Sie ist nicht Neo am Ende von Matrix – mit diesen Worten hat Showrunner Eric Kripke die Erwartungen vieler Fans gebremst, die gehofft hatten, Marie Moreau aus Gen V würde in der fünften Staffel von The Boys Homelander endlich besiegen. So mächtig sie auch scheint, Kripke macht klar: Marie ist noch lange keine Heldin auf Messias-Niveau. 
Sie steht am Anfang ihrer Entwicklung – voller Fehler, Zweifel und Blut.
Nach dem Finale der zweiten Staffel von Gen V brodelten die Theorien: Marie, die Blut manipulieren kann, wäre doch die perfekte Waffe gegen Homelander. Schließlich ist ihr Talent beängstigend – sie kann das Blut anderer kontrollieren, es als Waffe einsetzen und theoretisch sogar einen Gott wie Homelander zerreißen. Aber Kripke sieht das anders: rohe Kraft macht noch keine Kontrolle. Marie ist stark, aber unerfahren – und das ist genau der Punkt.
„Sie ist unglaublich mächtig, aber das bedeutet nicht, dass sie weiß, was sie tut“, erklärte Kripke. „Wir wollen keine perfekte Figur. Wir wollen jemanden, der kämpft, lernt, stolpert. Das ist die Geschichte.“ Er vergleicht sie mit Neo – aber nicht mit dem allmächtigen Neo am Ende von Matrix, sondern mit dem verwirrten Neo, der gerade erst versteht, dass er die Regeln brechen kann. Eine Figur, die wachsen muss, nicht eine, die alles sofort kann.
Die fünfte Staffel von The Boys spielt rund ein halbes Jahr nach den Ereignissen von Gen V. Marie könnte also auftauchen, vielleicht sogar Seite an Seite mit Starlight und A-Train. Doch Kripke dämpft die Erwartungen: „Sie ist keine deus-ex-machina. Sie ist ein Mensch mit unfassbarer Macht, aber ohne die Kontrolle darüber.“ Laut ihm lebt die Serie von Konflikt, Schmerz und moralischer Ambiguität – nicht von einfachen Siegen.
Die große Frage bleibt: Wer wird Homelander töten? Kripke hält sich bedeckt, deutet aber an, dass Billy Butcher „ganz vorne in der Schlange“ steht. Trotzdem warten viele auf ihre Chance – Starlight, Hughie, Stan Edgar, und ja, vielleicht auch Marie. Der Showrunner betont jedoch, dass der Showdown nicht einfach ein Duell sein wird. Der Fall des mächtigen Supes könnte durch Verrat, Teamarbeit oder ironische Gerechtigkeit kommen – nicht durch einen einzigen Schlag.
Fans diskutieren heftig. Einige glauben, Homelanders Sohn Ryan wird derjenige sein, der ihn zur Strecke bringt – eine symbolische Abrechnung für all das Leid, das sein Vater verursacht hat. Andere wünschen sich ein episches Finale à la Game of Thrones, mit einer gigantischen Schlacht gegen Vought. Und dann gibt es noch die, die lieber sehen würden, wie Homelander seine Kräfte verliert, einsam und vergessen – ein gebrochener Mann, der Enten im Park füttert und sein geliebtes Glas Milch trinkt.
Egal, wie es endet: Marie ist nicht die Auserwählte, die alles rettet. Sie ist eine Figur im Werden, eine junge Frau, die lernen muss, was Macht wirklich bedeutet. Und genau das macht The Boys so faszinierend – die Mischung aus Gewalt, Ironie und Menschlichkeit in einer Welt, die längst jede Moral verloren hat.