStation 2, PSP und Co. zurückbringt.

Offiziell wird der MANGMI Air X als Android-Konsole beworben, und das ist technisch gesehen korrekt: Unter der Haube läuft eine reguläre Android-Version mit App-Store, Einstellungen und allem, was dazugehört. Doch wer ihn nur als günstiges Android-Gerät betrachtet, verfehlt den Kern. In der Praxis fühlt sich der Air X wie ein dedizierter Emulations-Handheld an, dessen Mission darin besteht, legendäre Titel wie God of War, GTA: San Andreas, Tekken 5 oder Resident Evil 4 zurück in die Hände zu holen – dieses Mal im Hosentaschenformat.

Unboxing und erster Eindruck

Mein persönliches Air-X-Abenteuer begann mit einem kleinen Plot-Twist: Bevor ich überhaupt die Chance zum Unboxing hatte, war der Karton bereits von meinem örtlichen Zoll geöffnet worden. Den Handheld dort wieder auszulösen, war ein Mini-Quest für sich. Als die Verpackung schließlich bei mir ankam, fiel sofort auf, dass MANGMI trotz des Preises von rund 89,99 US-Dollar mehr bietet, als man bei einem No-Name-Gadget erwarten würde.

In der Box liegt der Handheld selbst, ein USB-A-auf-USB-C-Kabel zum Laden, eine Display-Schutzfolie sowie – je nach gewähltem Paket – ein gepolstertes Transport-Etui. Folie und Tasche sind keine Selbstverständlichkeit, denn in der Regel kosten solche Extras bei vielen Herstellern spürbar Aufpreis. Beim Air X sind sie zwar ebenfalls optional und erhöhen den Gesamtpreis, aber angesichts der Empfindlichkeit von Displays und Gehäusen wirken sie fast Pflicht. Die Präsentation ist schlicht, aber durchdacht und vermittelt das Gefühl, ein konsistentes Produkt in der Hand zu halten und nicht bloß ein zusammengewürfeltes China-Gadget.

Design und Ergonomie: moderner Klassiker

Sobald man den MANGMI Air X aus der Verpackung nimmt, springt einem der Retro-Charme förmlich ins Gesicht – natürlich im positiven Sinne. Die Grundform erinnert sofort an klassische Handhelds: Querformat, links ein Steuerkreuz, rechts vier Haupt-Action-Buttons, oben Schultertasten und Trigger. Ergänzt wird das Ganze von zwei Analog-Sticks, die mit einer dezenten RGB-Beleuchtung versehen sind. Diese leuchtet nicht schrill, sondern eher sanft und verleiht dem Gerät eine moderne Note, ohne den nostalgischen Gesamteindruck zu zerstören.

In der Hand liegt der Air X erstaunlich angenehm. Das Kunststoffgehäuse ist leicht, aber stabil, und auch nach längeren Sessions hat man nicht das Gefühl, eine Hantel zu stemmen. Finger und Daumen finden die wichtigsten Tasten intuitiv, die Trigger liegen gut erreichbar am oberen Rand. Der Kunststoff ist keine Premium-Ware, aber auch kein billiges Klappermaterial. Nichts knarzt, nichts biegt sich bei normalem Druck. Allerdings wirkt die Oberfläche nicht besonders kratzfest, weshalb man den Handheld besser nicht ungeschützt neben Schlüsselbund und Kleingeld in den Rucksack wirft. Genau hier machen das optionale Case und die Schutzfolie plötzlich viel mehr Sinn.

Display: 5,5-Zoll-IPS als Sweet Spot

Zentrum des Geschehens ist das 5,5-Zoll-IPS-Display, und es trägt einen großen Teil der positiven Air-X-Erfahrung. Farben wirken lebendig, aber nicht übertrieben knallig, und die Blickwinkelstabilität ist für ein Gerät dieser Preisklasse sehr ordentlich. Vor allem Retro-Titel profitieren davon. Viele Spiele aus der PS2-Ära und früher nutzen stilisierte Grafik, kräftige Farbpaletten und vergleichsweise niedrige Auflösungen. Auf dem Air X wirken diese Spiele oft besser, als man sie in Erinnerung hat, weil das Display Schwächen wie grobe Kanten oder matschige Texturen kaschiert.

Mit 5,5 Zoll trifft MANGMI einen gelungenen Kompromiss: Das Panel ist deutlich größer als bei klassischen Mobilkonsolen vergangener Generationen, bleibt aber kompakt genug, um den Handheld leicht und transportabel zu halten. Menüs lassen sich gut lesen, Untertitel sind nicht mikroskopisch klein, und selbst in dunkleren Horror-Szenen erkennt man ausreichend Details. Wer seine Lieblingsklassiker vom Wohnzimmer-TV in ein mobiles Format übertragen möchte, bekommt hier eine sehr solide Grundlage.

Sound: brauchbar, aber unglücklich platziert

Beim Thema Audio wird die Budget-Natur des Air X spürbarer. Der eingebaute Lautsprecher ist funktional, aber kein Highlight, und vor allem eines stört: seine Position. Der Speaker sitzt auf der Rückseite hinter einer runden Öffnung. Hält man das Gerät so, wie es ergonomisch sinnvoll ist, landen die Handballen gern genau dort, wo der Schall herauskommen soll. Die Folge sind gedämpfte Höhen, abgeschwächte Effekte und insgesamt ein etwas dumpfes Klangbild, sobald man den Handheld fester umfasst.

Objektiv betrachtet reicht die Lautstärke für das Spielen in ruhigen Umgebungen aus. Musik, Sprachausgabe und Effekte sind erkennbar, aber es fehlt an Tiefe und Wucht. Wer Wert auf guten Sound legt, wird ohnehin zu Kopfhörern greifen – und genau dort spielt der Air X seine Stärke aus, denn mit einem ordentlichen Headset macht Retro-Gaming deutlich mehr Spaß. Dennoch bleibt der Wunsch, MANGMI hätte sich für front- oder seitlich gerichtete Lautsprecher entschieden, denn schon ein kleiner Designwechsel hätte den Audioeindruck spürbar verbessern können.

Hardware und Ausstattung: Snapdragon 662 im Dienst der Nostalgie

Unter dem hübschen Retro-Kleid arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 662, flankiert von 4 GB LPDDR4X-RAM und 64 GB eMMC-Speicher. Das ist kein Paket, das in einem High-End-Smartphone 2025 für Begeisterung sorgt, aber für den Einsatzzweck des Air X ist es überraschend passend. Der 662er-Chip ist eher für Effizienz als für rohe Power bekannt, was im Kontext eines Handhelds mit Android-Basis durchaus sinnvoll ist. Weniger Stromhunger bedeutet geringere Wärmeentwicklung und in der Regel eine ruhigere, stabilere Performance.

Die 64 GB interner Speicher sind für ein paar Android-Spiele und einige PS2- oder PSP-ISOs schnell gefüllt. Zum Glück gibt es einen TF-Kartenslot, über den sich die Kapazität unkompliziert erweitern lässt. Wer sich eine kleine Retro-Bibliothek aufbauen möchte, kommt an einer zusätzlichen Speicherkarte ohnehin nicht vorbei. Zusätzlich installiert MANGMI einen eigenen Game Launcher, der Spiele vom internen Speicher und von der Karte einscannt und in einer aufgeräumten Oberfläche präsentiert. Das Ergebnis fühlt sich deutlich mehr nach Konsole als nach generischem Android-Tablet an.

Benchmark-Fetischisten müssen draußen bleiben

Natürlich könnte man sich nun durch eine Batterie an Benchmarks arbeiten und den Air X in Diagrammen mit Smartphones und anderen Handhelds vergleichen. Aber damit würde man am eigentlichen Punkt vorbeischrammen. Der MANGMI Air X will nicht mit Frames-per-Second-Rekorden prahlen, sondern ein Gefühl transportieren: das Gefühl, kultige Spiele vergangener Konsolengenerationen überall und jederzeit spielen zu können. Deshalb ist ein praxisnaher Ansatz hier viel aussagekräftiger als jede synthetische Kennzahl.

Im Test verzichtete ich bewusst auf Tools wie Geekbench oder 3DMark und wandte mich direkt der Emulation zu. Als Hauptkandidat diente NetherSX2 für PlayStation-2-Spiele. Statt irgendwelcher zufälligen Titel landeten bewusst Klassiker im Slot: God of War, GTA: San Andreas, Tekken 5 und Resident Evil 4. Also genau jene Spiele, die viele Spieler mit langen Abenden vor der PS2 verbinden – nur eben dieses Mal auf einem 5,5-Zoll-Bildschirm im Querformat.

PS2-Emulation: mehr Leistung, als die Daten vermuten lassen

Die eigentliche Überraschung: Der MANGMI Air X schlägt sich in der PS2-Emulation deutlich besser, als man es einem sparsamen Mittelklasse-Chip zutrauen würde. God of War läuft in weiten Teilen flüssig genug, um Combos sauber auszuführen und Gegnerhorden ohne Frust zu bekämpfen. In GTA: San Andreas kann man entspannt durch Los Santos cruisen, Missionen absolvieren und das virtuelle Chaos genießen, ohne ständig mit massiven Rucklern zu kämpfen. Tekken 5 wahrt die Dynamik der Kämpfe, und Resident Evil 4 behält seine dichte, leicht klaustrophobische Atmosphäre.

Ganz ohne Kompromisse geht es nicht: In besonders anspruchsvollen Szenen oder schlecht optimierten Passagen können die Bildraten kurz nach unten gehen. Doch der entscheidende Punkt ist, dass diese Drops selten den Spielspaß zerstören. Viel störender war im Alltag ein anderes Detail: das Controller-Mapping. Je nach Spiel und Voreinstellung erkennt NetherSX2 nicht immer alle Tasten so, wie man es erwarten würde. Das zwingt einen gelegentlich dazu, über den virtuellen Touch-Controller ins Menü zu navigieren und das Layout nachzujustieren. Nach ein wenig Feintuning belohnt der Air X dann aber mit einem erstaunlich authentischen PS2-Gefühl im Handheld-Format.

Android-Gaming: PUBG, Genshin und Co. im Check

Weil der MANGMI Air X letztlich ein Android-Gerät ist, gehört natürlich auch ein Blick auf native Mobile-Games dazu. Im Test durften unter anderem PUBG: Battlegrounds und Genshin Impact antreten – beides bekannt dafür, Hardware-Budgets schnell auszuloten. Die Erwartungshaltung war realistisch: Mittelere oder niedrige Grafik-Presets statt Maximum, dafür eine möglichst stabile Bildrate.

In PUBG läuft der Air X auf moderaten Settings überraschend rund. Die Steuerung profitiert spürbar von den echten Analog-Sticks und Schultertasten, was gegenüber reinem Touchscreen-Gaming einen deutlichen Vorteil bringt. Genshin Impact ist erwartungsgemäß anspruchsvoller und verlangt stärkere Einschnitte bei Texturqualität, Schatten und Effekten. Wer bereit ist, optisch ein wenig herunterzuschrauben, kann aber auch hier gut spielbare Sessions herauskitzeln. Viele weniger hardwarehungrige Android-Games – von 2D-Indietiteln bis hin zu klassischen Mobile-RPGs – laufen ohnehin ohne nennenswerte Probleme.

PSP und frühere Systeme: die Komfortzone des Air X

So beeindruckend die PS2-Emulation ist, so deutlich spürt man, dass der MANGMI Air X eigentlich für etwas weniger fordernde Systeme wie gemacht ist. Die Kombination aus Displaygröße, Auflösung, Leistungsprofil und Steuerung passt perfekt zur PSP-Generation. Titel aus dieser Ära sind in der Regel leichter zu emulieren als PS2-Games, was zusätzlich Luft für höhere interne Auflösungen und Filter lässt, ohne dass der Chip ins Schwitzen gerät. Wer seine alte PSP-Sammlung virtuell wiederbeleben möchte, findet im Air X einen sehr passenden Partner.

Noch weiter zurück in die Vergangenheit wird das Gerät fast schon überdimensioniert. 16-Bit- und 32-Bit-Konsolen, klassische Handhelds wie Game Boy Advance oder auch viele Arcade-Platinen laufen auf dem Air X quasi im Leerlauf. Hier rücken Komfort, Bedienung und Bibliotheksverwaltung in den Vordergrund. Einmal eingerichtet, wird aus dem MANGMI Air X im besten Sinne ein wandelbares Retro-Archiv, das vom Jump-and-Run aus Kindertagen bis zum frühen 3D-Abenteuer alles in sich vereinen kann.

Software, Launcher und Alltagstauglichkeit

Dass als Betriebssystem Android zum Einsatz kommt, hat einen angenehmen Nebeneffekt: Es gibt kaum Hürden beim Einstieg. Statt sich an ein kryptisches proprietäres Interface zu gewöhnen, loggt man sich einfach mit seinem Google-Konto ein, lädt Emulations-Apps oder Spiele aus bekannten Quellen und kann im Prinzip sofort loslegen. Die Oberfläche des Systems reagiert flott, die Navigation durch Menüs, Einstellungen und App-Drawer fühlt sich vertraut an.

Der vorinstallierte Game Launcher von MANGMI sorgt dann für das Konsolen-Gefühl. Er bündelt die installierten Titel, zeigt Cover an und sorgt dafür, dass man mit wenigen Klicks im Wunschspiel landet. Zwischen Emulationen, Android-Games und Systemmenüs hin- und herzuspringen, klappt ohne nervige Wartezeiten oder häufige Abstürze. Für einen Handheld, der in erster Linie Freizeitgerät ist, wirkt diese Mischung aus Flexibilität und Einfachheit sehr gelungen.

Preis, Zielgruppe und Einsatzszenarien

Mit einem Preis um die 89,99 US-Dollar positioniert sich der MANGMI Air X in einem Segment, in dem jeder Euro Mehrleistung spürbar auf dem Preisschild landet. Er wird damit automatisch zu einem Gerät, das man weniger als Hauptplattform und eher als Zweitkonsole betrachtet. Genau in dieser Rolle spielt er seine Stärken voll aus. Der Air X ist kein Ersatz für eine aktuelle PlayStation, kein Konkurrent für leistungsstarke Windows-Handhelds und auch kein Alltags-Smartphone. Er ist das Gerät, das auf dem Couchtisch liegt, im Rucksack steckt oder auf Reisen begleitet, wenn man zwischendurch einfach nur ein paar Runden in einem Klassiker drehen möchte.

Retro-Fans, die ihre PS2- oder PSP-Ära im Gedächtnis tragen, gehören ganz klar zur Kernzielgruppe. Aber auch jüngere Spielerinnen und Spieler, die gerade erst entdecken, warum bestimmte Titel als Legenden gelten, können mit dem Air X viel anfangen. Gleichzeitig eignet sich das Gerät als verhältnismäßig preisgünstiges Geschenk, ohne dass man ein teures Smartphone in Kinderhände geben muss. In Kombination mit einer vernünftigen Speicherkarte und etwas Zeit für die Einrichtung der Emus entsteht ein Paket, das in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis sehr schwer zu schlagen ist.

Fazit: keine Wunderwaffe, aber ein starker Retro-Spezialist

Wenn man den MANGMI Air X allein an den Maßstäben moderner High-End-Hardware misst, fallen die Kritikpunkte schnell ins Auge: der eher durchschnittliche Lautsprecher, das kratzempfindliche Gehäuse, der betagte Snapdragon 662 und das gelegentlich fummelige Controller-Mapping in manchen Emulatoren. All das ist real und sollte nicht verschwiegen werden.

Doch sobald man die Perspektive wechselt und sich auf das konzentriert, was der Air X sein möchte, ergibt sich ein deutlich stimmigeres Bild. Als Retro-Handheld mit Android-Basis, Schwerpunkt Emulation und einem Preis knapp unter der 100-Dollar-Marke liefert er eine erstaunlich runde Gesamtleistung. Das 5,5-Zoll-IPS-Display ist ein echter Pluspunkt, die Ergonomie stimmt, der Game Launcher macht das Handling angenehm und die Emulationsleistung – vor allem im PS2- und PSP-Bereich – übertrifft die Erwartungen, die man an die nackten Specs haben könnte.

In seiner Nische erzielt der MANGMI Air X damit eine Wertung irgendwo im Bereich von 9 von 10 Punkten. Er ist nicht das richtige Werkzeug für alle, aber eine hervorragend passende Lösung für eine sehr konkrete Zielgruppe: Menschen, die ihr Spielejahrzehnt von früher noch einmal erleben wollen, diesmal auf einem kleinen, leichten und überraschend fähigen Handheld. Wer schon immer davon geträumt hat, seine Lieblingsklassiker unterwegs im Bus, im Zug oder abends im Bett zu zocken, ohne ein Vermögen auszugeben, sollte den Air X definitiv auf dem Zettel haben.

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