Die Entwickler von Pocketpair haben offiziell bestätigt: Palworld verlässt den Early Access und erscheint 2026 in der Version 1.0. Damit erreicht das Spiel, das sich überraschend zum Hype entwickelte, seinen bisher größten Meilenstein. 
In einer Videobotschaft erklärte Kommunikationsdirektor John “Bucky” Buckley, dass das Team seine volle Energie darauf konzentriert, Fehler auszubügeln, Mechaniken zu überarbeiten und ein gewaltiges Update mit neuen Inhalten vorzubereiten.
Buckley machte deutlich, dass es im Rest des Jahres etwas ruhiger um Palworld wird. Ein Winter-Update ist zwar geplant, aber es wird kleiner ausfallen als die große Feybreak-Erweiterung von 2024. Der Schwerpunkt liegt aktuell auf einer „Aufräumphase“: Bugs beseitigen, Systeme stabilisieren und das Fundament für den 1.0-Launch legen. „Die Version 1.0 wird nicht einfach ein weiterer Patch, sondern ein riesiger Schritt mit einer massiven Menge an Content“, sagte Buckley.
Er räumte ein, dass Palworld noch „einiges an Macken“ hat, doch das zusätzliche Jahr soll sicherstellen, dass die Vollversion deutlich runder wird. Fans wissen: Der Sprung vom Early Access zur finalen Version bringt in der Regel mehr als nur kosmetische Verbesserungen – oft bedeutet es stabilere Server, überarbeitete Module und zusätzliche Features. Wer schon jetzt unzählige Stunden im Crafting, Kämpfen und Sammeln der Pals verbracht hat, darf sich auf ein deutlich umfangreicheres Erlebnis freuen.
Der Rechtsstreit mit Nintendo
Während die Entwickler am Feinschliff arbeiten, läuft parallel ein erbitterter Rechtsstreit. Nintendo und The Pokémon Company werfen Pocketpair vor, Patente im Bereich Monsterfang, -freilassung und Reitmechaniken verletzt zu haben. Auffällig ist: Diese Patente wurden erst 2024 eingereicht – also nach dem Erfolg von Palworld – basieren aber auf älteren Anmeldungen aus 2021. Kritiker meinen, Nintendo habe gezielt sogenannte Teilungspatente nachgereicht, um Palworld anzugreifen.
Pocketpair hat bereits reagiert und Mechaniken angepasst. Im November 2024 verschwand die Pal-Sphäre, die stark an Pokébälle erinnerte: Stattdessen erscheinen die Pals nun direkt neben dem Spieler. Im Mai 2025 wurde das Gleit-Feature geändert: Statt sich an fliegende Pals zu hängen, nutzt man nun Pal-verbesserte Ausrüstung. Im Juli wiederum passte Nintendo selbst eine Patentschrift an – ein Zeichen dafür, wie detailversessen dieser Streit geführt wird. Pocketpair betont, man werde sich juristisch verteidigen und gleichzeitig weiter Updates liefern.
In der Community herrscht der Eindruck, Nintendo wolle weniger Innovation schützen, sondern eher verhindern, dass ein anderer Entwickler im Monster-Sammel-Genre Fuß fasst. Viele Spieler vergleichen: AAA-Spiele für 70 € sind oft voller Bugs, während Palworld für die Hälfte des Preises Hunderte Stunden Unterhaltung bietet. Entsprechend sehen viele die Klage eher als Versuch, Konkurrenz kleinzuhalten.
Die Community bleibt optimistisch
Trotz der laufenden Klage ist die Palworld-Community lebendig und aktiv. Einige Fans sind überzeugt, dass Nintendos Teilungspatente extra nachträglich eingereicht wurden, um Palworld zu treffen – ein fragwürdiger Schachzug. Andere loben, dass Palworld selbst in seiner unfertigen Form schon mehr Spielspaß bietet als so manches große Release. Der Gedanke, dass die Version 1.0 noch mehr Inhalte, überarbeitete Systeme und Stabilität bringt, hält die Spieler bei Laune.
Auf der GDC sprach Buckley offen über die Höhen und Tiefen der Entwicklung: Von falschen Vorwürfen, Pokémon-Modelle kopiert oder KI-generierte Assets genutzt zu haben, bis hin zur Überraschung über die Klage selbst. „Damit hat bei uns wirklich niemand gerechnet“, gab er zu. Pocketpair arbeitet seitdem daran, zu beweisen, dass Palworld seine ganz eigene Identität hat.
Heute steht Palworld nicht nur für ein Survivalspiel mit knuffigen Kreaturen. Es ist zu einem Symbol geworden: Wie kleine Studios die etablierten Riesen herausfordern können – und gleichzeitig lernen müssen, mit juristischem Druck umzugehen. Ob Nintendo am Ende Erfolg hat oder nicht: Der Launch von Version 1.0 im Jahr 2026 dürfte ein Schlüsselmoment für die Branche werden.
3 kommentare
70€ für ein verbuggtes AAA-Game gezahlt, Palworld gibt mir für die Hälfte 100+ Stunden Spaß 😂
diese Patente sind nur Tricks, Richter haben null Plan von Games
Großkonzerne wollen kleine Studios immer kleinhalten, hoffentlich gewinnt Pocketpair