Die Firma Nothing hat sich eine peinliche Panne geleistet: In Neuseeland zeigten Demo-Geräte des Nothing Phone (3) Kamerafotos, die gar nicht mit dem Smartphone aufgenommen wurden. Auf den Geräten waren fünf Aufnahmen zu sehen – ein Porträt am Fenster, ein Auto-Scheinwerfer, ein Glas, eine Frau mit Schal und eine Wendeltreppe. Später stellte sich heraus: Alle Bilder stammten aus Bilddatenbanken. 
Ein Fotograf bestätigte sogar, dass sein Motiv 2023 mit einer Fujifilm-Kamera geschossen wurde.
Nothing-Mitgründer Akis Evangelidis erklärte, dass es sich lediglich um Platzhalter gehandelt habe, die versehentlich in den finalen Demos verblieben sind. Er wies darauf hin, dass die Software für Vorführgeräte Monate vor Verkaufsstart festgelegt wird. Das Missgeschick werde korrigiert – doch der Schaden war bereits angerichtet: Im Netz hagelte es Spott und Memes.
Warum Promo-Fotos nichts aussagen
Dieses Problem betrifft nicht nur Nothing. Praktisch jeder Hersteller zeigt geschönte „Kamera-Samples“. Selbst wenn die Bilder echt sind, entstehen sie fast immer unter perfekten Bedingungen: Studio-Licht, gestellte Szenen, professionelle Modelle. Für den Alltag taugen diese Beispiele kaum als Maßstab. In der Realität knipsen Nutzer ihr Haustier im Halbdunkel oder machen schnelle Schnappschüsse unterwegs – ganz ohne Hochglanz-Setup.
Darum gilt: Offizielle Fotos sind Werbung, kein Versprechen. Wer die tatsächliche Qualität einschätzen will, sollte unabhängige Tests abwarten oder selbst ausprobieren.
Wie schlägt sich das Nothing Phone (3) wirklich?
Abseits des Skandals bietet das Nothing Phone (3) eine beachtliche Ausstattung: eine 50-MP-Hauptkamera (1/1.3 Zoll, f/1.68), ein 50-MP-Teleobjektiv mit 70 mm Brennweite und bis zu 60x KI-Zoom, eine 50-MP-Ultraweitwinkelkamera mit 114° sowie eine 50-MP-Frontkamera mit 4K-Video.
In Tests zeigte das Gerät lebendige Farben, ordentliche Dynamik und solide Details. HDR neigte teils zum Übertreiben, gelegentlich wirkte die Schärfung etwas künstlich. Insgesamt lieferte die Kamera aber sehenswerte Ergebnisse. Der Zoom war bis 10x brauchbar, danach nahm die Qualität spürbar ab.
Im Vergleich mit Konkurrenten landet das Phone (3) im oberen Mittelfeld. Das OnePlus 13 bot sauberere Details und natürlicher wirkende Farben, das Samsung Galaxy S25 Plus überzeugte vor allem bei Videos. Dennoch konnte das Nothing in bestimmten Situationen – etwa bei Sonnenlicht oder kontrastreichen Innenräumen – sogar punkten, wo Samsungs Bilder etwas blass wirkten.
Fazit: Das Phone (3) ist kein Spitzenreiter, aber ein starkes Gesamtpaket. Die Fake-Fotos haben für Häme gesorgt, ändern aber nichts an der tatsächlichen Kamera-Performance.
2 kommentare
60x Zoom? klingt nice, aber bestimmt nur Matsch 🤣
wär cooler gewesen echte Alltagsfotos zu zeigen