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ORICO Omini Pro: „Käsereibe“ in klein – mit Ryzen 7 8845HS

von ytools
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ORICO Omini Pro: „Käsereibe“ in klein – mit Ryzen 7 8845HS

ORICO Omini Pro: Mini-PC im ikonischen „Käsereibe“-Look – innen arbeitet ein Ryzen 7 8845HS

Wer den industriellen Auftritt des Mac Pro von 2019 mochte, aber nie dessen Größe oder Preis, bekommt mit dem ORICO Omini Pro die Essenz dieses Designs im Schreibtischformat. ORICO überträgt die Optik sehr offen: ein silbrig eloxiertes Gehäuse aus Aluminiumlegierung, präzise CNC-Fräsung, feines Sandstrahlen, oben Griffbügel, unten stabile Füße – und vorne das markante Muster aus runden Öffnungen, das nicht nur Zitat ist, sondern eine klare Kühlstrategie.

Mit 139 × 61 × 185 mm fällt der Korpus erstaunlich kompakt aus – eher dicker Hardcover-Band als PC-Tower. Die Verarbeitungsqualität wirkt aus einem Guss, die Logos sind dezent, der Fokus liegt auf den Perforationen, die Luft ansaugen und durch den Innenraum führen. Genau das ist in dieser Klasse entscheidend: Je direkter der Airflow, desto ruhiger bleiben Lüfter und desto länger halten CPU- und GPU-Takte unter Dauerlast.

Im Zentrum steht AMDs Ryzen 7 8845HS, ein Zen-4-APU mit 8 Kernen und 16 Threads, Basistakt 3,8 GHz, Boost bis 5,1 GHz. Die integrierte Grafik Radeon 780M setzt auf RDNA-3 und ist für ihren Formfaktor ausgesprochen fähig: E-Sports-Titel und viele Indie-Games in 1080p fühlen sich bei niedrigen bis mittleren Einstellungen wohl; Kreativ-Workflows profitieren von moderner Video-Beschleunigung. Wer AAA in Ultra samt Raytracing anpeilt, bleibt bei dedizierten GPUs, doch für Alltagsarbeit, Coding, Medien und Couch-Gaming liefert das Paket sehr ausgewogen ab.

Die Anschlussseite ist für einen Mini-PC eine Ansage. Kabellos gibt es Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Kabelgebunden warten zwei 2,5-GbE-Ports – ideal für Link-Aggregation, getrennte Netze im Homeoffice oder kleine Homelab-Experimente. Highlight sind jedoch zwei USB4-Type-C: Das öffnet die Tür für schnelle Docks, NVMe-Gehäuse mit echter Bandbreite, externe Grafikausgabe und flexible Arbeitsplätze mit einem Kabel.

Versorgt wird das System von einem kompakten 120-W-GaN-Netzteil. Für eine APU-Plattform ist das eine sinnvolle Obergrenze mit Reserven für Lastspitzen und anspruchsvolle Peripherie, ohne auf klobige Netzteile auszuweichen. In Verbindung mit der durchlässigen Front sollte die Omini-Kiste unter Dauerlast stabil takten, ohne akustisch aufzufallen – die Messwerte werden zeigen, wie gut ORICO die Lüfterkurven abgestimmt hat.

Bei den Konfigurationen bleibt ORICO pragmatisch: als barebone, wenn man RAM und SSD selbst wählen möchte, oder als fix und fertig bestückte Sets. Sinnvoll sind 32 GB DDR5-5600 (SO-DIMM) und 1 TB oder 2 TB PCIe-4.0-NVMe. Wichtig: Dual-Channel nutzen, damit die 780M nicht am Speicher verhungert, und auf ein schnelles Laufwerk setzen – dann passt die Gesamtbalance.

Spannend ist auch der Preisrahmen: Regulär listet JD 3.899 Yuan (≈ 547 US-$), die limitierte Vorbestellung setzt bei 2.699 Yuan (≈ 379 US-$) als Barebone an. Der offizielle Verkauf soll am 30. November anlaufen, Vorbestellungen sind bereits möglich. Angesichts steigender Preise bei vielen NUC-Alternativen ist das aggressiv – insbesondere, weil hier zwei USB4 und zwei 2,5-GbE nicht als Aufpreis-Optionen versteckt sind.

Realistische Erwartungshaltung bleibt wichtig: Neuere Zen-5-APUs haben in roher CPU-Leistung Vorteile, und wer ein 4K-Raytracing-Biestsystem will, greift ohnehin zu einer dGPU. Der Omini Pro punktet stattdessen mit Effizienz, leiser Kühlung, kompakter Eleganz und erstaunlich erwachsenem I/O – genau die Mischung, die man für einen Produktiv-Schreibtisch, ein unaufdringliches Wohnzimmer-System, leichte Virtualisierung mit Proxmox/Docker oder einen kleinen Heimserver (Plex, Backup, Netzwerkdienste) sucht.

Natürlich polarisiert der Look. Für die einen ist es eine charmante Hommage, für die anderen zu nah am Original. In Kommentaren fällt schnell der Vergleich zu wackeligen Crowdfunding-Clones, die groß ankündigen und dann nur Handvoll Geräte liefern. Der Unterschied: ORICO ist eine etablierte Marke mit Serienfertigung und breitem Retail-Vertrieb. Skepsis schadet trotzdem nie – bewährte Verfügbarkeit, saubere Thermik unter Dauerlast und ein erreichbarer Support sind die Kriterien, an denen sich das Gerät messen lassen muss.

Unterm Strich ergibt sich eine klare Formel: hochwertiges Aluminium, sehr kleiner Footprint, moderner AMD-APU-Kern und Anschlüsse auf Höhe der Zeit. Der Omini Pro borgt sich eine legendäre Silhouette – und füllt sie mit eigenem Inhalt. Wer einen kompakten, schicken, vielseitigen Mini-PC sucht, findet hier einen der interessantesten Neuzugänge der Saison.

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3 kommentare

404NotFound November 21, 2025 - 9:14 am

Preis passt, aber bitte optional 64 GB RAM ab Werk. Nicht jeder will sofort schrauben

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LunaLove January 17, 2026 - 11:20 pm

Für Homelab/Proxmox perfekt: dual 2,5G ist in der Größe pures Gold

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tilt February 15, 2026 - 6:01 am

Jemand schon Temps gesehen? Wenn das 30–45 Min. Volllast ohne Throttle hält, bin ich dabei

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