Nach einer unerwartet langen Hängepartie ist es endlich so weit: Der OnePlus 15 schafft den Sprung in die USA. Wegen des langen US-Regierungsstillstands lag die Arbeit der Regulierungsbehörde FCC zeitweise praktisch auf Eis – ohne diese Freigabe darf kein Smartphone offiziell verkauft werden. 
Während Europa und andere Märkte den neuen Flaggschiff-Androide längst in den Händen hatten, mussten Fans in den Vereinigten Staaten monatelang zuschauen. Jetzt ist die Zertifizierung durch, und OnePlus nutzt die Gelegenheit, mit einem lauten Knall in den US-Markt zurückzukehren.
US-Starttermin und Preise
In den USA startet der Verkauf des OnePlus 15 am 4. Dezember um 11 Uhr Eastern Time, exklusiv im offiziellen Online-Shop von OnePlus. Zum Start gibt es zwei Speichervarianten. Das Basismodell kombiniert 12 GB RAM mit 256 GB internem Speicher und schlägt mit 900 US-Dollar zu Buche. Wer mehr Reserven möchte, greift zur Version mit 16 GB RAM und 512 GB Speicher für 1.000 US-Dollar.
Beide Varianten unterstützen 5G und werden nicht an einen bestimmten Netzbetreiber gebunden. Käufer bestellen direkt bei OnePlus und sind anschließend frei, den Tarif ihrer Wahl zu nutzen – etwa bei T-Mobile, AT&T, Verizon oder einem anderen Provider, solange die nötigen Bänder unterstützt werden. Für viele Power-User ist genau diese Freiheit ein wichtiges Argument gegen exklusive Carrier-Deals.
Preisniveau in Europa und Großbritannien
Ein Blick über den Atlantik zeigt, wo OnePlus das Gerät insgesamt positioniert. In der Eurozone kostet die Version mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher 949 Euro, das besser ausgestattete Modell mit 16 GB und 512 GB liegt bei 999 Euro. Im Vereinigten Königreich werden 849 beziehungsweise 879 Pfund aufgerufen.
Damit bewegt sich der OnePlus 15 klar in der Liga der etablierten Flaggschiffe. Trotzdem bleibt er oft günstiger als vergleichbar ausgestattete Varianten von iPhone und Galaxy, vor allem, wenn man die Speichergrößen miteinander vergleicht. OnePlus bleibt seiner Linie treu: möglichst viel Leistung und schnelles, schlankes System, ohne ganz in die Preisregionen der teuersten Premium-Modelle abzudriften.
Launch-Aktionen: Geschenke für Frühbesteller
Um den späten US-Start zu versüßen und Aufmerksamkeit zu generieren, hat OnePlus ein durchaus attraktives Launch-Paket geschnürt. Solange der Vorrat reicht, dürfen Frühbesteller in den USA beim Kauf eines OnePlus 15 einen Gratisartikel auswählen. Auf der Liste stehen die Smartwatch OnePlus Watch 3 in 43 mm, die True-Wireless-Kopfhörer OnePlus Buds Pro 3, das magnetische AirVOOC-50-W-Ladepad für besonders schnelles kabelloses Laden oder ein offizielles OnePlus-15-Case.
Realistisch betrachtet werden vor allem Uhr und Buds Pro 3 als erste vergriffen sein – das sind die Produkte mit dem größten Haben-wollen-Faktor. Wer erst Stunden nach Verkaufsstart in den Shop klickt, könnte am Ende nur noch zwischen Lader und Hülle wählen. OnePlus nutzt dieses Muster nicht zum ersten Mal: Statt den Einführungspreis zu senken, gibt es limitierte Goodies oben drauf. Das schafft künstliche Knappheit und erhöht den Druck, möglichst früh zuzuschlagen.
Warum der OnePlus 15 so spät in den USA ankommt
Spannend an der Geschichte ist, dass die Verzögerung nichts mit der Produktion oder fehlendem Interesse am US-Markt zu tun hatte. Auslöser war der anhaltende Government Shutdown, der die Abläufe bei der FCC durcheinanderbrachte. Dort stapelten sich die Geräte, die auf Tests und Zulassungen warteten. Ohne das offizielle Okay darf kein Smartphone legal in den Verkauf gehen – egal wie fertig das Produkt ist oder wie früh es anderswo bereits im Handel steht.
Während europäische Nutzer den OnePlus 15 bereits im Alltag testen konnten, blieb Fans in den USA nichts anderes übrig, als Reviews zu schauen und auf einen Termin zu hoffen. Inzwischen hat die FCC den Rückstand aufgearbeitet, und OnePlus kann die Vereinigten Staaten wieder als Prioritätsmarkt für sein Aushängeschild behandeln. Die Episode zeigt, wie abhängig Tech-Releases von unsichtbaren Strukturen sind: Labore, Messverfahren, Regulierer – all das spielt eine Rolle, wird aber meist erst dann sichtbar, wenn etwas schiefgeht.
iPhone-Lager vs. Android-Fraktion
Kaum war der US-Start offiziell, legten die Kommentarspalten los. Auf der einen Seite finden sich iPhone-Puristen, die meinen, in den USA gebe es im Grunde nur eine ernstzunehmende Wahl, und alles andere sei „Monster-Hardware“ aus China, die niemand brauche. Einige Stimmen gehen noch weiter und sprechen vom „Elektroschrott“, den OnePlus lieber zum Mars schicken solle, statt ihn Amerikanern anzubieten.
Hinter dem ganzen Lärm steckt aber eine bekannte Grundspannung: Wer tief im Apple-Ökosystem steckt, mit Mac, iPad, iMessage und Co., sieht in einem Android-Flaggschiff selten eine echte Option. Für Nutzerinnen und Nutzer, die ein schnelles, aufgeräumtes System, extrem zügiges Laden und starke Hardware zum etwas niedrigeren Preis suchen, ist der OnePlus 15 hingegen genau der Typ Smartphone, der interessant wird.
Mit dem offiziellen Verkaufsstart in den USA müssen Fans nicht mehr importieren oder auf ältere Modelle ausweichen. Ob der OnePlus 15 eingefleischte iPhone-Fans wirklich zum Seitenwechsel bewegt, ist am Ende zweitrangig. Wichtiger ist, dass US-Kundinnen und -Kunden pünktlich zur Hochsaison ein weiteres ernsthaftes Flaggschiff in der Auswahl haben – inklusive verlockender Launch-Geschenke für diejenigen, die schnell genug auf „Bestellen“ klicken.