NVIDIA steht offenbar kurz davor, bei seiner kommenden Rubin Ultra-Generation eine völlig neue Ära der Kühlung einzuleiten. 
Angesichts der immer höheren Leistungsaufnahme und der massiven Hitzeentwicklung moderner KI-GPUs sucht das Unternehmen nach radikal neuen Ansätzen – und plant offenbar den Einsatz von direkter Mikrokühlung auf dem Chip, einer Technologie, die die gesamte Branche verändern könnte.
Wie der bekannte Leaker @QQ_Timmy berichtet, arbeitet NVIDIA derzeit mit Partnern aus der Kühlungsindustrie zusammen, um sogenannte Microchannel Cold Plates (MCCP) – also mikroskopisch feine Kühlplatten – zu integrieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wasserkühlungen, bei denen die Flüssigkeit durch Schläuche zu einem Block geleitet wird, strömt das Kühlmittel hier direkt über die Oberfläche des Chips durch winzige Kanäle in einer Kupferplatte. Diese Methode sorgt für eine extrem effiziente Wärmeabfuhr und minimiert den Wärmewiderstand zwischen dem Silizium und dem Kühlmedium. Das Ergebnis: niedrigere Temperaturen und stabilere Leistung – auch unter Dauerlast.
Das Prinzip erinnert an das sogenannte Direct-Die-Cooling, das in der Overclocking-Szene beliebt ist. Doch diesmal wird es industriell skaliert – für gigantische KI-Cluster und Rechenzentren. Der Übergang von der Blackwell-Architektur zur Rubin-Serie bringt enorme Energieanforderungen mit sich, sodass traditionelle Kühlsysteme schlicht an ihre Grenzen stoßen. NVIDIA muss daher kreativ werden, um seine Chips innerhalb sicherer thermischer Grenzen zu betreiben.
Laut Quellen wurde die taiwanesische Firma Asia Vital Components beauftragt, das MCCP-Design für NVIDIA zu entwickeln. Eigentlich war diese Technologie zunächst für die Standard-Rubin-Serie vorgesehen, doch durch den engen Zeitplan und den Druck, thermische Effizienz zu steigern, wurde sie nun auf die Ultra-Variante vorgezogen. Sollte das Projekt realisiert werden, könnte die Rubin Ultra die erste GPU in Serienproduktion sein, die mit einer derart fortschrittlichen direkten Mikrokühlung ausgestattet ist – ein echter Meilenstein im Bereich Hochleistungsrechnen.
Auch andere Technologiekonzerne forschen in dieselbe Richtung: Microsoft hat kürzlich sein Konzept der mikrofluidischen Kühlung vorgestellt, bei dem das Kühlmittel direkt in oder hinter dem Silizium zirkuliert. Der Unterschied liegt im Detail, doch die Richtung ist dieselbe – weg von klassischen Radiatoren, hin zu Lösungen, die das Problem an der Quelle bekämpfen. In einer Zeit, in der KI-Rechenzentren gigantische Energiemengen verschlingen, wird effiziente Kühlung zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Wenn NVIDIA den Rubin Ultra tatsächlich mit direkter Mikrokühlung ausliefert, könnte das nicht nur die Leistungsfähigkeit der GPUs auf ein neues Niveau heben, sondern auch den Startschuss für eine neue Ära der Wärmeverwaltung in der Computertechnik geben. Die Zukunft der Hochleistungshardware wird nicht nur durch Rechenleistung, sondern durch Thermodynamik entschieden.
2 kommentare
das wird sicher ein neuer Standard in Rechenzentren
Microsoft und NVIDIA battlen sich jetzt wohl auch bei der Kühlung 😅