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Nintendo fordert 4,5 Millionen US-Dollar von Reddit-Moderator wegen Verkauf von Switch-ROMs

von ytools
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Nintendo zieht erneut vor Gericht, um ein deutliches Zeichen gegen Videospielpiraterie zu setzen. Diesmal richtet sich die Klage gegen den Reddit-Moderator James „Archbox“ Williams, dem vorgeworfen wird, illegale Kopien von Nintendo-Switch-Spielen verkauft zu haben. Der japanische Konzern fordert 4,5 Millionen US-Dollar Schadensersatz – und betont gleichzeitig, dass dieser Betrag „bei weitem nicht“ die tatsächlichen Schäden widerspiegle.
Nintendo fordert 4,5 Millionen US-Dollar von Reddit-Moderator wegen Verkauf von Switch-ROMs
Das Verfahren sorgt für Aufsehen, denn es betrifft keinen Großhacker oder Insider, sondern einen Community-Moderator, der offenbar zu weit gegangen ist.

Wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, wirft Nintendo Williams Verstöße gegen den „Digital Millennium Copyright Act“ (DMCA) vor. Er soll mehrere sogenannte „Pirate Shops“ betrieben oder unterstützt haben, in denen ROM-Dateien von Switch-Spielen illegal angeboten wurden. Nintendo behauptet, Williams habe aktiv an der Entwicklung und Wartung von Software mitgewirkt, die das Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen ermöglicht. Durch eine Online-Ermittlung, bei der Reddit-Posts, Reparaturaufträge und digitale Spuren zusammengeführt wurden, konnte „Archbox“ schließlich einer Adresse im US-Bundesstaat Arizona zugeordnet werden.

Bereits im März 2024 hatte Nintendo ihn kontaktiert und zur Unterlassung aufgefordert. Laut der Klageschrift gab Williams zunächst zu, gegen die Rechte des Unternehmens verstoßen zu haben, und versprach, zu kooperieren. Kurz darauf habe er jedoch seine Haltung geändert, sei konfrontativ geworden und habe jegliche Verantwortung abgestritten. In der Folge verschwanden mehrere der Piratenseiten aus dem Netz, und Williams löschte zahlreiche Social-Media-Beiträge sowie sein GitHub-Konto – für Nintendo ein klares Zeichen, dass Beweise vernichtet wurden.

Im Mai 2024 versuchte der Konzern ein letztes Mal, den Streit außergerichtlich zu lösen – ohne Erfolg. Im Juni reichte Nintendo schließlich Klage ein. Die gerichtliche Untersuchung, bei der auch Daten von Internetdienstanbietern ausgewertet wurden, bestätigte laut den Anwälten des Unternehmens den direkten Zusammenhang zwischen Williams und den Piraterieaktivitäten. Nintendo spricht von der unrechtmäßigen Verbreitung von „Hunderttausenden“ von Switch-Spielen und erheblichem finanziellen Schaden.

In der Klageschrift heißt es weiter, Williams habe „vorsätzlich“ gehandelt – also in vollem Bewusstsein, dass sein Verhalten illegal war. Da er sich weigerte, an der Beweissammlung mitzuwirken, könne Nintendo den tatsächlichen Schaden nicht exakt beziffern. Dennoch fordert das Unternehmen 150.000 US-Dollar pro betroffenen Titel – insgesamt also 4,5 Millionen. Laut Nintendo gehe es nicht um eine Strafzahlung, sondern um eine faire Entschädigung für den entstandenen Verlust.

Die Reaktionen in der Gaming-Community fallen gespalten aus. Viele Spieler begrüßen das Vorgehen und sehen darin ein notwendiges Signal gegen diejenigen, die aus Piraterie Profit schlagen. Andere halten die Summe für übertrieben und kritisieren Nintendo für seine Härte gegenüber Einzelpersonen. Dennoch sind sich viele einig: Wer ROMs verkauft, statt sie nur zu teilen, überschreitet eine klare rote Linie. Nintendo ist bekannt dafür, konsequent gegen Emulation und Urheberrechtsverstöße vorzugehen – und dieser Fall bestätigt das erneut.

Am Ende bleibt festzuhalten: Williams hatte mehrere Chancen, die Sache friedlich beizulegen. Er entschied sich dagegen – und nun droht ihm der finanzielle Ruin. Für alle anderen ist dieser Prozess eine deutliche Warnung: Selbst im anonymen Internet ist man nicht unsichtbar, wenn man sich mit einem Riesen wie Nintendo anlegt.

Foto: Behrouz Mehri / AFP / Getty Images

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1 kommentar

N0madic November 8, 2025 - 7:39 am

Man kann über Nintendo sagen, was man will – ihre Anwälte schlafen nie

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