MSI drückt beim Thema OLED-Monitore ordentlich aufs Tempo – und mit dem MSI MAG 274QP QD-OLED X24 bekommt jetzt vor allem die Mittelklasse frisches Futter. Das neue Modell ist in den USA bereits für rund 499 US-Dollar bei Amazon aufgetaucht und richtet sich an Spielerinnen und Spieler, die den typischen QD-OLED-Look mit tiefem Schwarz, enormem Kontrast und kräftigen Farben wollen, ohne gleich in die Region von 800 bis 1000 US-Dollar für ein Flaggschiff zu rutschen.
In den vergangenen Monaten hat MSI eine ganze Reihe von OLED-Displays vorgestellt, darunter extreme High-End-Modelle mit Bildwiederholraten bis an die 500-Hz-Marke. Doch die Realität vieler Gaming-Setups sieht anders aus: Die meisten nutzen starke, aber nicht absolute High-End-Grafikkarten und zielen auf ein sinnvolles Verhältnis aus Bildqualität, FPS und Preis. Genau hier soll der MAG 274QP QD-OLED landen – als Monitor, der sich wie ein Premium-Gerät anfühlt, aber preislich noch halbwegs erreichbar bleibt.
Verwandt mit dem MAG 272QP – aber nicht identisch
Wer schon einen Blick auf den MAG 272QP QD-OLED geworfen hat, wird beim MAG 274QP ein deutliches Déjà-vu erleben. 
Auf dem Datenblatt wirken beide Displays fast wie Geschwister: 26,5 Zoll Diagonale im 27-Zoll-Segment, eine leicht ungewöhnliche QHD-Auflösung von 2440 × 1440 und eine maximale Bildwiederholrate von 240 Hz. Der Einsatzzweck ist klar definiert: schnelles, reaktionsfreudiges Gaming in Shootern, MOBAs und Battle Royales, kombiniert mit einer Bildqualität, die auch storylastige AAA-Titel sehr gut aussehen lässt.
Spannend wird es bei der Panel-Beschreibung. Beim MAG 272QP sprach MSI auf der eigenen Website recht vage von einem „aktuellen OLED-Panel“. Beim MAG 274QP geht der Hersteller deutlich weiter und nennt explizit ein QD-OLED-Panel der dritten Generation von Samsung. Das ist mehr als nur ein Marketing-Schlagwort: Jede Generation bringt in der Regel Verbesserungen bei Effizienz, Farbhomogenität, Textschärfe und der Stabilität von Helligkeit und Farbe mit sich. Damit taugt das Display nicht nur als reiner Gaming-Schirm, sondern fühlt sich auch im Alltag – sei es beim Surfen, Arbeiten oder Studieren – runder an.
Trotzdem bleiben die beiden Monitore in vielen Kerndaten fast deckungsgleich. Der MAG 274QP ist eher eine feinjustierte Weiterentwicklung als ein radikal neues Konzept. MSI hat an Stellschrauben wie Anschlüssen, Gewicht und Positionierung gedreht, ohne die grundlegende Ausrichtung zu verändern.
QHD bei 240 Hz: der Sweet Spot für aktuelle Gaming-PCs
Die Kombination aus 26,5 Zoll und 2440 × 1440 Auflösung trifft genau den Punkt, den viele Gaming-Systeme heute anvisieren. Das Bild wirkt deutlich schärfer als auf einem klassischen Full-HD-Monitor, bleibt aber wesentlich leichter befeuerbar als ein 4K-Panel. Wer eine GPU auf dem Niveau einer RTX 4060 oder 4070 – beziehungsweise vergleichbare AMD-Karten – nutzt, kann in vielen E-Sport-Titeln hohe dreistellige FPS-Werte realistisch erreichen und den 240-Hz-Sweet-Spot sinnvoll ausnutzen.
Mit bis zu 240 Hz Bildwiederholrate und einer spezifizierten Reaktionszeit von 0,03 ms GtG zielt der MAG 274QP klar auf Spieler, die Wert auf extrem flüssige Bewegungsdarstellung legen. Die VESA-ClearMR-13000-Zertifizierung unterstreicht, dass der Monitor bei schnellen Bewegungen deutlich weniger Bewegungsunschärfe zeigt als typische 144-Hz-Modelle. Gerade in schnellen Shootern, Rennspielen oder Actiontiteln bleiben Gegner, HUD-Elemente und Zielkreuze besser ablesbar, wenn man abrupt die Richtung ändert oder stark mit der Maus flickt.
Dazu kommt Adaptive Sync, das die Bildausgabe der Grafikkarte mit der Darstellung auf dem Monitor synchronisiert. Tearing und störende Mikroruckler werden so deutlich reduziert, besonders wenn die FPS mal nicht perfekt stabil bleiben. Am Ende sorgt diese Kombination für ein sehr direktes Spielgefühl, das man nach einiger Zeit nur ungern wieder gegen langsamere Displays eintauscht.
Farbabdeckung und Genauigkeit: nicht nur für Gamer interessant
Auch wenn das Branding ganz klar in Richtung Gaming geht, bringt der MAG 274QP QD-OLED Eigenschaften mit, die ihn für Content-Creator spannender machen als viele reine Zocker-Monitore. MSI gibt eine Farbraumabdeckung von 99 % DCI-P3, 98 % Adobe RGB und rund 138 % sRGB an. Damit deckt der Monitor sowohl den Kino-Standard als auch typische Foto- und Print-Workflows ab, was ihn für Foto- und Videobearbeitung, Grafikdesign oder Farbkorrektur attraktiv macht.
Die Farbgenauigkeit wird mit einem Delta E < 2 angegeben. Das bedeutet vereinfacht: Abweichungen von der Referenz sind so gering, dass die meisten Nutzer sie ohne Messgerät nicht bewusst wahrnehmen. In Verbindung mit echter 10-Bit-Farbtiefe und bis zu 1,07 Milliarden darstellbaren Farbtönen sorgt das für saubere, fein abgestufte Farbverläufe ohne sichtbare Stufen oder Banding. Wer tagsüber Bilder sortiert, Clips schneidet oder Social-Media-Grafiken erstellt und abends ins Ranked-Match wechselt, findet im MAG 274QP somit einen Bildschirm, der beide Welten ordentlich abdeckt.
Helligkeit und HDR: typischer OLED-Kompromiss
Wo der MAG 274QP QD-OLED weniger spektakulär unterwegs ist, sind die Helligkeitswerte. Im SDR-Betrieb liegen sie bei etwa 200 cd/m², im HDR-Modus sind es laut Spezifikation bis zu 400 cd/m² in der Spitze. Das entspricht ziemlich genau dem Verhalten des MAG 272QP und vieler anderer QD-OLED-Monitore in dieser Preisregion.
In der Praxis heißt das: Wer den Monitor direkt vor ein großes, unverschattetes Fenster stellt, wird mit Reflexionen und eher zurückhaltender Knalligkeit leben müssen. In einem halbwegs kontrollierten Setup – mit Vorhängen, Rollo oder ohne direkte Sonneneinstrahlung – spielt das Panel dagegen seine Stärken aus. Denn OLED punktet traditionell nicht mit maximaler Helligkeit, sondern mit extremem Kontrast. Einzelne Pixel können vollständig abgeschaltet werden, Schwarz ist daher wirklich schwarz und nicht bloß dunkelgrau. Gerade in düsteren Szenen, atmosphärischen Singleplayer-Games oder beim Filmschauen wirkt das Bild dadurch deutlich plastischer, als es selbst viele sehr helle IPS-Displays hinbekommen.
Anschlüsse und Alltagstauglichkeit: ein Schritt vor, einer zurück
Beim Blick auf die Schnittstellen zeigt sich der wohl größte funktionale Unterschied zum MAG 272QP. MSI verzichtet beim MAG 274QP auf den USB-Typ-C-Anschluss mit DisplayPort-Alt-Mode, der beim Vorgänger noch an Bord war. Für alle, die ein aktuelles Notebook mit nur einem Kabel für Bild, Daten und teilweise auch Strom anbinden wollen, ist das ein spürbarer Rückschritt. Man kann das Display natürlich weiterhin an Laptops nutzen, muss dann aber auf klassische Videoports ausweichen.
Bleiben wir bei der guten Nachricht: Die Gaming-Basis ist vorhanden. Zwei HDMI-2.1-Eingänge und ein DisplayPort-1.4a-Anschluss decken aktuelle PC- und Konsolen-Setups ab. Während der PC typischerweise über DisplayPort mit maximaler Bildwiederholrate läuft, können PlayStation 5 oder Xbox Series X via HDMI 2.1 mit hohen Hz-Werten und variabler Bildwiederholrate versorgt werden. Laut Datenblatt ist der MAG 274QP zudem etwa ein Kilogramm schwerer als der 272QP, was beim Einsatz mit dünnen Monitorarmen oder filigranen Tischhalterungen durchaus eine Rolle spielen kann.
Preisgestaltung und Rolle im OLED-Markt
Interessant ist auch, wie MSI den MAG 274QP QD-OLED positioniert. Der MAG 272QP startete in China mit einem Preis von rund 420 US-Dollar und galt damit als ziemlich aggressiver Einstieg in die QD-OLED-Welt. Der MAG 274QP legt preislich eine Schippe drauf und ist bei Amazon in den USA aktuell für etwa 499 US-Dollar gelistet – trotz des Wegfalls von USB-C.
Natürlich lassen sich Preise zwischen Regionen nur bedingt direkt vergleichen, da Steuern, Währungen und Händleraufschläge mit hineinspielen. Dennoch: 499 US-Dollar sind immer noch deutlich unter der Liga der absoluten High-End-OLEDs, die mit 360 oder gar 500 Hz, aufwendiger Kühlung und Mini-LED-Konkurrenz um die 800 bis 1000 US-Dollar kosten. MSI peilt mit dem MAG 274QP offensichtlich Enthusiasten an, die Wert auf ein modernes QD-OLED-Panel, 240 Hz und starke Farbleistung legen, aber nicht jeden Euro für die letzten Prozentpunkte Spitzenhelligkeit oder Hertz opfern wollen.
Am Ende wird die Entscheidung vieler Käufer wohl davon abhängen, welches Modell lokal den besseren Deal bietet. Wer unbedingt USB-C möchte, schaut sich eher nach Restbeständen des MAG 272QP um. Wer auf das neuere Samsung-Panel der dritten Generation setzt und ohnehin primär per HDMI oder DisplayPort anschließt, findet im MAG 274QP eine sehr attraktive Option. In jedem Fall zeigt der Launch, dass QD-OLED-Monitore in der Mittelklasse angekommen sind – und mit wachsender Konkurrenz steigen die Chancen, dass die Preise in Zukunft Schritt für Schritt weiter nach unten wandern.
1 kommentar
Für einen QD-OLED mit 240 Hz klingt der Preis ehrlich gesagt gar nicht so schlecht, auch wenn die Helligkeit etwas mau ist