Poco macht sich bereit für den globalen Start der F8-Serie – und im Zentrum steht dabei ganz klar das Poco F8 Ultra. Der Hersteller positioniert das Gerät als eine Art „Budget-Flaggschiff“: technisch dicht an Oberklasse-Modellen, preislich aber (hoffentlich) darunter. Auf dem Datenblatt stehen eine 5x-Periskop-Telekamera, ein riesiger Akku mit 6500 mAh und Qualcomms neues Snapdragon 8 Elite Gen 5 SoC. 
Darunter reiht sich das Poco F8 Pro ein, das viele Ideen des Ultra übernimmt, sie aber etwas bodenständiger umsetzt. Präsentiert werden beide Modelle beim globalen Launch am 26. November.
Schon bei der Anzeige trennen sich die Wege der zwei Modelle deutlich. Das Poco F8 Ultra setzt auf ein 6,9-Zoll-Display und zielt damit klar auf Nutzerinnen und Nutzer, die ihr Smartphone als Mini-Tablet für Serien, Games und Social-Media-Marathons sehen. Das Poco F8 Pro bleibt mit 6,59 Zoll zwar immer noch groß, wirkt im Alltag aber handlicher und lässt sich eher einhändig bedienen. Optisch will Poco sich ebenfalls abheben: Die Variante in Denim Blue nutzt ein neu entwickeltes Nano-Material mit Glasfaser, das optisch und haptisch an Stoff erinnert, während die schwarze Version auf Glasfaser mit matter Textur und glänzenden Akzenten setzt – dezenter, aber sehr erwachsen.
Beim Kamerasystem zeigt das F8 Ultra, dass Poco nicht länger nur „viel Hardware fürs Geld“ liefern, sondern auch in die Nähe echter Kamera-Flaggschiffe rücken möchte. Hinten sitzt ein Triple-Setup mit 50-Megapixel-Hauptkamera, einer 50-Megapixel-Periskop-Telelinse mit 5-fach optischem Zoom und einer 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Damit deckt das Gerät den klassischen Brennweitenmix von Alltag, Landschaft und Zoom-Motiven ab – von Konzertbühne über Fußballplatz bis hin zur Architektur in engen Altstadtgassen. Vorn findet sich eine 32-Megapixel-Selfiekamera, die genug Reserven für Portraits, Stories und Videocalls über mehrere Jahre bieten sollte.
Unter der Haube werkelt im Ultra der Snapdragon 8 Elite Gen 5, Qualcomms neues High-End-SoC. Der Chip verspricht hohe Bildraten in aktuellen Games, schnelle KI-Features direkt auf dem Gerät und reichlich Reserven für Multitasking. Kombiniert wird das Ganze mit einem 6500-mAh-Akku, der laut Datenblatt selbst für Power-User einen intensiven Tag durchhalten sollte – vorausgesetzt, Poco dreht nicht zu sehr an den Performance-Reglern. Das F8 Pro setzt auf den Snapdragon 8 Elite ohne „Gen-5“-Zusatz und eine 6210-mAh-Batterie, bleibt damit aber ebenfalls deutlich über dem Klassendurchschnitt. Beide Modelle laufen mit HyperOS 3 auf Basis von Android 16, inklusive überarbeiteten Animationen, besserem Speichermanagement und engerer Verzahnung mit der Xiaomi-Ökosystemwelt.
Auch beim Thema Laden und Robustheit zieht Poco die Schrauben an. Das F8 Ultra unterstützt kabelgebundenes Laden mit bis zu 100 W, kabellos sollen bis zu 50 W möglich sein – Werte, die noch immer eher bei Oberklasse-Geräten zu finden sind. Im Alltag könnte das bedeuten: ein kurzer Stopp an der Steckdose reicht, um den Akku für viele Stunden zu füllen. Der Fingerabdrucksensor arbeitet ultrasonisch unter dem Display, was man sonst vor allem aus teureren Smartphones kennt und was gerade bei leicht feuchten Fingern zuverlässiger ist. Dazu kommen ein Metallrahmen und eine IP69-Zertifizierung, die einen erhöhten Schutz gegen Staub und Wasser signalisieren und das Ultra deutlich wertiger wirken lassen.
Für Besitzerinnen und Besitzer eines Poco F7 Ultra sieht das Gesamtpaket zumindest auf dem Papier nach einem echten Upgrade aus. Mehr Akkukapazität, eine deutlich vielseitigere Kamerabestückung mit 5x-Zoom, ein sichtbar moderneres Design und gemunkelte Verbesserungen bei den Stereo-Lautsprechern sprechen dafür, dass sich ein Wechsel lohnen kann – sofern der Preis nicht überdreht. In den sozialen Medien sorgt insbesondere die Denim-Blue-Variante für Gesprächsstoff: viele Kommentare feiern die stoffartige Optik und bezeichnen sie als eines der auffälligsten Poco-Designs der letzten Jahre, während die schwarze Ausführung eher als „Business-Look“ für alle gesehen wird, die es schlicht und edel mögen.
Trotzdem bleibt ein Rest Skepsis. Ein Teil der Community befürchtet, dass sich hinter dem F8 Ultra am Ende nur ein weiterer Rebrand eines bestehenden Xiaomi-Modells versteckt – mit neuem Namen, minimal veränderter Rückseite und aggressivem Marketing. Andere erinnern daran, dass Poco die F-Serie zunehmend als „Premium-Linie“ inszeniert und die Preise entsprechend anzieht, während an manchen Stellen gespart wird, etwa bei Langzeit-Updates oder Feintuning der Software. Die Frage im Raum: Wird der 6500-mAh-Akku wirklich voll ausgespielt oder durch zu harte Energiesparprofile ausgebremst, und wie natürlich sehen Fotos aus der Dreifachkamera tatsächlich aus?
Unterm Strich bewegt sich das Poco F8 Ultra damit auf dem schmalen Grat zwischen Preis-Leistungs-König und fast echtem Flaggschiff. Das Datenblatt liest sich beeindruckend, besonders wenn Poco den Einstiegspreis im Rahmen hält und keine unschönen Kompromisse bei Details wie Vibrationsmotor, Lautsprecherqualität oder Software-Pflege macht. Erst nach dem globalen Start am 26. November werden Tests zeigen, ob das F8 Ultra der Poco-Fans schon lange erhoffte Rundumschlag ist – oder nur ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte gut ausgestatteter, aber nicht ganz kompromissloser „Flaggschiff-Killer“.
2 kommentare
Dieses Denim Blue ist einfach sick, sieht auf den Bildern echt wie Stoff aus, das will ich unbedingt mal in der Hand haben 😅
Sitze noch auf dem F7 Ultra und hier sieht das endlich nach echtem Upgrade aus: mehr Akku, besserer Zoom, hoffentlich auch fetterer Sound