Mit dem nubia Fold steigt nubia endlich ernsthaft in die Königsklasse der Falt-Smartphones ein. Es handelt sich um das erste Book-Style-Modell der Marke, das zunächst in Japan über den Anbieter Y!mobile an den Start geht. 
Statt blind dem neuesten und heißesten Chip hinterherzulaufen, versucht nubia ein Paket aus starker Leistung, großer Ausdauer und noch halbwegs vertretbarem Preis zu schnüren – und genau diese Strategie sorgt in der Tech-Community bereits für reichlich Gesprächsstoff.
Herzstück des Geräts ist das flexible OLED-Innendisplay mit 8 Zoll Diagonale, einer Auflösung von 2480 × 2200 Pixeln und einer Bildwiederholrate von 120 Hz. Aufgeklappt wirkt der nubia Fold eher wie ein kompaktes Tablet als wie ein übergroßes Smartphone – ideal, um unterwegs Serien zu schauen, PDFs zu lesen, Tabellen zu checken oder Mails zu schreiben. nubia hat dafür mehrere Splitscreen- und Multitasking-Modi integriert, mit denen zwei Apps bequem nebeneinander laufen können, ohne dass eine davon sich zu eng anfühlt. Außen sitzt ein 6,5 Zoll großer Bildschirm mit 2748 × 1172 Pixeln, ebenfalls mit 120 Hz. Er dient als Alltagsarbeitsfläche, wenn man nur kurz auf Nachrichten reagieren oder durch den Feed scrollen will, ohne das Gerät komplett aufzuklappen.
Trotz der üppigen Displays bleiben die Abmessungen im Rahmen dessen, was man bei einer Buch-Foldable erwarten darf. Im geöffneten Zustand misst der nubia Fold 144 × 160 × 5,4 Millimeter, zusammengefaltet kommt er auf 11,1 Millimeter Dicke. Das Gewicht liegt bei 249 Gramm. Leichtgewicht ist das nicht, aber für diese Gerätekategorie noch absolut im Rahmen – zumal der zusätzliche Ballast in einen größeren Akku und ein ehrgeiziges Kamerapaket fließt. Dazu kommt eine IP54-Zertifizierung, die das Gerät vor Staub und Spritzwasser schützt. Für einen Falt-Smartphone in dieser Preisklasse ist das noch längst kein Standard und daher ein echtes Argument.
Unter der Haube arbeitet Qualcomms Snapdragon 8 Elite, also der Flaggschiff-SoC des Vorjahres. Genau das sorgt für Diskussionen: In Foren wird bereits gescherzt, Qualcomm räume seine Lager und schiebe den 8 Elite nun an alle Hersteller raus, während sich viele Marken wegen der Hitzeentwicklung vom neuesten Elite-Chip fernhalten. Unabhängig von solchen Theorien ist die Kombination aus Snapdragon 8 Elite, 12 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte Speicher mehr als ausreichend für alles, was man einem Foldable zumuten kann – egal ob anspruchsvolle Games, Bildbearbeitung oder zwei parallel laufende Apps auf der großen Innenseite.
Softwareseitig steht nubia allerdings unter besonderer Beobachtung. Der nubia Fold läuft ab Werk mit Android 15 und einer hauseigenen Oberfläche, die an mehreren Stellen speziell für das Faltformat angepasst wurde. Gleichzeitig haftet ZTE und nubia noch immer der Ruf an, ihre Software nicht so konsequent zu pflegen wie die ganz großen Namen. Ruckelige Animationen, merkwürdige Designentscheidungen und träge Updates waren in der Vergangenheit keine Seltenheit. Beim Fold verspricht der Hersteller nun saubere Übergänge zwischen Außen- und Innendisplay, flüssigere Gestensteuerung und klar strukturierte Fensterverwaltung. Ob das reicht, um skeptische Nutzer zu überzeugen, die aktuell sagen, sie würden ein nubia erst kaufen, wenn die Software stimmt, muss der Alltagstest zeigen.
Beim Kamerasystem hat nubia eine spannenden, aber nicht unumstrittenen Mix gewählt. Auf der Rückseite sitzt ein 50-Megapixel-Hauptsensor für Alltagsfotos, unterstützt von einer 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera für Landschaften und enge Innenräume. Dazu gesellt sich eine 5-Megapixel-Makrokamera, die im Netz bereits für hochgezogene Augenbrauen sorgt: Bei einem Gerät jenseits der 1000-Dollar-Grenze hätten viele lieber ein Teleobjektiv gesehen, statt eines eher symbolischen Makro-Moduls. Positiv ist dagegen die Front: Es gibt zwei 20-Megapixel-Selfiekameras, jeweils eine im Innen- und im Außendisplay. Videochats, Selfies und schnelle Stories funktionieren damit in jeder Nutzungssituation, ohne dass man das Gerät kompliziert drehen muss. Auf experimentelle Under-Display-Kameras verzichtet nubia hingegen, offenbar zugunsten verlässlicher Bildqualität.
Ein zentrales Verkaufsargument des nubia Fold ist der Akku. Mit 6.560 mAh Kapazität und 55-Watt-Schnellladen gehört das Gerät zu den ausdauerstärkeren Vertretern seiner Art. Wer abwechselnd Außen- und Innendisplay nutzt, sollte problemlos durch einen langen Arbeitstag kommen; bei überwiegend einhändiger Nutzung des Außenscreens dürfte sogar noch ein gutes Stück Restladung übrig bleiben. Natürlich trägt der Akku zum Gesamtgewicht bei, aber viele Power-User nehmen ein paar Gramm mehr dankend in Kauf, wenn sie dafür nicht ständig nach der nächsten Steckdose suchen müssen.
In Japan kommt der nubia Fold zunächst in einer schwarzen Farbvariante auf den Markt. Der Preis liegt bei 178.560 Yen, was derzeit ungefähr 1.145 US-Dollar entspricht. Der Verkaufsstart ist für den 4. Dezember angesetzt, weitere Märkte sollen 2026 folgen. Beobachter rechnen damit, dass sich die Geschichte der nubia-Flip- und Libero-Flip-Reihen wiederholt: hoher Einstiegspreis, gefolgt von teils drastischen Rabatten nach einigen Monaten. Gerade dann könnte sich der nubia Fold als echter Geheimtipp unter den Book-Style-Faltphones entpuppen – vorausgesetzt, nubia bekommt die Software im Griff und nutzt den Preisvorteil gegenüber den ganz großen Platzhirschen konsequent aus.
1 kommentar
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