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Oscar Isaac: Rückkehr zu Star Wars nur ohne „Faschismus“ bei Disney

von ytools
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Oscar Isaac: Rückkehr zu Star Wars nur ohne „Faschismus“ bei Disney

Oscar Isaac lässt die Tür zu „Star Wars“ einen Spalt offen – aber nur, wenn Disney „nicht dem Faschismus nachgibt“. Die Aussage fiel in einer aufgeheizten Phase und entfesselte erneut die Dauerfrage: Wo endet Unterhaltung, wo beginnt Machtpolitik?

In einem aktuellen Gespräch mit dem Magazin GQ, aufgenommen, während ABC Jimmy Kimmel kurzfristig aus dem Programm nahm und kurz darauf zurückruderte, justierte Isaac seine zuvor freundliche Haltung zu einer Rückkehr als Poe Dameron spürbar nach. Vor kurzem klang er noch zuversichtlich: Er wäre wieder dabei, „wenn es etwas Gutes zu erzählen gibt“. Nun setzte er eine deutlich höhere Hürde: Er könne sich ein Comeback vorstellen, wenn der Konzern „sich sortiert“ und eben nicht in autoritäre Reflexe kippt – das bündelte er in dem Reizwort „Faschismus“.

Diese Formulierung ist kein Manifest, sondern ein Lackmustest. Wenn Künstler im Jahr 2025 so reden, meinen sie selten den ideologiegeschichtlichen Vollbegriff; sie beschreiben eine Kultur der Konformität: Entscheidungen von ganz oben, Sprechverbote und Belohnungen je nach Stimmungsbarometer, ein kreativer Betrieb, der Stoffe auf Marken-Sicherheit trimmt, bis das Ungezähmte verschwunden ist. Ob man Isaacs Wortwahl teilt oder ablehnt – die Botschaft ist klar: Wenn er heimkehrt, dann in ein Umfeld, das Widerspruch schützt, Experimente zulässt und nicht bloß PR-kompatible Storys fabriziert.

Der Kimmel-Zwischenfall wirkte dabei wie ein Brandbeschleuniger. Erst der schnelle Stopp, dann laute Reaktionen, kündigungsbereite Abonnenten, schließlich die Kehrtwende: Für viele sah das weniger nach Prinzip als nach Panik aus – ein Reflex auf Metriken statt eine Haltung. Genau in diesem Klima landet Isaacs Vorbehalt. Er prüft nicht nur Drehbücher; er mustert das System, das sie hervorbringt.

Gespaltene Fans: Bote, Botschaft – oder einfach Müdigkeit?

Ein Lager im Fandom hält fest: Isaac war nie das Problem der Sequel-Ära, es waren die Texte. Poe habe Charisma, doch seine Führungsbögen wirkten sprunghaft, Konflikte wurden angerissen und wieder entwertet. Wer Isaacs andere Arbeiten kennt, sieht reichlich Nuance – wenn das Material mithält. Das Gegenlager winkt ab: Das Vertrauen sei verbrannt. Ohne echten Neustart – klare Planung, konsistentes Worldbuilding, Figuren, die Entscheidungen nicht im nächsten Schnitt rückgängig machen – helfe auch ein Star-Auftritt wenig.

Da ist außerdem die Ermüdung. Ein spürbarer Teil des Publikums hat genug davon, dass Presse-Runden zu Stellvertreter-Schlachten geraten. Man sehnt sich nach Eskapismus, nach Abenteuer, nach dem alten Staunen – nicht nach Schlagwort-Scharmützeln. Für diese Zuschauer klingen Begriffe wie „Faschismus“, „Wokeness“ oder „Zensur“ wie Störgeräusche, die das Märchen übertönen.

Andere sehen es genau umgekehrt: Wenn Konzerne unpassende Stimmen dämpfen können, sollen Künstler das benennen. Und Disney sei keineswegs allein – Branchenweit hätten Eigentümerwechsel, Brand-Safety-Reflexe und KPI-Denken Redaktionen, Shows und Autoren eingefroren. Die Leitfrage bleibt: Kann Blockbuster-Unterhaltung kreative Eigenständigkeit wahren und dennoch ein hart kalkulierter Milliardenbetrieb sein?

Was ein Poe-Comeback wirklich bräuchte

Praktisch betrachtet läuft die nächste Lucasfilm-Phase bereits warm. Projekte jenseits der Sequel-Schiene nehmen Gestalt an, The Mandalorian & Grogu steuert auf die Leinwand zu, weitere Filme werden vorbereitet. All das schließt Poe nicht aus, hebt nur die Messlatte. Für Isaac müsste eine Rückkehr mehr sein als flotte Sprüche und Cockpit-Posen: Es ginge um Führungsverantwortung mit Konsequenzen, um Konflikte, die weh tun dürfen, und um Entscheidungen, die nicht im Schnitt verfliegen.

Daneben steht eine zweite Hürde: die Kultur hinter der Kamera. Cast und Publikum müssten glauben können, dass Weichenstellungen aus der Geschichte heraus erfolgen – nicht aus Angst vor Trends. „Star Wars“ war nie unpolitisch: Aufstieg des Autoritären, Korruption, Widerstand – all das gehört zum Mythos. Doch Politik sollte dem Mythos dienen, nicht ihn ersetzen. Wenn Figuren zu Trägern von Presse-Botschaften werden, schrumpft der Zauber.

Das Wort, das zündet

Viele stören sich an Isaacs Wortwahl. Sie fürchten eine Trivialisierung eines Begriffs, der mit realen historischen Schrecken verknüpft ist. Andere halten entgegen: Gemeint sei die Warnung vor autoritären Reflexen innerhalb Plattformen von enormer kultureller Reichweite. Interessant ist der gemeinsame Nenner beider Seiten: Unbehagen. Es zeigt, dass dem Publikum nicht egal ist, wie diese Welten entstehen – und wer darüber wacht.

Der Ausweg dürfte unspektakulär aussehen und doch viel verändern: weniger Konzern-Zittern, mehr Stringenz; klare, öffentlich verteidigte Freiräume für kreative Teams; und vor allem Drehbücher, die Neugier, Risiko und Überraschung vor Slogans stellen. Isaac hat die Tür nicht zugeschlagen. Er hat eine Bedingung formuliert, die viele jenseits politischer Schützengräben unterschreiben würden: Bringt das Staunen zurück. Schützt die fruchtbare Reibung im Probenraum statt die nächste Shitstorm-Kurve zu fahren. Gelingt das, ist es nicht schwer, sich einen Piloten vorzustellen, der die Visierschraube nachzieht – und wieder im X-Wing Platz nimmt.

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