Motorola macht ernst mit Smartphones, die nicht nur per Finger, sondern auch mit einem Stylus bedient werden. Nach einigen verwirrenden Leaks gibt es nun endlich ein Bild, das sehr überzeugend das echte Moto G Stylus (2026) zeigen soll – und nicht wie zuvor fälschlicherweise das Moto G Power (2026). 
Für alle, die gerne handschriftliche Notizen auf dem Display kritzeln oder unterwegs schnell Skizzen erstellen, ist das der erste wirklich glaubhafte Blick auf Motorolas Stylus-Mittelklasse für 2026.
Optisch reiht sich das Moto G Stylus (2026) nahtlos in die aktuelle Designsprache der Marke ein. Auf dem Leak ist ein rechteckiges Kameramodul mit zurückhaltender Optik zu sehen, dazu leicht abgerundete Kanten und eine Rückseite mit Kunstleder-Finish. Gezeigt wird das Gerät in mindestens zwei Farben, beide eher dezent als laut. Motorola scheint hier klar auf ein seriöses, nahezu „Business-taugliches“ Auftreten zu setzen, statt auf auffällige Farbverläufe oder schillernde Glasflächen.
Der Kunstleder-Look ist dabei mehr als nur Kosmetik. Eine strukturierte Rückseite sorgt in der Praxis für besseren Grip, liegt angenehmer in der Hand und ist deutlich weniger anfällig für Fingerabdrücke als glatte Glas- oder Hochglanz-Kunststoffgehäuse. Gerade bei einem Smartphone mit Stylus, das häufig und lange in der Hand gehalten wird, kann das den Unterschied machen. Wer viel schreibt, PDFs kommentiert oder Bilder mit einem Feinstift retuschiert, wird ein griffiges, warmes Material auf der Rückseite zu schätzen wissen.
Technisch bleibt das Moto G Stylus (2026) allerdings noch ein großes Fragezeichen. Weder zur Displaydiagonale und Bildwiederholrate noch zur Plattform, Kamerabestückung, Akkugröße oder Ladeleistung gibt es belastbare Daten. Wer die bisherigen G-Stylus-Generationen kennt, kann aber erahnen, wohin die Reise geht: wahrscheinlich ein großes Display, solide Mittelklasse-Leistung, Fokus auf lange Laufzeit und ein klar hervorgehobenes Stylus-Feature, das sich tief in die Software integriert. Ob Motorola beim Thema Kamera oder Performance einen Gang hochschaltet, ist derzeit reine Spekulation.
Spannend wird es nicht nur in der Mittelklasse, sondern auch am oberen Ende des Portfolios. Parallel arbeitet Motorola am Edge 70 Ultra, einem Flaggschiff-Modell, das laut Leaks ebenfalls Stylus-Support bieten soll. Damit positioniert sich das Gerät nicht nur als klassisches Premium-Smartphone, sondern als Werkzeug für Produktivität und Kreativität: gedacht für Nutzerinnen und Nutzer, die Präsentationen verfeinern, Layouts anreißen, Fotos präzise bearbeiten oder einfach lieber handschriftliche Notizen statt reine Tipparbeit nutzen.
Die große offene Frage rund um das Edge 70 Ultra lautet: Wie liefert Motorola den Stift aus? Wird der Stylus fest zum Lieferumfang gehören, vielleicht sogar im Gehäuse verstaut, oder muss man ihn separat kaufen? Sollte Motorola sich dafür entscheiden, die Caneta – pardon, den Stift – direkt beizulegen und das auch klar zu bewerben, wäre das eine recht deutliche Kampfansage an Samsungs Galaxy S26 Ultra, das in der Android-Welt als der Maßstab für integrierte Stylus-Lösungen gilt.
Selbst wenn der Stylus am Ende nur optionales Zubehör für das Edge 70 Ultra bleibt, verschiebt sich die Rolle Motorolas im Markt. Mit dem Moto G Stylus (2026) adressiert der Hersteller preisbewusste Nutzer, die Spaß an einem Stift haben, ohne Flaggschiff-Preise zahlen zu wollen. Das Edge 70 Ultra richtet sich dagegen an Power-User, Early Adopters und alle, die ein Rundum-sorglos-Paket aus Top-Hardware, hochwertigem Display und Stylus-Unterstützung suchen. Diese Zwei-Säulen-Strategie könnte Motorola helfen, sich in einer Nische zu etablieren, die lange von Samsung dominiert wurde.
Was jetzt noch fehlt, sind handfeste Fakten: genaue Spezifikationen, Preise, Marktstart und die Liste der Regionen, in denen beide Modelle offiziell erscheinen. Dennoch zeichnet sich bereits ab, wohin die Reise geht. 2026 dürfte das Jahr werden, in dem Stylus-Smartphones wieder deutlich sichtbarer im Android-Kosmos auftreten – und Motorola will offensichtlich nicht länger nur zuschauen, wie Samsung mit der Galaxy-S26-Ultra-Reihe den Markt alleine bespielt.