Der Markt für portable Gaming-PCs bekommt frischen Wind – und diesmal kommt der spannende Kandidat nicht aus dem Hause AMD, sondern von Intel. Der chinesische Hersteller OneXPlayer arbeitet an einem neuen Handheld namens X1, der auf Intels kommender Panther-Lake-Plattform basiert. Erste Einträge in der Geekbench-Datenbank verraten bereits die wichtigsten Eckdaten und deuten darauf hin, dass der X1 einer der interessantesten Handheld-PCs der nächsten Generation im Mittelklasse-Segment werden könnte.
Panther Lake mischt den Handheld-Markt auf
In den vergangenen Wochen sind zahlreiche Benchmarks von frühen Panther-Lake-Chips aufgetaucht. Besonders auffällig: Die integrierten GPUs dieser Generation liefern eine Leistung, die mit RDNA-3.5-basierten iGPUs in AMDs Strix-Point-APUs mithalten kann – teilweise liegen sie sogar leicht darüber. 
Für klassische Notebooks ist das ein schönes Plus. Für Handheld-Gaming hingegen ist es entscheidend, denn hier gibt es in der Regel keine dedizierte Grafikkarte: Alles steht und fällt mit der iGPU, der Speicherbandbreite und einer effizienten Kühlung im Mini-Gehäuse.
Bei AMDs Strix Point hat man gesehen, wie vorsichtig viele Hersteller agieren: Erst kamen Notebooks, Monate später folgten die ersten Handhelds. Bei Panther Lake scheint sich dieses Muster zu ändern. OneXPlayer ist seit Jahren dafür bekannt, sehr früh auf neue mobile Plattformen zu setzen, und will mit dem X1 offenbar zu den ersten gehören, die einen Panther-Lake-Handheld in den Verkauf bringen – zeitnah zu den ersten Laptops mit derselben Architektur. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das: weniger Wartezeit, mehr Auswahl und direkte Konkurrenz zu den bisher dominierenden AMD-Lösungen.
Core Ultra 5 338H und Arc B370 im OneXPlayer X1
Wie aus einem von Leaker Olrak29 entdeckten Geekbench-Eintrag hervorgeht, basiert der OneXPlayer X1 auf dem Intel Core Ultra 5 338H. Auf dem Papier gehört dieser Chip zur eher preisgünstigen Ecke der Serie, doch die Spezifikationen lesen sich alles andere als schwach. Der Prozessor bringt 12 Kerne im Hybrid-Design mit: 4 Performance-Kerne für maximale Power, 4 Effizienz-Kerne für den Alltag und 4 besonders sparsame LP-E-Kerne, die bei leichten Aufgaben Strom sparen sollen. Der maximale Boost-Takt liegt bei bis zu 4,7 GHz, sodass der X1 flexibel zwischen leisem Sparmodus und voller Leistung hin- und herschalten kann.
Das eigentliche Highlight für Gamer ist jedoch die integrierte Grafikeinheit Intel Arc B370. Diese iGPU setzt auf 10 Xe3-basierte GPU-Kerne und ist bislang der einzige bekannte Panther-Lake-Chip mit genau dieser Konfiguration. Frühere Leaks deuten darauf hin, dass sich der Arc B370 leistungsmäßig knapp hinter der Radeon 880M einordnet, die in AMDs 12-kernigem Ryzen AI 9 365 Strix Point steckt – also in einem Bereich, den viele derzeit als inoffiziellen Benchmark für Handheld-Grafik ansehen.
In der Praxis heißt das: Mit sinnvollen Grafikeinstellungen und eventuell dynamischer Auflösung sollte der X1 viele moderne Spiele in 1080p oder 800p flüssig darstellen können – insbesondere E-Sport-Titel wie Valorant, Fortnite oder CS2 sowie die üblichen Indie-Dauerbrenner auf Steam. Für einen Handheld im Budget- bis Midrange-Bereich ist das ein sehr attraktives Leistungsniveau, zumal der Core Ultra 5 338H nicht zur absoluten High-End-Klasse gehört und damit Spielraum für eine aggressivere Preisgestaltung lässt.
Geekbench-Leaks: erste Leistungsindizien
Der OneXPlayer X1 ist inzwischen mehrfach in der Geekbench-Datenbank aufgetaucht. In diesen Einträgen erreicht der Core Ultra 5 338H bis zu 2512 Punkte im Single-Core-Test und bis zu 13.265 Punkte im Multi-Core-Benchmark. Solche synthetischen Werte sagen zwar wenig über die tatsächlichen fps in einzelnen Spielen aus, zeigen aber klar, dass die CPU-Seite auf dem Niveau aktueller, solider Mittelklasse-Notebooks liegt. Für einen Handheld bedeutet das genügend Reserven für Hintergrundaufgaben wie Downloads, Voice-Chat, Streaming oder die Nutzung von Overlays, ohne dass die iGPU ausgebremst wird.
Mindestens genauso wichtig wie der Prozessor ist die Speicheranbindung. Hier wirkt das geleakte Datenblatt des X1 fast schon luxuriös: 32 GB Arbeitsspeicher sollen verbaut sein, mit Geschwindigkeiten von bis zu 9600 MT/s. Für ein System ohne dedizierte Grafikkarte ist das ein großer Vorteil, denn die iGPU greift auf denselben Speicher zu wie die CPU. Je höher die Bandbreite, desto besser lassen sich Texturen, Shader und andere Spieldaten an die Arc B370 liefern. Das reduziert das Risiko, dass nicht der Grafikchip selbst, sondern die Speicheranbindung zum Flaschenhals wird.
Display, Akku, Preis: die großen Fragezeichen
Trotz all dieser spannenden Performance-Daten gibt es noch viele offene Punkte. Noch ist unklar, welche Display-Konfiguration OneXPlayer beim X1 wählen wird: Setzt man auf das bewährte 7- bis 8-Zoll-Format, oder plant der Hersteller ein größeres Panel? Welche Auflösung und Bildwiederholrate werden geboten, wie hell ist der Bildschirm, und wie gut ist die Farbdarstellung für Streaming und Medienkonsum abseits des Gamings?
Ebenso wichtig sind Akku-Kapazität und Kühler-Design. Ein 12-Kern-Hybridchip mit vergleichsweise starker iGPU lässt sich nicht ohne Weiteres in einem kleinen Gehäuse bändigen. OneXPlayer muss also einen Sweetspot zwischen Lautstärke, Temperatur und Laufzeit finden. Dreht der Lüfter zu aggressiv auf, leidet der Komfort. Wird zu konservativ gekühlt, drosselt der Chip und verschenkt Leistung. Spätestens hier wird sich zeigen, ob der X1 wirklich eine Alternative zu Geräten wie Steam Deck, ASUS ROG Ally oder Lenovo Legion Go darstellt.
Und dann wäre da noch der Preis: Der Handheld-Markt ist inzwischen hart umkämpft, gerade im Bereich zwischen 400 und 900 Euro. Liegt der X1 zu hoch, dürfte er es schwer haben, gegenüber etablierten Plattformen Fuß zu fassen. Trifft OneXPlayer jedoch einen attraktiven Preispunkt, könnte das Gerät zum Geheimtipp für alle werden, die etwas mehr Leistung als beim Deck wollen, aber nicht bereit sind, Notebook-Preise zu zahlen.
Warum der OneXPlayer X1 für die Zukunft der Handheld-PCs wichtig ist
Unabhängig von den finalen Details rund um Display, Akku oder Preis lässt sich schon jetzt sagen: Der Einstieg von Panther Lake in den Handheld-Bereich ist ein wichtiger Schritt. Zum ersten Mal seit Langem bietet Intel nicht nur im Notebook-Segment, sondern auch im portablen Gaming-Bereich eine echte Alternative zu AMD. Mehr Wettbewerb bedeutet mehr Innovation, aber im besten Fall auch bessere Preise und vielfältigere Formfaktoren.
Gleichzeitig wird der X1 zum Härtetest für Intels Arc-Grafik in einem besonders anspruchsvollen Szenario: Dauerlast im kompakten Gehäuse, begrenzte Kühlreserven, schwankende Leistungsprofile zwischen Docking-Modus und Betrieb im Zug oder auf dem Sofa. Wenn das Zusammenspiel aus Core Ultra 5 338H, Arc B370 und 32 GB schnellem RAM hier überzeugt, dürfte das andere Hersteller motivieren, ebenfalls auf Panther Lake zu setzen.
Noch sind es nur Leaks und synthetische Benchmarks, doch der Trend ist klar: Der OneXPlayer X1 könnte den Anfang einer neuen Intel-Welle im Handheld-Segment markieren. Und dann wären die Geekbench-Einträge von heute lediglich die Fußnote im ersten Kapitel einer deutlich größeren Geschichte rund um Panther-Lake-basierte Gaming-Handhelds.
1 kommentar
Coole Erklärung zur Hybrid-Architektur, jetzt verstehe ich endlich, wozu diese ganzen P- und E-Cores da sind