Nintendo hat einen wichtigen Sieg in einem Rechtsstreit gegen Jesse “EveryGameGuru” Keighin errungen, einen Gamer, der sich durch das Piraterieren und Streamen von Nintendo-Spielen vor deren offizieller Veröffentlichung einen Namen gemacht hat. Keighin, der nicht nur Urheberrechte verletzt hat, sondern auch auf sozialen Medien prahlte, dass er „die Straßen regiert“, wurde nun zu einer Geldstrafe von 17.500 Dollar verurteilt.
Dieser Fall hat eine breite Diskussion über digitale Piraterie, geistige Eigentumsrechte und die Maßnahmen ausgelöst, die Unternehmen ergreifen müssen, um ihre Produkte zu schützen. 
Alles begann im letzten November, als Nintendo eine Klage vor einem Gericht in Colorado einreichte und Keighin beschuldigte, piratierte Kopien von Spielen wie The Legend of Zelda: Echoes of Wisdom, Super Mario Party Jamboree und Mario & Luigi: Brothership vor der offiziellen Veröffentlichung gestreamt zu haben. Laut der Klage hatte Keighin nicht nur mindestens 10 Nintendo-Spiele vor dem Release gestreamt, sondern auch seinen Zuschauern gezeigt, wie sie diese über illegale Emulatoren wie Yuzu und Ryujinx erhalten konnten.
Seit 2022 soll Keighin diese piratierten Spiele mehr als 50 Mal gestreamt haben, wobei er ein Publikum ansprach, das versuchte, die Schutzmechanismen von Nintendo zu umgehen. Dabei bot er nicht nur Zugang zu den Spielen, sondern verbreitete auch Tools, um die Schutzmaßnahmen zu umgehen, wie die erwähnten Emulatoren. Nintendo argumentierte, dass Keghins Handlungen Millionen von Dollar an Schäden verursachten, da sie zu Umsatzverlusten führten und die Schutzmechanismen des Unternehmens untergruben.
Der Gerichtshof hat jedoch nicht alle Forderungen von Nintendo zugestimmt. So wurde der Antrag auf eine Inhaftierung anonymer „Dritter“ abgelehnt, und auch der Wunsch, die von Keighin genutzten Piraterie-Werkzeuge zu zerstören, wurde abgelehnt, da die Anforderungen unklar und unbegründet waren. Der Gerichtshof erklärte, dass ohne genaue Informationen über diese „Dritten“ und die betreffenden Geräte diese Forderungen nicht durchsetzbar seien. Trotzdem wurde gegen Keighin eine einstweilige Verfügung erlassen, die ihm untersagt, weiterhin gegen die Urheberrechte von Nintendo zu verstoßen, piratierte Spiele zu streamen oder Emulatoren sowie andere Software zum Umgehen von Schutzmechanismen zu verbreiten.
Keighin hat keine Verteidigung oder Einwände vorgebracht, und das Urteil ist nun endgültig. Diese Entscheidung folgt nur kurze Zeit nach einer anderen Klage, bei der Nintendo einen Reddit-Moderator wegen Piraterie auf 4,5 Millionen Dollar verklagt hatte. Während der Betrag von 17.500 Dollar im Fall von Keighin im Vergleich zum geltend gemachten Schaden gering erscheinen mag, sendet das Urteil eine klare Botschaft: Piraterie wird nicht toleriert.
Keighins Aussage „Du magst eine Firma leiten, aber ich leite die Straßen“ wirkt nun besonders unglücklich, da das Justizsystem gezeigt hat, dass große Unternehmen, die über ausreichende Ressourcen verfügen, solche Herausforderungen schnell und effektiv beenden können. Ironischerweise scheint nun Nintendo und nicht Keighin die Kontrolle über „die Straßen“ zu haben.
Für viele Spieler und Verfechter der digitalen Rechte hat dieser Fall eine breitere Diskussion über die Ethik von Piraterie und die Rolle großer Unternehmen bei der Bekämpfung von Piraterie ausgelöst. Während einige Piraterie nur dann für gerechtfertigt halten, wenn Spiele nicht mehr käuflich zu erwerben sind, ist die überwältigende Mehrheit der Meinung, dass dies eine Verletzung von Urheberrechten darstellt, die sowohl den Schöpfern als auch der gesamten Branche schadet. Im Fall von Nintendo, dessen Geschäft stark von den Verkäufen seiner Spiele abhängt, ist der Schaden durch Piraterie erheblich.
Am Ende ist dieser Fall eine Erinnerung daran, dass auch wenn Einzelpersonen sich sicher fühlen mögen, wenn sie digitale Schutzmaßnahmen umgehen, die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen von Piraterie schwerwiegende Folgen haben können. Was Keighin betrifft, so scheinen seine Tage, in denen er „die Straßen“ beherrschte, nun vorbei zu sein. Mit einer Strafe von 17.500 Dollar wird er wohl in naher Zukunft nicht mehr prahlen können.