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Ninja Gaiden 4: Blut, Stahl und Cyberpunk – Ersteindruck von der Tokyo Game Show 2025

von ytools
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Ninja Gaiden 4: Blut, Stahl und Cyberpunk – Ersteindruck von der Tokyo Game Show 2025

Ninja Gaiden 4: Blut, Stahl und Cyberpunk – Ersteindruck von der Tokyo Game Show 2025

Nach mehr als zehn Jahren kehrt die legendäre Ninja Gaiden-Reihe endlich zurück – und das mit einer Wucht, die niemand erwartet hat. Auf der Tokyo Game Show 2025 konnten wir erstmals Hand an Ninja Gaiden 4 legen, das Ergebnis einer spannenden Zusammenarbeit zwischen Team Ninja und PlatinumGames. Schon nach wenigen Minuten war klar: Hier entsteht kein nostalgisches Remake, sondern eine kompromisslose, moderne Neuinterpretation mit all der Intensität, die Fans lieben.

Diesmal steht nicht Ryu Hayabusa im Mittelpunkt, sondern ein neuer Held: Yakumo, ein Ninja aus dem Rabenclan und Nachfahre des Dunklen Drachen – einem alten Erzfeind der Hayabusa-Familie. Damit wagt die Serie einen mutigen Schritt: Sie bleibt ihrer Mythologie treu, erzählt aber aus einer neuen Perspektive. Yakumo wirkt düsterer, aggressiver, getrieben von einem Erbe, das er weder ignorieren noch vollständig akzeptieren kann. Seine Geschichte ist die eines Kriegers, der zwischen Pflicht, Rache und Identität zerrissen ist.

Das Spiel trägt die DNA der Reihe – und gleichzeitig viel Neues. Blut ist nicht nur Dekoration, sondern ein spielmechanisches Element. Jeder abgeschlagene Arm, jeder tödliche Hieb nährt Yakumos einzigartige Fähigkeit: die Bloodraven-Form. In diesem Zustand verwandelt sich der Ninja in eine übermenschliche Kampfmaschine, nutzt das Blut seiner Feinde, um sich zu heilen oder gewaltige Attacken zu entfesseln. Es erinnert an die Ideen von SUDA51, ist aber weitaus dynamischer, flüssiger und visueller – eine perfekte Mischung aus Chaos und Kontrolle.

Der Kampf selbst ist ein Meisterwerk der Präzision. Yakumo kann zwei Waffensets gleichzeitig führen – eines für direkte Angriffe, das andere für blutbasierte Konter und Finisher. Besonders beeindruckend war eine stoßartige Klinge, die in ihrer Blutform zu einem gigantischen Bohrer mutiert und Panzerungen mühelos durchbohrt. Klassiker wie der Flying Swallow-Move sind zurück und helfen, Gegner zu treffen, die außerhalb der Nahkampfreichweite lauern.

Das Kampfsystem fühlt sich schnell, brutal und dennoch kontrollierbar an. Ein weiches Zielsystem erlaubt fließende Wechsel zwischen Feinden während einer Combo, Shuriken verlängern Angriffsketten und kurze Waffenwechsel verändern das Tempo des Gefechts in Sekundenschnelle. Vom eleganten Speer bis zum raketengetriebenen Hammer – jedes Werkzeug hat seine eigene Persönlichkeit. Besonders spannend: Jede Waffe besitzt eine blutgetränkte Variante, die völlig neue Angriffsoptionen eröffnet. Es ist ein Spiel, das dich zwingt, zu experimentieren und dich jeder Situation anzupassen.

Wie früher gilt: Fehler werden bestraft. Heilgegenstände sind begrenzt, und nur durch geschicktes Nutzen der Bloodraven-Form kann man verlorene Lebensenergie zurückgewinnen. Das Spiel belohnt Aggressivität, Timing und Mut – und bestraft Zögern. Ninja Gaiden 4 ist nichts für Gelegenheitsspieler, sondern für jene, die Perfektion im Chaos suchen. Jede Begegnung ist eine Herausforderung, jeder Sieg fühlt sich verdient an.

Auch die Welt hat sich weiterentwickelt. Statt japanischer Dörfer und Tempel erwartet uns ein Cyberpunk-Tokio – eine Stadt, die nie schläft, getränkt im Regen und Neonlicht. Die metallischen Fassaden, das Dröhnen der Maschinen und das Spiel aus Licht und Schatten schaffen eine Atmosphäre, die perfekt zum Tempo der Kämpfe passt. Hier wirkt jeder Schlag intensiver, jede Bewegung messerscharf. Es ist ein Setting, das die Essenz moderner Ninja-Fantasien einfängt.

Natürlich gibt es Nostalgiker, die sich nach den alten Landschaften sehnen, aber dieser futuristische Stil passt perfekt zum Ton des Spiels. Es geht um Wandel – um das Erbe eines Clans in einer Welt, die längst den Sprung in die Dunkelheit vollzogen hat. Der Kontrast zwischen Yakumos Tradition und seiner cybernetischen Umgebung ist nicht nur visuell stark, sondern thematisch tief.

Das Highlight der Demo war zweifellos der Bosskampf. Auf der höchsten Schwierigkeitsstufe war das Duell ein echtes Prüfstein-Erlebnis: blitzschnelle Angriffe, zerstörerische Kombos und keine Gnade. Jeder Sieg musste erkämpft werden – aber gerade das macht den Reiz aus. Als ich den Boss schließlich besiegte, fühlte es sich wie eine Belohnung für jede Sekunde Konzentration an. Genau das vermissen viele moderne Actionspiele: dieses Gefühl, sich etwas wirklich verdient zu haben.

Team Ninja und PlatinumGames haben es geschafft, das Beste aus beiden Welten zu vereinen: die Präzision und Tiefe klassischer Ninja-Gaiden-Kämpfe mit der überdrehten Energie eines Bayonetta. Ninja Gaiden 4 ist kein nostalgischer Rückblick – es ist eine Wiedergeburt. Ein kompromissloses Actionspiel, das Härte, Stil und Eleganz in perfektem Gleichgewicht präsentiert.

Der Titel erscheint am 21. Oktober 2025 für Xbox Series X|S, PlayStation 5 und PC und wird ab dem ersten Tag im Xbox Game Pass Ultimate verfügbar sein. Nach meiner Erfahrung auf der Messe steht für mich fest: Der Drache ist erwacht – und er will Blut.

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1 kommentar

Ray8er November 2, 2025 - 2:06 pm

endlich wieder ein richtig schweres Spiel, nicht dieser Casual-Kram 😤

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