Startseite » Nicht kategorisiert » Neuer BioShock: Warum Take-Two überzeugt ist, dass das Projekt jetzt auf Kurs ist

Neuer BioShock: Warum Take-Two überzeugt ist, dass das Projekt jetzt auf Kurs ist

von ytools
1 kommentar 5 ansichten

Neuer BioShock: Warum Take-Two überzeugt ist, dass das Projekt jetzt auf Kurs ist

Der neue BioShock nimmt Fahrt auf – Cloud Chambers Neustart, Rod Fergussons Auftrag und was „Next Level“ wirklich bedeuten könnte

Zwölf einhalb Jahre sind seit BioShock Infinite vergangen – eine Ewigkeit in der Spielewelt. In dieser Zeit hat Serienerfinder Ken Levine Irrational Games geschlossen, die kleinere Ghost Story Games gegründet und mit Judas ein Projekt begonnen, das BioShock-Gene bewusst neu mischt. Parallel dazu übergab 2K Ende 2019 das Ruder an ein neues Studio: Cloud Chamber in Novato (Kalifornien) sollte die Marke behutsam erneuern und zugleich den Mut früherer Teile bewahren.

Die Strecke bis hierhin war holprig. 2023 soll die Entwicklung neu aufgesetzt worden sein, um Vision, Umfang und Produktionsplan zu schärfen. Im August 2025 folgte eine harte Kürzungsrunde, von der rund 80 Mitarbeitende betroffen waren. Interne Zielkorridore rückten dadurch in die zweite Hälfte 2027 – kein kleines Brett für eine Premium-Singleplayer-Marke. Doch die Weichen wurden neu gestellt: Studio-Gründerin Kelley Gilmore trat ab; Branchenveteran Rod Fergusson übernahm die Verantwortung für Cloud Chamber und die gesamte BioShock-Franchise.

Fergusson ist in AAA-Kreisen als „Closer“ bekannt: jemand, der Projekte bündelt, Prioritäten setzt und Teams durch die Ziellinie bringt. Seine Stationen – Epic Games, The Coalition, Blizzard – und Serien wie Gears of War und Diablo stehen für genau dieses Profil. Wichtig: Er kennt BioShock aus der Infinite-Ära, weiß also, welche Erwartungen an Atmosphäre, Systemtiefe und erzählerische Ambition gebunden sind. Sein Auftrag klingt nüchtern, ist aber entscheidend: Fokus herstellen, Risiken aktiv managen, Qualität sichern.

Bei der Q2-FY2026-Telefonkonferenz von Take-Two – derselben, in der auch die Verschiebung von GTA VI bestätigt wurde – klang CEO Strauss Zelnick ungewohnt deutlich optimistisch. Man habe die Organisation umgebaut, Ressourcen verschoben und sei „auf einem großartigen Kurs“, etwas zu liefern, das über die Erwartungen hinausgehe. Konkrete Features oder ein Datum nannte er nicht; die Botschaft war trotzdem klar: Nach Turbulenzen herrscht wieder Richtung.

Warum gerade Fergusson den Unterschied machen kann

BioShock lebt nicht nur von großem Art-Design, sondern von Haltung: Ideologiekonflikte, Schauplätze mit Charakter, Entscheidungen mit mechanischem Echo. Solche Spiele scheitern selten an Ideen – sie scheitern an der Ausführung. Fergusson ist der Typ Produzent, der Ambitionen in belastbare Meilensteine übersetzt, der „Nice-to-haves“ von Kernpfeilern trennt und den Mut hat, Dinge zu streichen, die dem Gesamtwerk schaden. Für ein Projekt nach einem Reboot ist das Gold wert.

Ein Neustart ist kein Makel, sondern oft ein Qualitätsversprechen. Lieber Architektur, Systeme und Erzählrhythmus neu denken, als ein Flickwerk veröffentlichen, das die DNA der Reihe verwässert. Die Originale überzeugten, weil Ort, Thema und Mechanik miteinander verschmolzen. Wenn Cloud Chamber genau diese Kohärenz zurückerobern will, braucht das Zeit – und eine Führung, die „fertig“ nicht mit „genug“ verwechselt.

Was heißt „Next Level“ im konkreten Design?

Hinter der Marketingformel lässt sich Substanz vermuten: deutlich höhere Produktionswerte in Regie, Audio und Animation; eine reaktivere KI, die Experimentieren belohnt; Gefechte, die mehrere Lösungswege unterstützen; und vor allem ein Schauplatz, der so prägnant ist wie Rapture oder Columbia, ohne deren Silhouetten zu kopieren. Aus heutiger Sicht gehören außerdem bessere Zugänglichkeit, flexible Schwierigkeitskurven und Builds, die zum erneuten Durchspielen einladen, zum Pflichtprogramm. BioShock muss dabei sein Kernversprechen halten: moralische Reibung, thematischer Biss und das Kribbeln, wenn eine Welt Geheimnisse preisgibt.

Überbrückung bis 2027: Judas und die Netflix-Verfilmung

Während Cloud Chamber Kurs hält, zeichnet sich zweierlei ab. Erstens: Ken Levines Judas ist „in der Pipeline“ und dürfte vor dem neuen BioShock erscheinen – thematisch verwandt, aber bewusst eigen. Zweitens: Die BioShock-Adaption bei Netflix, inszeniert von Hunger Games-Regisseur Francis Lawrence, soll nach Abschluss von Sunrise on the Reaping in Produktion gehen. Gelingt der Film, könnte er das gesellschaftliche Echo der Marke rechtzeitig vor dem Spielstart verstärken.

Zeitleiste in Kurzform

  • 2013: BioShock Infinite erscheint; Irrational Games wird später geschlossen.
  • 2019: 2K gründet Cloud Chamber für das nächste BioShock.
  • 2023: Reboot zur Neujustierung von Vision und Umfang.
  • August 2025: Rund 80 Entlassungen; internes Zielfenster rückt in H2 2027.
  • Q2 GJ 2026: Take-Two: „auf großartigem Kurs“ unter Rod Fergusson.

Fazit

BioShock trägt eine besondere Verantwortung: Wiederkehren reicht nicht – die Reihe muss wieder etwas zu sagen haben. Nach Reboot und Einschnitten wirkt Cloud Chamber gefestigter; Fergussons Handschrift verspricht Prioritäten statt Feature-Ballast. Wenn das Ergebnis ein Spiel ist, das die Stärken von BioShock – kompromissstarke Welten, unbequeme Ideen, mechanische Spielwiese – in zeitgemäßer Form vereint, dann war der längere Anlauf die richtige Entscheidung. „Next Level“ wäre dann keine Floskel, sondern ein eingelöstes Versprechen: ein BioShock, das nicht nur an die Vergangenheit erinnert, sondern die Messlatte für narrative Shooter im Singleplayer neu legt.

Das könnte Ihnen auch gefallen

1 kommentar

SilentStorm December 13, 2025 - 1:04 pm

Netflix-Film wird entweder banger oder Cringe, nix dazwischen 😂

Antworten

Einen Kommentar hinterlassen