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PC-Gaming, Hybridkonsolen und die Zukunft der Spiele laut Strauss Zelnick

von ytools
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Strauss Zelnick steht seit fast zwanzig Jahren an der Spitze von Take-Two, dem Verlag hinter Reihen wie GTA und Red Dead Redemption.
PC-Gaming, Hybridkonsolen und die Zukunft der Spiele laut Strauss Zelnick
Wenn er also in einer Sendung wie Squawk Box auf CNBC über die Zukunft des Mediums spricht, hört die Branche genau hin. Seine aktuelle Botschaft: Spiele rücken immer stärker in Richtung PC und offener Ökosysteme, während das klassische Konsolengefühl im Wohnzimmer zwar bleibt, aber nicht mehr zwangsläufig an eine geschlossene Box unter dem Fernseher gebunden ist.

Mehr als nur eine Kiste unterm TV

Zelnick verabschiedet sich nicht von der Konsole, er definiert sie nur anders. Für ihn ist eine Konsole vor allem ein bestimmter Spielstil: große, aufwendig produzierte Titel, an denen man viele Abende hängt, idealerweise mit Controller auf der Couch vor einer großen Leinwand oder einem dicken Fernseher. Dieser Stil von Spiel wird seiner Meinung nach nicht verschwinden. Was sich ändert, ist die technische Basis, auf der dieses Erlebnis läuft.

Der traditionelle Konsolenmarkt wirkt seit Jahren wie ein Nullsummenspiel. Sony, Nintendo und Microsoft buhlen um eine weitgehend gesättigte Zielgruppe und überlegen sich, wie sie die Fans der Konkurrenz abwerben, statt komplett neue Spielerschichten zu erschließen. Gleichzeitig hat der PC in Sachen Sichtbarkeit und Komfort massiv aufgeholt: Steam bricht regelmäßig Rekorde bei Nutzerzahlen und Umsatz, Sales machen selbst große Produktionen deutlich günstiger, und für viele jüngere Spieler ist ein Gaming-Laptop oder ein kompakter PC längst Alltag.

Handhelds und Hybride: Konsolen mit PC-Seele

Besonders spannend wird es dort, wo sich Konsole und PC schon heute treffen. Geräte wie das Steam Deck, der ROG Ally oder ähnliche Handhelds und Mini-PCs laufen technisch betrachtet als ganz normale PCs. Für die Nutzer fühlen sie sich aber wie Konsolen an: einschalten, kurzes Menü, Spiel auswählen, loslegen. Mit einer Dockingstation wandern Bild und Ton direkt auf den Wohnzimmerfernseher, ohne dass man Treiberpakete oder BIOS-Updates anfassen muss.

Der große Unterschied zu klassischen Konsolen liegt im Grad der Offenheit. Wer auf einer PlayStation 5 Pro oder dem kommenden Switch-Nachfolger spielt, steckt meist in einem klar abgegrenzten System mit nur einem offiziellen Store und strikten Plattformregeln. Auf einem PC-basierten Handheld kann man dagegen zwischen verschiedenen Stores wählen, seine Bibliothek frei kombinieren oder auch Abo-Dienste wie Game Pass mit der eigenen Steam-Sammlung mischen. Für viele ist genau diese Freiheit der eigentliche Charme des PC-Gamings.

Lange Zeit hielt sich bei Konsolenfans das Argument, dass physische Datenträger ein entscheidender Vorteil seien. Man kann Spiele gebraucht kaufen, weiterverkaufen oder verleihen und so die eigenen Kosten drücken. Entsprechend kritisch reagieren viele, wenn neue Konsolen-Varianten komplett ohne Laufwerk angekündigt werden. Aus ihrer Sicht schneidet sich die Branche damit ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal selbst ab und schiebt die Spieler noch weiter in geschlossene, rein digitale Ökosysteme.

Valve, AMD und der Preis des Fortschritts

Parallel dazu brodelt die Gerüchteküche rund um neue Hardware von Valve für das Wohnzimmer, eine Art moderne Steam-Maschine. Die Idee: ein schicker Mini-PC, der direkt an den Fernseher kommt, eine bequeme Oberfläche bietet und gleichzeitig den vollen Zugriff auf die eigene Steam-Bibliothek ermöglicht. Gelingt es, so ein Gerät in einem Preisbereich anzubieten, der mit Highend-Konsolen konkurrieren kann, würde das die Karten im Wohnzimmer neu mischen.

Auf der Chipseite steht AMD im Mittelpunkt. Alle großen aktuellen Konsolen setzen auf AMD-Technik, ebenso viele Handheld-PCs. In der Community gibt es deshalb seit Jahren Streit darüber, ob exklusive Großaufträge für Sony und Microsoft vielleicht verhindern, dass bestimmte besonders spannende APUs überhaupt im klassischen Desktop-Segment landen. Andere halten dagegen, dass diese Aufträge Forschung und Entwicklung überhaupt erst in der jetzigen Form ermöglichen. Klar ist: Je ähnlicher sich PCs, Konsolen und Hybride unter der Haube werden, desto künstlicher wirkt die Trennung der Kategorien.

Xbox als vorkonfigurierter Gaming-PC

Sehr deutlich zeigt sich der Trend bei Microsoft. Xbox wird immer weniger als einzelne Konsole verstanden und immer mehr als Plattform, die sich über klassische Hardware hinauszieht. Spiele laufen auf der Box unter dem Fernseher, per Cloud auf Smart-TVs und Smartphones und selbstverständlich auch auf klassischen Windows-PCs. Game Pass ist dabei das inhaltliche Bindeglied.

Gerüchte zu den nächsten Xbox-Geräten deuten darauf hin, dass der PC-Charakter sogar noch stärker wird: mehr Flexibilität, mehr Überschneidung mit dem Windows-Ökosystem, eine Architektur, die sich für Entwickler wie ein PC anfühlt, aber für Spieler möglichst simpel bleibt. Kein Zufall: Firmenchef Satya Nadella hat mehrfach betont, dass der ursprüngliche Xbox-Gedanke darin bestand, einen besseren Gaming-PC fürs Wohnzimmer zu bauen. In gewisser Weise kehrt Microsoft gerade genau zu diesem Ansatz zurück.

Bequemlichkeit, Budget und Upgrade-Stress

Trotz aller Verschmelzung gibt es nach wie vor Gründe, bei einer klassischen Konsole zu bleiben. Der stärkste heißt Bequemlichkeit. Wer keine Lust hat, sich mit Treibern, Stromversorgung oder Grafikeinstellungen zu beschäftigen, freut sich über ein System, das einfach funktioniert. Historisch kam noch hinzu, dass Konsolen bei der Anschaffung meist deutlich günstiger waren als ein vergleichbares PC-Setup.

Doch diese Lücke schließt sich. Steigende Preise für Grafikkarten, Speicher und Prozessoren schlagen sich auch in den Konsolen nieder. Oberklasse-Modelle nähern sich preislich dem Segment, in dem bereits solide Gaming-PCs zu haben sind. Umgekehrt reicht es oft, etwas mehr zu investieren als in eine Konsole, um einen Rechner zu bekommen, der sich viele Jahre lang aufrüsten lässt und bei Spielen deutliche Leistungsreserven bietet. Kein Wunder, dass in Kommentarspalten einerseits Witze über Leute kursieren, die angeblich drei Jobs brauchen, um ihren PC aktuell zu halten, andererseits aber auch nüchterne Rechenbeispiele, die zeigen, wie sich der Mehrpreis durch günstigere Spiele und Sales relativiert.

Nach PC gegen Konsole: offen gegen geschlossen

Am Ende beschreibt Zelnick vor allem eine Verschiebung des Blickwinkels. Spieler wollen nach wie vor abends auf dem Sofa sitzen, Controller in die Hand nehmen und in eine gute Welt eintauchen. Nur ist es ihnen immer weniger wichtig, ob die Hardware offiziell Konsole heißt oder als PC durchgeht. Wichtiger wird, ob sie ihre Bibliothek mitnehmen können, mehrere Stores zur Auswahl haben, Cloud- und Abo-Dienste nutzen und nicht komplett von einem Anbieter abhängig sind.

Die klassische Lagerbildung PC gegen Konsole verliert damit an Bedeutung. Die spannendere Frage ist, ob eine Plattform offen genug ist, um diese neue Realität abzubilden. Genau in diese Richtung entwickelt sich der Markt: hin zu Systemen mit PC-DNA, die aussehen und sich anfühlen wie Konsolen, aber viel näher an der offenen, flexiblen Welt des PCs liegen. Für Strauss Zelnick ist klar, dass sich die Branche daran ausrichten muss – und ein Blick in die Wohnzimmer vieler Spieler legt nahe, dass diese Zukunft längst begonnen hat.

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2 kommentare

404NotFound November 24, 2025 - 11:44 am

PS5 Pro ohne Laufwerk ist schon hart, damit schießt sich Sony bei allen, die noch Discs sammeln, komplett ins Knie lol

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SunnySide December 29, 2025 - 1:57 pm

Wenn AMD nicht ständig für Sony und MS Chips im Hinterzimmer bauen würde, hätten wir auf dem Desktop wahrscheinlich schon viel krassere APUs am Start

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