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Jens Bergensten erklärt: Den Creeper würde es heute wohl nicht mehr geben – aber er bleibt Kult

von ytools
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Der Creeper – das wohl bekannteste Monster aus Minecraft – wäre heute vermutlich nie erschaffen worden. Das sagte Jens Bergensten, Kreativdirektor bei Mojang, in einem neuen Entwicklergespräch über Spielbalance und Fairness. Nach den heutigen Designprinzipien, die sich stark auf Fairness gegenüber den Spielern konzentrieren, wäre der Creeper schlicht zu „kontrovers“.
Jens Bergensten erklärt: Den Creeper würde es heute wohl nicht mehr geben – aber er bleibt Kult
Und trotzdem: Er ist längst zu einem Symbol des Spiels geworden – und ohne ihn wäre Minecraft nicht dasselbe.

Bergensten erklärte, dass Mojang mittlerweile einem klaren Grundsatz folgt: Wenn einem Spieler etwas Schlechtes passiert, sollte es immer seine eigene Schuld sein. Das bedeutet: Der Spieler muss es selbst verursacht oder zumindest die Möglichkeit gehabt haben, es zu verhindern. Diese Philosophie sorgt dafür, dass Frust nicht aus purer Willkür entsteht – etwas, das in der Frühzeit von Minecraft kaum eine Rolle spielte.

„Wir wollen Spieler nicht unfair behandeln“, so Bergensten. „Schlechte Dinge dürfen passieren, aber sie sollten technisch gesehen die Schuld des Spielers sein – entweder, weil er sie verursacht hat oder weil er sie hätte vermeiden können.“

Diese Denkweise prägt heute alle neuen Inhalte – ob Biome, Items oder Kreaturen. Zufällige, unvorhersehbare Ereignisse, die mühsam Erbautes zerstören, gelten nun als schlechtes Design. Bergensten erinnerte an frühere Probleme: etwa Eisen-Golems, die beim Versuch, Dörfer zu verteidigen, Creeper angriffen und dadurch ganze Häuser in die Luft jagten, oder Endermen, die wichtige Blöcke aus komplexen Redstone-Schaltungen stahlen und so tagelange Arbeit zunichtemachten.

Heutige Herausforderungen sollen sich freiwillig anfühlen – wie der bewusste Schritt ins End, um den Enderdrachen zu bekämpfen. Schwierigkeit ja, aber bitte selbst gewählt. Der Creeper dagegen bricht alle diese Regeln: Er taucht plötzlich auf, explodiert ohne Vorwarnung und kann in Sekunden stundenlange Bauarbeit zerstören. Nach modernen Maßstäben ist das unfair – oder, wie Bergensten sagt, „heute einfach zu kontrovers“. „Ich habe selbst immer noch ein bisschen Angst vor ihm“, gibt er zu. „Wenn wir uns an unsere aktuellen Richtlinien halten würden, hätten wir den Creeper wohl nie hinzugefügt.“

Doch der Creeper bleibt. Er ist nicht mehr nur ein Gegner, sondern das Gesicht von Minecraft – zu finden auf T-Shirts, Lego-Sets, Spielzeugfiguren und in unzähligen Memes. Was einst aus einem Programmierfehler entstand, wurde zu einem der ikonischsten Monster der Videospielgeschichte. Man kann ihn lieben oder hassen – aber ohne den Creeper wäre Minecraft nur halb so legendär.

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