Das Entwicklerstudio The Outsiders, bekannt für den rhythmischen Ego-Shooter Metal: Hellsinger, wurde nach einer neuen Entlassungswelle beim Publisher Funcom endgültig geschlossen. 
Damit endet eine zehnjährige Reise eines Teams, das sich durch Leidenschaft, Mut und Kreativität einen Namen gemacht hat.
Der Mitgründer und Creative Director des Studios, David Goldfarb, bestätigte die Nachricht in einem emotionalen Beitrag auf X (ehemals Twitter). „Ich hatte noch keine Zeit, das alles wirklich zu verarbeiten“, schrieb er. „Sowohl The Outsiders als auch Funcom Stockholm wurden von den Entlassungen betroffen, und unser zehn Jahre altes Studio wird schließen.“ Goldfarb erinnerte daran, wie das Team bereits früher ums Überleben kämpfte, als das Projekt Darkborn eingestellt wurde – und dass aus dieser Krise letztlich Metal: Hellsinger entstand. „Dieses Spiel wird für mich immer ein persönlicher Höhepunkt bleiben.“
Er dankte seiner Crew für Loyalität und Durchhaltevermögen, ohne die das Spiel nie entstanden wäre. „Wir hatten gehofft, diesmal noch Größeres zu schaffen“, fügte er hinzu. „Aber nicht alles läuft so, wie man es plant. Wir geben trotzdem nicht auf und wollen in irgendeiner Form weitermachen.“
Goldfarb bat die Community um Unterstützung – sei es durch Jobangebote, Businesskontakte oder einfach Ratschläge. „Veränderung ist nie leicht, und im Moment tut es einfach weh. Danke an alle, die uns helfen.“ Auf LinkedIn schrieb er zusätzlich, dass es ihn Überwindung kostete, den Post abzuschicken: „Ich wollte es nicht veröffentlichen, weil es dann real wird. Aber irgendwann muss man es tun.“
The Outsiders wurde 2015 gegründet und arbeitete sechs Jahre lang unabhängig, bevor Funcom das Studio 2021 übernahm. In dieser Zeit entwickelte das Team Metal: Hellsinger – eine mutige Mischung aus Metal-Soundtrack und Shooter-Gameplay, bei dem die Spieler im Takt der Musik kämpfen müssen. Das Konzept wurde von Kritikern gefeiert und von Fans geliebt – ein seltenes Beispiel für ein Indie-Spiel mit starkem Stil und echter musikalischer Seele.
Auf der offiziellen Website war von rund 30 Mitarbeitenden im schwedischen Studio die Rede. Wie viele Personen insgesamt von den Entlassungen betroffen sind, hat Funcom bislang nicht öffentlich gemacht. In einem Statement erklärte der Publisher, dass die Kürzungen Teil einer Umstrukturierung seien, da der Fokus des Unternehmens sich von der Entwicklung des neuen Survival-MMOs Dune: Awakening hin zu laufender Betreuung und neuen Inhalten verschiebe. Funcom bezeichnete Dune: Awakening als „den größten Release in unserer 32-jährigen Firmengeschichte“.
Für viele Fans ist das Aus von The Outsiders ein bitteres Beispiel dafür, wie anfällig selbst kreative und erfolgreiche Studios sein können, wenn wirtschaftliche Interessen überwiegen. Doch Goldfarbs letzte Worte machen Mut: „Das ist nicht das Ende. Wir finden einen neuen Weg.“
2 kommentare
traurig, aber typisch für die Branche
Ruhe in Frieden, The Outsiders – ihr wart großartig