Ab und zu überrascht die Modding-Szene mit Projekten, die so verrückt klingen, dass man sie kaum für möglich hält. Genau das macht aktuell der YouTuber und Modder InfernoPlus: Er arbeitet daran, The Elder Scrolls III: Morrowind, das Kult-RPG aus dem Jahr 2002, in die Engine von Elden Ring zu übertragen. 
Ursprünglich wollte er Morrowind auf die Engine von Dark Souls portieren, doch schnell wurde klar, dass FromSoftwares neuestes Werk mit seiner Technik die besseren Möglichkeiten bietet.
Wie InfernoPlus erklärt, erlaubt die Elden Ring-Engine eine deutlich höhere Detailtreue, modernes Beleuchtungssystem und eine inzwischen erstaunlich ausgereifte Modding-Toolchain aus der Community. Dinge, die vor ein paar Jahren noch wie Science-Fiction wirkten, sind damit plötzlich machbar. Der Modder arbeitet seit Monaten daran und schätzt, dass er grob bei der Hälfte angekommen ist – auch wenn sich das schwer genau beziffern lässt.
Der Stand der Dinge: Die Weltgenerierung ist abgeschlossen, Innenräume sind weitgehend fertiggestellt, und auch die Licht- und Umwelteffekte sind fast final, brauchen aber noch Feinschliff. Dialog- und Script-Systeme fehlen derzeit noch. Besonders amüsant: NPCs sind momentan nur Platzhalter – alle Menschen erscheinen als Standardfigur aus Elden Ring, während Tiere einfach durch Ziegen ersetzt wurden. Sprachausgabe soll es erst ganz am Ende geben.
Natürlich stellt sich die Frage nach dem Urheberrecht. Laut InfernoPlus gibt es hier keine Probleme: Der Mod enthält keinerlei Morrowind-Daten. Spieler müssen ein legales Exemplar von Morrowind besitzen, ähnlich wie bei dem bekannten Mod A Tale of Two Wastelands, der Fallout 3 und New Vegas verbindet. Außerdem ist das Projekt Open Source, und der Entwickler bittet um Unterstützung – sei es über Patreon oder durch aktive Mitarbeit.
Interessant ist, dass Morrowind damit gleich mehrere große Fanprojekte hat: Neben Skywind, das die Welt nach Skyrim bringt, gibt es auch Morro RTX, wo mit NVIDIAs RTX Remix experimentiert wird. Dass ein über 20 Jahre altes Spiel noch immer so viele Großprojekte inspiriert, zeigt, welchen Stellenwert es bis heute hat. Offenbar sehnen sich viele Spieler weiterhin nach tiefen Geschichten und echtem Rollenspiel-Feeling – Dinge, die modernen Releases oft fehlen.
Ob das Ganze je komplett fertig wird, bleibt abzuwarten. Doch allein der Versuch beweist: Alte Welten sterben nicht – sie suchen sich einfach neue Engines zum Weiterleben.